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Bootstests

Allrounder für Binnen und Buten

Peter Lässig am 31.10.2008

Alles, was mit Holz zu tun hat, wird von der in Deutschland eher unbekannten Werft 'Sciallino' milimetergenau gearbeitet. Heraus kommt unter anderem die Sciallino S25 Sport: ein Boot, an dem nicht nur Hochseeangler Gefallen finden.

Die italienische Traditionswerft Sciallino ist in Deutschland nicht sonderlich bekannt. Sie begann unter maßgeblichem Einfluss von Mario Sciallino 1960 mit dem Bau von „Ligurischen Gozzi“, kleinen Fischerbooten. Heute reicht das Angebot vom knapp 6 m langen, offenen Boot bis zur 16 m großen Flybridge-Yacht. Insgesamt kann man unter elf Modellen wählen.

Die Werft fertigt im eigenen Haus Rümpfe, Decks und alles, was mit Holz zu tun hat. Dabei kommt hochwertiges Sperr- und Vollholz zum Einsatz, das von einer CAD-Maschine auf den Millimeter genau geschnitten und gefräst wird. Ein eigenes Designteam und Entwicklungsingenieure entwerfen und zeichnen alles, was in und an einer Sciallino ein- und angebaut wird. Alles, Sciallino was mit Metall zu tun hat, wird außer Haus nach den Richtlinien der Werft hergestellt. Vorgabe und Ergebnis: 100 % Kontrolle und Qualität. Nicht von ungefähr sind daher die Begriffe „massiv, sehr sauber und ordentlich gearbeitet“ häufig gebrauchte Attribute, als wir in den Rohbauten und später in unserem Testboot Sciallino S25 Sport ein- und aussteigen – auch wenn manche Schnittkante im Kunststoff zwar verrundet, aber nicht versiegelt ist.

Die Sciallino 25 gibt’s mit Bugkabine und großem oder kleinem Deckshaus. Letztere heißt dann „Sport“. Die Boote sind mit einem oder zwei Motoren, aber stets mit Wellenanlage ausgerüstet. Unser Testboot „befeuern“ zwei D3-190- Volvo-Penta.

Fahren und Manövrieren: Von Hause aus sind Sciallino-Boote mehr schnelle Verdränger, umgangssprachlich auch Halbgleiter genannt, die mithilfe von Motorleistung zum Gleiten gebracht werden, was bei unserem Testboot sehr gut gelingt. Der Rumpf macht beide Gangarten bestens mit, da er vorn mit einem tiefen V beginnt, das allmählich nach achtern flach ausläuft. Heißt: Vorn bis mittschiffs werden die Wellen geknackt, und achtern läuft das Boot auf einer ausgeprägten Gleitfläche.

Zudem besitzt die 25 Sport einen durchgehenden Kiel, der vorn klein beginnt und sich nach achtern vergrößert. Rumpfform und synchron laufende Motoren sind der Garant für den guten Geradeauslauf des Testbootes. Und dank des Kiels reagiert es auch weniger empfindlich auf Seitenwind. Zudem lassen zwei von Propellern angeströmte Ruderblätter jede Ruderbewegung in prompte Kursänderungen münden.

Peter Lässig am 31.10.2008