Draco 27 RS Draco 27 RS

Draco 27 RS: Bootstest

Trendsetter aus Norwegen: Draco 27 RS - Teil 3

Sebastian Gollasch am 20.12.2015

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei knapp 42 kn – der Drehzahlmesser zeigt dann 5600 U/min. Vergleicht man diesen Wert mit dem vom Hersteller empfohlenen Volllast-Drehzahl-bereich (5000–6000 U/min), sieht man, dass der Yamaha-Saltwater-Edelstahl-Propeller in den Dimensionen 3 x 19" x 15 ¼" gut zur Boot-Motor-Kombination passt. Bei Fahrten mit "dem Hebel auf dem Tisch" fließen übrigens 2,43 l/sm durch die sechs Einspritzdüsen. Im Testprotokoll unter Fahrgeräusche haben wir bei Volllast 89 db/A notiert, ein lauter, jedoch üblicher Wert für ein offenes Sportboot.

Die extremen Fahrmanöver absolvierte die Draco trotz des an dem Tag herrschenden Wellengangs vorbildlich. Bei den immer enger werdenden Kreisen bremst sich der Rumpf, solange der Antrieb ganz an den Spiegel getrimmt ist, ohne zu haken oder schaukeln ab, bis der Propeller den Grip verliert und ventiliert. Die Folge: Der Skipper muss das Gas wegnehmen und neu beschleunigen, um wieder Fahrt aufzunehmen. Beim Verreißen des Steuers wie auch auf dem Slalomkurs folgt der Rumpf prompt den Lenkbefehlen und setzt diese unter leichtem, aber ungefährlichem Kippen über die Längsachse um.

Beim Thema Installation und Verarbeitung hält die Draco den guten Ruf des skandinavischen Bootsbaus hoch. Im Detail heißt das, alle Gelcoat-Oberflächen weisen ein gutes Finish auf, die Silikonfugen sind klein und die verwendeten Materialien sind wertig. Wir konnten an den sichtbaren Flächen keine Verarbeitungsfehler feststellen.

Bei den Installationen ist uns der abschließbare Sicherungs- und Batteriehauptschalterkasten positiv aufgefallen. Neben den Automatik-Sicherungen für die 12-V-Verbraucher enthält dieser mehrere Drehhauptschalter für Bordnetz, Anlasserstromkreis und Bugstrahlruder. Untergebracht ist der Kasten gut erreichbar unter der wandelbaren Hecksitzbank, unter der sich Platz zum Stauen bietet. Weiteren Stauraum gibt es an Bord der Draco am Fahrstand und im Bug in Form von zwei Schwalbennestern.

FAZIT: Die Draco 27 RS ist ein Bowrider für Skipper mit gehobenen Ansprüchen. Als durchgehend gut kann man die Verarbeitung wie auch die Fahreigenschaften bezeichnen. Das Boot zeigt, dass Design und praktische Lösungen auch durchaus harmonieren können.

Datenblatt: Draco 27 RS

Werft: Windy Scandinavia AB
Typbezeichnung: Draco 27 RS
CE-Kategorie: C - Küstennahe Gewässer
Material von Rumpf und Deck: Kunststoff
Länge (m): 8,31 m
Breite (m): 2,49 m
Verdrängung (kg): 1,85 t
Preis: 122.450,00 €
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Sebastian Gollasch am 20.12.2015