Glastron GLS 195 Glastron GLS 195
Bootstests

Glastron GLS 195

Peter Lässig am 31.10.2012

Bitte lächeln! Spaß für Wassersportler, die gern zum Baden rausfahren oder Wasserski laufen wollen, ist mit dem aus USA stammenden Sportboot sicher.

Glastron GLS 195

Glastron GLS 195

Glastron ist seit mehr als fünf Jahrzehnten ein fester Begriff für Motorboote aus USA. Sie werden für Außen- und Innenbordmotoren mit und ohne Kabine, mit gut laufenden Rümpfen und gefälligem Design angeboten. Mitunter sind sie auch praktisch und zumeist, jedenfalls aus amerikanischer Sicht, auch noch mehr als gut verarbeitet. In dieses Schema passt unser Test-Bowrider bestens.

Fotostrecke: Glastron GLS 195


Die 195 GLS gibt es mit V8- oder V6-Motoren von MerCruiser oder Volvo Penta. Bei knapp 1,4 t ohne Anhänger empfiehlt sich ein Mittelklassewagen als Zugfahrzeug. Unser Testboot treibt ein 225 PS starker V6 von Volvo Penta an, der über einen Single-Prop-Z-Antrieb seine Kraft ins Wasser bringt.

Die 195 GLS gibt es mit V8- oder V6-Motoren von MerCruiser oder Volvo Penta. Bei knapp 1,4 t ohne Anhänger empfiehlt sich ein Mittelklassewagen als Zugfahrzeug. Unser Testboot treibt ein 225 PS starker V6 von Volvo Penta an, der über einen Single-Prop-Z-Antrieb seine Kraft ins Wasser bringt. Für Gleitboote normal, schert auch die GLS 195 in langsamer Fahrt voraus hin und wieder aus und bedarf, wie bei Rückwärtsfahrten, der einen und anderen Kurskorrektur. Wechseln währenddessen Personen im Boot ihren Platz, wirkt sich das geringfügig auf Kurs und Krängung aus.

Bei Vorwärts- und Rückwärtsdrehkreisen betragen die Durchmesser 1 ¼ bis maximal 2 Bootslängen. Das begünstigt Manöver auf engstem Raum, allerdings dreht das Testboot beim Umsteuern rückwärts eingekuppelt weiter und muss mittels Schaltvorgängen (kurz voraus) abgefangen werden. Dessen ungeachtet gelingen An- oder Ablegemanöver ohne Komplikationen. Störend dabei ist lediglich, dass die Steuerung erst ab etwa 1300/min leichtgängiger wird, da muss Volvo Penta noch etwas nachlegen. Langsame Passagen fahren wir bei 1200/min mit einem Tempo von 5 kn. 

Ohne sich viel zu vertrimmen und bei optimaler Voraussicht beginnt das Testboot mit gut 2200/min zu gleiten. Optimal getrimmt loggt sich bei erlaubter Höchstdrehzahl von 4800/min eine beachtliche Höchstgeschwindigkeit von 45 kn in unserem GPS ein. Hat man den Z-Antrieb ganz runtergetrimmt, bleibt die GLS 195 bis 2200/min oder mit knapp 13 kn noch in Gleitfahrt. Mit dem Testboot ist man (in schneller Fahrt) bei einer Geschwindigkeit von 26 kn oder bei 3000/min wirtschaftlich unterwegs.

Dann reicht eine Tankfüllung für etwa 105 sm und bei Vollgas für rund 71 sm, bevor die Reserve angegriffen wird. Damit erfüllt die GLS 195 das von uns geforderte Soll von wenigstens 100 sm Aktionsradius plus Reserve. Mit „ausreichend“ werten wir den Schalldruck, der ab 3500/min die 85-dB/A-Grenze überschreitet. Die immer kleiner verlaufende Spiralkurve durchmisst an der engsten Stelle etwa 2 bis 3 Bootslängen.

