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Bootstests

Sparmaßnahme

Erich Bogadtke am 31.10.2008

Honda spendiert seinem 808 ccm großen Dreizylinder ein elektronisches Management für Benzineinspritzung und Zündung. Damit hat der BF50 zwar zugenommen, ist aber immer noch der leichteste Motor seiner Klasse.

Vergaser sind out, oder würden Sie noch einen 50er ohne elektronische Benzineinspritzung kaufen? Fakt ist, dass ein Vergaser für echte Technik-Freaks salopp formuliert die motorische Steinzeit symbolisiert und die Mehrzahl der Motorbootfahrer aus guten Gründen Fortschritt und Umweltbewusstsein viel eher mit einer modernen Einspritzanlage assoziiert. Kritische Stimmen, die der empfindlichen Steuerelektronik auf dem Wasser ein schnelles Ableben vorhersagten, sind längst verstummt. Auch die Schwarzmalerei, dass es kaum einen Mechaniker gibt, der die modernen Motoren reparieren kann, hat sich nicht bewahrheitet.

König Kunde will heute für sein Boot einen leistungsstarken und dennoch sparsamen Motor mit Bedienkomfort und Laufkultur. Dass der Motor die Abgasnormen der europäischen Union erfüllen muss, versteht sich von selbst. Addiert man die Kundenwünsche, führt in der 50-PS-Klasse an dem Kollegen Computer, der Einspritzanlage und Zündung steuert und koordiniert, kein Weg vorbei. Das gilt in diesem Fall für Zwei- und Viertaktmotoren gleichermaßen.

Für Honda, die bis dato in dieser Leistungsklasse mit ih-rem Vergasermotor mehr als nur konkurrenzfähig waren (siehe Vergleichstest in BOOTE 4/05), ein Grund mehr, seine 808 ccm großen Dreizylindermodelle (BF40 und BF50) mit einer EFI (Elektronic Fuel Injection) und einem elektronischen Motormanagement aufzurüsten. Die „Manager“ sammeln die Informationen verschiedener Sensoren und errechnen daraus in jeder Situation exakt die benötigte Kraftstoffmenge und den optimalen Zünd- und Einspritzzeitpunkt. Um den Übergang in Gleitfahrt zu erleichtern, schaltet die Elektronik beim Beschleunigen aus kleinen Drehzahlen automatisch auf (noch mehr) Frühzündung und reichert (fetter) das Kraftstoff-/Luftgemisch an. Das Ganze heißt „BLAST“ (Boosted Low Speed Torque) und soll für ein höheres Drehmoment sorgen. Anders als beim BLAST wird das Kraftstoff-/Luftgemisch von der Breitbandsonde des ECOmo (Economy Controlled Motor) permanent kontrolliert und geregelt und damit die Schadstoffemission so weit minimiert, dass die Abgasnormen in Europa und den USA problemlos unterschritten werden.

Erich Bogadtke am 31.10.2008