Regal 32 Express Regal 32 Express

Regal 32 Express: Bootstest

American Way to Cruise: Regal 32 Express im Test

Dieter Wanke am 22.11.2015

Hochwertige Verarbeitung, Luxus-Grundausstattung, beste Fahreigenschaften und ein typisch amerikanisches Layout kennzeichnen die neue Regal 32 Express

Fotostrecke: Regal 32 Express

Die Regal 32 Express ist seit ihrer Premiere im Herbst 2013 das Flaggschiff bei den offenen Sportkreuzern der US-Werft aus Orlando, Florida. Verfügbar war die komplette Neukonstruktion allerdings erst in der Saison 2014. Schon beim ersten Sichtkontakt wird klar, dass es sich bei Regal um einen qualitätsorientierten Hersteller handelt.

Schon beim ersten Sichtkontakt wird klar, dass es sich bei Regal um einen qualitätsorientierten Hersteller handelt. 

Egal wo der Blick hinfällt, wird sauber verarbeiteter Kunststoff, präzise Nähte und makellose Montage der Komponenten sichtbar. Damit hat sich der Familienbetrieb, der vor 45 Jahren von Paul Kuck gegründet wurde und heute von seinen Söhnen geführt wird, längst einen Namen gemacht.

>>> Konzept und Layout

Bei der Konzeption der 32 Express standen die Ansprüche der US-Kundschaft im Vordergrund. Für viele Funktionen reicht deshalb ein Knopfdruck, den Rest erledigen Elektromotoren. Das gilt auch für das Verschieben der Kombination aus Sitzbank und Sonnenliege im Heck. Denn die lässt sich bei erhöhtem Platzbedarf im Cockpit elektrisch nach hinten bewegen.

Da auf einem 32-Fuß-Boot der Platz nicht grenzenlos ist, die Wünsche der Kunden aber vielfältig, gehört größtmögliche Variabilität zum Konzept. Erreicht wird dies durch ein raffiniertes Mobiliar mit veränderbaren Rückenlehnen. So wird aus der Rückbank eine Sonnenliege oder aus der mittleren Sitzbank und der Liege an Backbord ein separater Sitz- und Liegebereich im vorderen Teil des Cockpits.

Da auf einem 32-Fuß-Boot der Platz nicht grenzenlos ist, die Wünsche der Kunden aber vielfältig, gehört größtmögliche Variabilität zum Konzept

Bei Bedarf bilden die Sitzmöbel mit dem Tisch auch eine Sitzgruppe im Heck, die über die Wetbar an Steuerbord mit ihrer edlen Corian-Arbeitsfläche – auf Wunsch mit Elektrogrill und Kühlschrank – versorgt wird. Mehr Variabilität geht kaum, und der Umbau ist mit wenigen Handgriffen erledigt. Der serienmäßige Geräteträger kann ebenfalls auf Knopfdruck abgesenkt werden, was das Passieren niedriger Brücken erleichtert.

>>> Aufteilung unter Deck

Der Blick unter Deck wird Europäer überraschen, denn abgetrennte Kabinen gibt es nicht. Amerikanische Eigner übernachten wohl seltener auf ihren Booten. In der Serienausstattung gibt es deshalb nur zwei Unterflurkojen mittschiffs mit je 90 cm Breite und 2 m Länge, die zusammen oder getrennt angeordnet werden können. Mit nur 95 cm Raumhöhe ist der Bereich nur kriechend begehbar. Eine Trennwand oder einen Vorhang zum Salon gibt es nicht.

Der Blick unter Deck wird Europäer überraschen, denn abgetrennte Kabinen gibt es nicht. Amerikanische Eigner übernachten wohl seltener auf ihren Booten.

Die zweite Doppelkoje im Bug ist eine Option. Da die Länge nicht reicht, muss – wiederum auf Knopfdruck – mit der Rückenlehne der Salonsitzbank ergänzt werden. So entsteht eine v-förmige Liegefläche von 1,60 mal 1,90 m. Ansonsten ist die Sitzfläche Bestandteil der großen L-förmigen Sitzbank im Salon, die an Backbord durch eine kleine Pantry ergänzt wird. Ein großer Kühlschrank, ein Mikrowellenherd und ein Waschbecken gehören zur Grundausstattung. Wer ein Kochfeld will, muss zuzahlen. Der Stauraum in der Kombüse und den Kojenbereichen hat Grenzen.

Insgesamt drei Luken in der Decke dienen zur Lüftung, das Luk zum Vordeck auch als Fluchtweg. Ein Flachbildfernseher und das iPod-fähige Radio samt Lautsprechern ist ebenso Standard, wie eine Nasszelle mit Vollausstattung. Die elektrische Toilette wird in den Fäkaltank geleert. Ein Grauwassersystem ist Zubehör. Aus dem Duschkopf und den Armaturen fließt serienmäßig Warmwasser. Am Komfort wurde also nicht gespart, nur an einem Luk zur Belüftung der Nasszelle, denn das fehlt.

>>> Bewegen an Bord

Durch das hohe Freibord und stattliche Bordwände im Cockpit wird der Besatzung ein hohes Sicherheitsgefühl vermittelt. Sicher ist auch der Weg zum Vordeck. Der führt über Treppenstufen in der Tür und ein aufklappbares Segment in der Windschutzscheibe direkt nach vorn. Die dynamische Linie der Reling sieht sportlich aus, die Edelstahlkonstruktion ist aber etwas niedrig. Ein Ausstieg nach vorn fehlt. 