Mit ganz beigetrimmtem Antrieb bremst sich das Boot dabei leicht ab, und der Propeller beginnt kurz vor der engsten Stelle zu ventilieren, ohne aber ganz durchzudrehen. Mit getrimmtem Antrieb passiert das Gleiche, nur schnappt der Prop früher nach Luft. Bei den 180°-Wenden begleiten mit Antrieb „down“ ein bis zwei Schaukelbewegungen die Fahrt, ohne dass der Rumpf jedoch einhakt. Der Propeller ventiliert am Schluss und fasst wieder, sobald man herauslenkt.

Mit getrimmtem Antrieb absolviert man ein paar Schaukelbewegungen mehr, und der Propeller verliert komplett den Halt. Hier heißt es „Gas weg und neu anfahren“. Die dabei entstehenden Fliehkräfte verlangen nach gutem Halt, den strategisch positionierte Haltegriffe bieten.

Die Fahrt über den imaginären Slalomkurs ist mit ungefährlichem Pendeln über die Längsachse verbunden, und beim Verreißen des Ruders folgt das Testboot brav dem einmal eingeschlagenen Kurs. Auf dem Rhein muss man bei den Wellen ab und an die Fahrt anpassen. Insgesamt aber wird alles trocken und sicher absolviert.

Fahrer und Beifahrer sitzen sicher und bequem in straff gepolsterten, in Längsrichtung verstellbaren, drehbaren Schalensitzen. Während der Beifahrer vor sich ein abschließbares Handschuhfach mit Radio und neben sich einen Haltegriff hat, sitzt der Fahrer hinter einem übersichtlichen Armaturenbrett.

Das Steuerrad verdeckt teilweise Echolot und Voltmeter, und die Reflexionen der hellen Deckpartien in der Windschutzscheibe stören. Scheibenwischer und Kompass: Fehlanzeige. Der Motorraumdeckel ist zugleich Sonnenliege und lässt sich leicht anheben. Steht der Deckel offen, ist der Motor von allen Seiten gut zugänglich.

Bei der Spritreinigung verlässt man sich allein auf den Motorenhersteller. Der Kraftstofftank liegt vom Motorraum abgeschottet unter dem Cockpitboden; Kraftstoffhahn: Fehlanzeige. Die Batterie steht unter dem Heckeingang, per Klappe zugänglich, und den dazugehörigen Hauptschalter hat die Werft etwas umständlich im Stauraum der Hecksitzbank versteckt. Die Schmelzsicherungen sitzen unter dem Armaturenbrett.

Der Hauptzugang aufs Boot ist an Steuerbord achtern, wo man Polster wegnehmen und wegklappen kann. Die Glastron GLS 195 ist für sieben Personen zugelassen. Eine passende Anzahl Sitzplätze ist vorhanden, Stauraum auch: unter den Bugsitzkissen, der Heckbank und rechts und links vom Motor sowie im Wasserskistaufach im Cockpitboden. Pfiffig ist die Aussparung für einen Danforth-Anker unter dem Bugsitzkissen.

Eine Teleskop-Klappbadeleiter steckt unter einem Deckel in der Badeplattform. Insgesamt sind am Boot acht versenkbare Belegklampen angebracht, vorn und achtern Zugösen plus Wasserskizug-haken. Gelenzt wird nur elek-trisch; die Navigationslampen sind nicht attestiert, was genauso zur Abwertung führt wie Extrakosten jeglicher Art und fehlender Feuerlöscher.

Datenblatt: GLS 195

Werft: Glastron
Typbezeichnung: GLS 195
CE-Kategorie: C - Küstennahe Gewässer
Material von Rumpf und Deck: Kunststoff
Länge (m): 5,89 m
Breite (m): 2,39 m
Verdrängung (kg): 1,32 t
Preis: 36.474,00 €
Peter Lässig am 31.10.2012