OceanBay MM-560 Open OceanBay MM-560 Open

Test: Daycruiser mit Außenborder

OceanBay MM-560 Open

Ralf Marquard am 23.10.2020

Mit einem Klick ist man dabei – AWN bietet die OceanBay MM-560 Open im Online-Shop und sofort startklar an

Dass viele Produkte des täglichen Bedarfs per Mausklick im Netz bestellt werden, ist für die meisten ja normal. Aber mal eben ein Neuboot per Klick aufs Knöpfchen zu kaufen ist für mich doch noch eine ungewöhnliche Methode – aber jüngere Leute sehen das vermutlich ganz anders. Das Gute für Skeptiker wie mich: Es besteht bei unserem Testboot OceanBay MM-560 Open immer noch die Möglichkeit, in den AWN-Shop oder auf Messen zu gehen und da alles klarzumachen. Die Bootübergabe findet – egal wie man es gekauft hat – in der Regel auf einem möglichst heimatnahen Revier statt. Unser Revier ist die Elbe, und der Liegeplatz ist gleich hinter der Tatenberger Schleuse.

Im Sporthafen Möller benutzen wir die Slipanlage, um das Boot zu Wasser zu lassen. Bei einer Länge von 5,60 m und einem Gewicht von etwa 900 kg lässt sich das Slippen problemlos erledigen. Als Trailer liefert AWN dafür einen 1300-kg-Marlin-Anhänger (im Paketpreis enthalten). Als Zugfahrzeug reicht meistens schon ein Vertreter der Kompaktklasse. Beladen mit Messgeräten und halb vollem Benzintank, geht es erst mal in Tuckerfahrt zur Schleuse.

Hierbei zeigt sich das typische Verdrängerverhalten für diese Art von Gleitern: Er giert ein wenig, und ab und zu muss mal etwas korrigiert werden. Das Anlegen in der Schleusenkammer bereitet keinerlei Probleme, was durch die später gefahrenen langsamen Test-Manöver unterstrichen wird. Auf der Elbe haben wir dann Tidenstrom und Wind gegenan. Soll heißen, eine zwar nicht übermäßig hohe, aber harte Kabbelwelle. Die bügelt der Rumpf in Gleitfahrt gut weg. Nur bei Vollgas und Wind direkt von vorn heißt es, den Powertrimm etwas zurücknehmen, damit der Rumpf stabiler liegt – sind ja auch immerhin mehr als 30 kn. In schnellen Kurven zieht der Rumpf eng rum, und die Devise heißt "gut festhalten", bevor der Propeller dann Luft schnappt und der Kreiselfahrt ein Ende bereitet. Wie gewöhnlich passiert das mit getrimmtem Außenborder spürbar früher, als wenn er ganz an den Spiegel gefahren ist. Wer das Ruder abrupt verreißt, der bekommt das mit einem normalen Heck­ein­set­zen quittiert. Die Kabellenkung zeigt sich bei einigen schnellen Manövern von einer schwergängigen Seite.

Der Speed sollte auf 16,5 kn reduziert werden, wenn man wirtschaftlich unterwegs sein möchte. Dann kommt das Boot mit einer Tank­la­dung beachtliche 123 sm plus 15 % Reserve weit. Aber auch bis 23 kn errechnen sich Reichweiten von weit über 100 sm. Möglich macht das der 100-l-Einbautank, der bei unserem Testboot im Paketpreis enthalten ist.

Dazu gehört auch die Fahrerbank, die für eine Person eine ordentliche Breite hat. Für zwei Erwachsene fällt sie jedoch zu schmal aus, maximal ein Kind könnte noch danebensitzen. Aber dafür bietet ja die Heckbank recht viel Platz, und im Bug können ebenfalls noch einige Mitfahrer (insgesamt maximal sechs Personen laut CE-Zertifizierung) unterkommen. Highlights im Bug: wahlweise mit Einstecktisch oder Sonnenliege. Die Polster besitzen eine ansprechende Festigkeit. Badelustige begeben sich auf die geteilte Plattform auf der Backbordseite und nutzen dort eine ausreichend breite 3-Stufen-Leiter. Für Ausrüstung und persönliche Sachen ist unter den Bänken richtig viel Platz. Weiteres Plus: Die Kästen besitzen solide, stramme Verschlüsse, die Geklapper oder selbstständiges Öffnen verhindern. Auch unter dem Fahrstand gibt es einen großen Staukasten, der über ein Plexiglasluk zugänglich ist.

Um den Fahrstand verläuft ein Handlauf, dessen Abstand zur Plexiglasscheibe teilweise so gering ausfällt, dass eine erwachsene Person sich schnell mal die Finger klemmt. Die restlichen Griffe und die Reling sind dagegen gut ausgeführt und positioniert. In puncto Rutschfestigkeit sorgt ein Laminatboden in Holzoptik (Extra) für die nötige Standhaftigkeit. Bei der Lenzanlage fehlt uns die manuell betriebene Pumpe. 

Sicher festgemacht wird die OceanBay an vier zur Bootgröße passenden Klampen. Die Fender kommen an Reling, Griffe und Klampen, den Rundumschutz übernimmt eine solide Kunststoffscheuerleiste, die mit dem Gesamtbild des Boots harmoniert. Die Oberflächen von Rumpf und Deck sehen genau so ordentlich verarbeitet aus wie der saubere Schutzanstrich auf den Innenseiten der Staukästen und deren versiegelte Ausschnittkanten.

Noch mehr Informationen? Den Test der OceanBay MM-560 Open mit allen technischen Daten, weiteren Messergebnissen und voller Beurteilung finden Sie in BOOTE-Ausgabe 11/2020 seit dem 21.10.2020 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Ralf Marquard am 23.10.2020
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