Bernd Böttger Bernd Böttger

Geschichte: Flucht über die Ostsee

Der 007 aus Sachsen

Bodo Müller am 12.09.2018

In die Freiheit: Vor 50 Jahren erfand Bernd Böttger den Aqua Scooter und floh damit unter Wasser aus der DDR in den Westen

Am Sonntag, dem 8. September 1968 schreibt der dänische Marineoffizier Christian Christiansen um Mitternacht die Wetterdaten ins Bordbuch des Feuerschiffs "Gedser Rev": Wind SE, 1–2 Bft., Luft 15 °C, Wasser 17 °C. Seine Seeposition liegt zwischen Gedser im Süden der Insel Falster und der Küste der DDR. "Gedser Rev" ist das wichtigste Seezeichen für die Navigation der berüchtigten Kadetrinne.

Punkt 4 Uhr morgens geht Christiansen zum wiederholten Male an Deck, um von der Wetterstation die Daten abzulesen. Es ist eine warme, sternenklare Nacht. Das Meer ist glatt. Aus Süden sieht er eine einzelne Welle auf sich zurollen. Was ist das? Kurz vor der Bordwand des Feuerschiffs verschwindet sie. Er schenkt der merkwürdigen Welle keine Bedeutung.

Plötzlich hört er eine menschliche Stimme. Mitten auf der Ostsee! Er rennt ins Steuerhaus und greift das Fernglas. Kein anderes Wasserfahrzeug ist zu sehen. Hat er sich getäuscht?

Doch da ertönt die Stimme wieder: "Help, help!" Christiansen schlägt mit der Schiffsglocke Alarm. Wenige Sekunden später sind alle sechs Mann der Besatzung zur Stelle. Sie richten einen Scheinwerfer in die Dunkelheit und entdecken eine Person. Sofort werfen sie ihm eine Leine zu, an der sich der Unbekannte festhalten kann.

Minuten später hängt die Strickleiter außenbords. Christiansen legt sich eine Schwimmweste an, um dem vermeintlichen Schiffbrüchigen aus dem Wasser zu helfen. Doch der klettert schon lächelnd selbst nach oben – und benutzt dabei nur eine Hand, weil er in der anderen ein merkwürdiges Gerät hält.

"Guten Morgen, ich heiße Bernd Böttger und komme aus Sebnitz bei Dresden. Darf ich an Bord kommen?", fragt der Fremde im schönsten Sächsisch.

Nicht nur das: Er darf duschen, erhält Kleidung und Frühstück. Die Dänen wollen wissen, wie er so weit schwimmen konnte und was das für ein Apparat ist. "Ich bin nicht geschwommen," antwortet Bernd. "Das ist mein U-Boot. Ich habe mich nur rangehängt."

Christiansen sendet einen verschlüsselten Funkspruch an die Marineheimwehr nach Gedser. Die DDR-Volksmarine darf auf keinen Fall etwas davon erfahren (...) 

Die vollständige Reportage lesen Sie in der Oktober-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 19.09.18 am Kiosk gibt – Abonnenten natürlich schon eher. Oder Sie laden sich das PDF zum Test weiter unten herunter. 

Bodo Müller am 12.09.2018