Titel Titel
Bootstests

Bénéteau Monte Carlo 32 open

Peter Lässig am 30.09.2008

Ein laminiertes Rohrsystem soll für ökonomischerer Fahrleistung sorgen? „Air-Step-Unterwasserschiff“ heißt das bei Bénéteau. Soweit in der Theorie. Und in der Praxis?

Den Rumpf der Bénéteau Monte Carlo 37 haben wir bereits getestet (siehe BOOTE 10/07). Jetzt steht dasselbe Konzept bei der kleineren Monte Carlo 32 open auf dem Prüfstand. Dem Konstruktionsprinzip folgend, ist das Unterwasserschiff der Monte Carlo 32 bis etwa zur Hälfte im Stil eines herkömmlichen, tiefen V-Rumpfes geformt, dann folgt die Modifikation. Durch zwei über der Wasserlinie seitlich am Rumpf installierte Edelstahlhutzen saugt der Rumpf währendder Fahrt über Schläuche und ein laminiertes Rohrsystem Luft unter den hinteren Teil des Bootsbodens. Dort bildet sich eine Art Luftkissen, auf dem das Boot letztlich fährt. Eine Querstufe im Bootsboden und seitliche Führungen verhindern, dass diese Luft seitlich entweicht.

„Air-Step-Unterwasserschiff“ heißt das bei Bénéteau. Ziel: den Wasserwiderstand verringern und dadurch im Vergleich zu herkömmlichen V-Rümpfen mit gleicher Motorleistung schneller sein, ökonomischer fahren – oder mit kleineren Motoren ähnliche Fahrwerte erzielen wie mit großen. Ob es wirklich so ist, können wir mangels Vergleich bisher nicht sagen, aber es klingt schlüssig.

Dass die Werft sich aus Kostengründen das Runden und Versiegeln der GFK-Schnittkanten spart, ist ebenso unerfreulich wie die hervorstehenden Schraubenenden im Motorraum oder das ungeschützte Rohr vom Cockpittisch im Motorraumdeckel. Akzeptieren kann man, dass innen nur der Rumpf mit einer Schutzfarbe versehen ist und beim Deck darauf verzichtet wird, zumal der Rumpf im Unterwasserbereich mit einer inneren Schale ausgestattet ist.

Im sichtbaren Bereich leistet sich die Werft bei den technischen und elektrischen Installationen keine Schwächen. Man sieht sie erst, wenn man sich die Schottwanddurchbrüche anschaut, wo Kabel und Schläuche auf ungeschützten Schnittkanten scheuern. Gefallen haben dagegen die Holzarbeiten im Wohnbereich.

Auch die gesamte Kunststoff-Außenhaut, wo hochglänzendes und sauber verarbeitetes Gelcoat allenthalben das darunter liegende Laminat schützt, bleibt ohne Beanstandung

Peter Lässig am 30.09.2008