Die elektrische Ankerwinde mit Kette und Edelstahlanker kostet 4265 Euro extra. Alles ist gut in den Bug integriert und per Fußschalter bedienbar. Der Weg zur rutschsicheren Badeplattform – für 1960 Euro mit Flexiteek – ist durch eine Tür aus Edelstahlrohr gesichert. Stufen führen auf die nächste Ebene. Dank der montierten Verlängerung ist die Nutzfläche sehr groß. Die Heckdusche und die lange ausklappbare Badeleiter gehören zum Standard.

>>> Antriebe und Technik

Die Regal 32 Express wird ausschließlich mit Doppelmotorisierung angeboten. Drei Benziner und ein Diesel stehen zur Wahl. Basis ist der MerCruiser 4,5 MPI mit zwei mal 183,9 kW (250 PS). Top-Motorisierung sind zwei MerCruiser 350 MAG MPI oder die im Testboot montierten Volvo Penta V8-300 mit jeweils 224 kW (300 PS).

Grundsätzlich sind Z-Antriebe – Bravo Three oder Duoprop – mit gegenläufigen Doppelpropellern montiert. Katalysatoren sind für alle Benziner bestellbar. Eine Joystick-Steuerung gibt es nur für die kräftigsten Benziner beider Marken in der DTS- oder EVC-Version oder für die ebenfalls gelisteten Selbstzünder vom Typ Volvo Penta D3-220.

Der kritische Blick in den Motorraum der Testkandidatin zeigt, dass die entscheidenden Komponenten der Technik alle bestens erreichbar sind. 

Der kritische Blick in den Motorraum der Testkandidatin zeigt, dass die entscheidenden Komponenten der Technik alle bestens erreichbar sind. Zwei Blower sorgen für Frischluftzufuhr, und eine automatische Feuerlöschanlage sollte im Brandfall das Schlimmste verhindern. Zwei elektrische Lenzpumpen gehören zur Grundausstattung, manuelle Pumpen gibt es nicht.

Bei der Montage der Aggregate und der Verlegung von Kabeln und Schläuchen wurde sauber und sorgfältig gearbeitet. Auf Dämmmaterial an der Motorraumklappe wurde verzichtet, was aber keine auffällige Geräuschentwicklung zur Folge hat.

>>> Fahrstand und Steuerung

Der Steuermann blickt von seiner auch als Stehsitz verwendbaren und längs verschiebbaren Doppelsitzbank auf einen aufgeräumten Fahrstand mit verstellbarem und griffigem Steuerrad, das dank der Hydrauliklenkung ebenso leichtgängig ist, wie die Schaltung des EVC-Systems. Alle Instrumente sind bei geringen Spiegelungen gut ablesbar. Nur die EVC-Displays sind etwas weiter unten hinter dem Lenkrad versteckt.

Die Schaltung, die Tasten für die zusätzlichen hydraulischen Trimmklappen und der im Testboot vorhan-dene Joystick sind optimal positioniert. Ein Scheibenwischer und der Kompass gehören zur gelisteten Serienausstattung. Im Testboot fehlte das Navigationsinstrument aber.

>>> Fahrverhalten und Reichweite

Bei voller Beschleunigung erreichen wir in sieben Sekunden bei 2700 Umdrehungen und etwa 15 Knoten die Gleitfahrt. Die Nase hebt sich dabei nur mäßig, senkt sich aber auch schnell wieder. Die Höchstgeschwindigkeit von 38,2 Knoten ist nach 28 Sekunden erreicht und der Rumpf zeigt dabei gute Laufeigenschaften. Die Fahrt durch die Welle ist dank der Aufkimmung von 21 Grad weich und absolut kursstabil.

Auch bei der intensiven Kurvenfahrt, beim Slalom oder abrupten Kurswechseln zeigen sich keinerlei Mängel. Das Boot bleibt präzise auf dem eingeleiteten Kurs und schafft bei vollem Tempo Kreise mit zwei Bootslängen bei leicht sinkender Drehzahl. Hafenmanöver sind durch die montierte Joystick-Steuerung ein Kinderspiel. Im Leerlauf erreichen wir 2,5 Knoten. Die Manövrierbarkeit ist auch ohne Joystick dank der Doppelanlage und den verwendeten Antrieben kinderleicht.

Auch bei der intensiven Kurvenfahrt, beim Slalom oder abrupten Kurswechseln zeigen sich keinerlei Mängel.

Bei der Fahrt im wirtschaftlichsten Drehzahlbereich mit 24,2 Knoten genehmigen sich die Antriebe 76 Liter pro Stunde aus dem 568-Liter-Tank. Bei einer Reserve von 15 % erlaubt das eine Fahrzeit von knapp sechseinhalb Stunden. Der Aktionsradius beträgt somit gut 150 Seemeilen, was noch im akzeptablen Rahmen für diese Bootsgröße liegt.

Datenblatt: Regal 32 Express

Werft: Regal Marine
Typbezeichnung: Regal 32 Express
CE-Kategorie: B - Außerhalb von Küstengewässern
Material von Rumpf und Deck: Kunststoff
Länge (m): 9,80 m
Breite (m): 3,20 m
Verdrängung (kg): 5,74 t
Preis: 270.806,00 €
Dieter Wanke am 22.11.2015