Viper 283 Toxxic Viper 283 Toxxic

Test: Viper 283 Toxxic

Vorsicht, hochgiftig!

Sebastian Gollasch am 18.07.2016

Auch aus Deutschland kommen Daycruiser für die Freunde des schnellen Fahrens – Europe Marine zeigt mit der Viper 283 Toxxic, wie man's macht!

Aus Sicht der deutschen Werft Europe Marine besteht das Konzept der Viper-Toxxic-Reihe – zu der unser Testboot zählt – darin, ein trailerbares, sportliches und hoch motorisierbares Boot mit guten Rauwassereigenschaften zu produzieren. Mit ihren 8,65 m Länge bildet die 283 (Testboot) dabei die Spitze der Modellreihe.

Um sie trailerbar zu halten, muss man sich bereits bei der Bestellung etwas „zurücknehmen".

Soll heißen, das von der Werft angegebene Gewicht von 2645 kg gilt mit leeren Tanks und der kleinsten Einzelmotorisierung. Ohne Einschränkungen hingegen kann man die maximale Personenzahl von fünf oder eine Zuladung bis 475 kg „gutheißen". Das Fahrgebiet ist im Rahmen der CE mit „C" (küstennahe Gewässer} zertifiziert worden, ebenfalls passend.

Viper 283 Toxxic

Viper 283 Toxxic

An Bord der Viper 283 Toxxic kommt man am sichersten über die Badeplattform, die durchgehend über eine Anti-Slip-Struktur verfügt. Über die Hecksonnenliege und -sitzbank gelangt man, wenn in der Mitte die Polster entfernt werden und so ein kleiner Durchgang frei wird, ebenfalls mit Anti-Slip-Struktur.

Im Cockpit kann die Crew entweder direkt auf der Hecksitzbank Platz nehmen oder weiter nach vorn unter Deck gehen. Hat man sich für Letzteres entschieden, gelangt man mit Durchschreiten der getönten Plexiglas-Schiebeluke auf direktem Weg in die Kabine mit großer Doppel-V-Koje, separatem Toilettenraum und Pantryblock mit Spüle und Kühlschank.

Dass der Fokus bei dem Boot auf dem Fahren und weniger auf dem „Draufleben" liegt, wird einem richtig bewusst, wenn man sich die Toilette anschaut. Es ist zwar alles vorhanden, sauber, hochwertig und gut gemacht, jedoch reicht eine Stehhöhe von 1,17 m in dem beengend wirkenden Raum nur fürs Nötigste und sorgt so bereits vorher schon für Schweißperlen auf der Stirn. Gelüftet wird der Sanitärraum zusammen mit dem Rest der Kabine über die zwei Dach- und Schiebeluken.

Zurück im Cockpit der Viper fallen jedem sofort die zwei imposanten Sitze/Offshore-Stützen auf.

Einziger Nachteil ist, dass sie für einen „breiten" Skipper nicht so bequem sind, wie er sich das vorstellt. Bei durchschnittlichem Körperbau und 1,86 m Länge passt aber alles (Steuerradabstand, Sitzhöhe, Fußstütze, Armfreiheit) gut zusammen.

Als Alternative bietet die Werft auch konventionelle Sitze an – allerdings mit entsprechend weniger Seitenhalt im Stehen. – Bei der Motorisierung der Viper 283 Toxxic hat man die Wahl zwischen Einzel- und Doppelinstallation, zugelassen sind bis zu 640 PS.

In unserem Fall montierten die Bootsbauer die stärkste Einzelmotorisierung. Es handelt sich dabei um den Mercury 8.2 MAG H.O. Dieser V8-Benziner schöpft seine Leistung von 430 PS aus 8,2 l Hubraum und gibt sie an einen Bravo-III-Z- Antrieb mit DuoProp-System weiter. Abgestimmt hat der Hersteller die 283 Toxxic mit Mercury-Marine-Edelstahlpropellern, die einen Pitsch von 30" haben.

Die maximal erreichte Drehzahl loggten wir bei 5000 U/min ein, das GPS zeigte dabei eine Geschwindigkeit von knapp 50 kn. Wie gut die Propellerwahl passt, zeigt der vom Motorenhersteller empfohlene Volllast-Drehzahlbereich zwischen 4600 und 5000 U/min. 

Um sich die Voraussicht selbst im Sitzen nicht von dem ansteigenden Bug versperren zu lassen, während man von Verdränger- in Gleitfahrt beschleunigt, nutzt man am besten die serienmäßigen Trimmklappen. So kann man auch mal vergessen haben, den Power-Trimm von Fahrstellung zurück an den Spiegel zu trimmen, bevor man wieder auf Gleitfahrttempo geht. 

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Sebastian Gollasch am 18.07.2016