Delphia Escape Delphia Escape

Test: Delphia Escape 1100 S

Kann auch schnell - Seite 2

Ralf Marquard am 25.08.2016

Besser ist es, wenn das vordere Sitzteil hochgeklappt wird und man sich daraufhockt. Von dort hat der Rudergänger eine gute Rundumsicht, und bei Regenwetter sorgt ein stabiler Doppelarmwischer für den klaren Blick nach vorn durch die leicht getönte Sicherheitsglasscheibe. Bis auf wenige Ausnahmen teilt die Werft das Armaturenbrett praktikabel auf. Besonderes Lob bekommt die serienmäßige Ausrüstung mit Kompass und Kartenplotter.

Fahren: In schnellen Kurven legt sich die Delphia nicht übermäßig auf die Seite und zieht ohne Haken oder Schau- keln weich ihre Runden. Die Power-Trimm-Stellung spielt dabei keine Rolle.  

Die Motoren stehen unter einem Bodenluk im Cockpit, das sich kinderleicht per Knopfdruck öffnet. Darunter findet der Servicetechniker ordentlich Platz zum Hantieren, auch die Übersicht verliert er nicht, da alle Leitungen ordentlich gebündelt und fest verlegt sind. Ein gutes Bild vermitteln auch die Tank- und die elektrische Anlage, die fachmännisch mit zwei Hauptschaltern pro Netz (1 x elektronisch, 1 x manueller Notbetrieb) ausgerüstet wird.

Die Kombination Feuerlöschanlage und unbrennbare Schallisolierung gibt ebenfalls ein hohes Maß an Sicherheit. Gleiches gilt für die Ausrüstung mit elektrischer Bilgen- und Handlenzpumpe. Für Bewegungssicherheit sorgen Reling, passend positionierte Handläufe und rutschfeste Bodenstrukturen. Einziges Manko: Auf dem Seitendeck befindet sich eine wasserabweisende Leiste, über die man stolpern kann.

Damit die „Wasserratten" uneingeschränkt ins Wasser und wieder heraussteigen können, spendiert Delphia eine Drei-Stufen-Leiter, die man auch vom Wasser aus prima bedient.

Badeplattform und Cockpit trennt vorbildlich eine Heck- tür, weiter Richtung Bug geht es über das Fahrstandhaus und den Niedergang in den Salon. Dort findet nicht nur der Smutje an einer gut ausgerüsteten Pantry seinen Platz, sondern auch die gesamte Crew ihre Sitzecke mit L-Sofa, freistehendem Ho- cker und Holztisch fürs Essen und Klönen.

Geschlafen wird auf Doppelkojen in Bug- und Mittelkabine, wobei die Koje in der Mitte spürbar schmaler ausfällt als die im Vorschiff (2,07 x 1,95 m). Lob für beide: die Unterlüftung der Matratzen. Reichlich Stauraum in Schränken, Ablagen und Kästen bieten beide Kajüten und die Nasszelle.

Bis auf eine Kunststoffkante (vom Fahrstandsboden), die, wenn man auf der Toilette sitzt, im Schulterbereich (1,80 m große Person) stört, hat der Raum mit Dusche (herausziehbarer Schlauch am Waschbecken und Bodenablauf) eine praktische Raumaufteilung. Die Stehhöhen unter Deck variieren zwischen 1,84 m und 1,90 m, im Durchgang beim Fahrstandhaus sind es 2,02 m, unter dem Verdeck 2,11 m. 

Festgemacht wird die Delphia an sechs soliden Klampen, die Leinen führt man dabei durch acht Lipp- klampen. Fender werden an Reling und Rohrrahmen befestigt, bei kleinen Remplern schützt eine gerade ausreichend groß dimensionierte, rundumlaufende Scheuerleiste. Richtig solide sind die zusätzlichen Leisten im Heckbereich. Bis auf we- nige Ausnahmen, wie beispielsweise das eine oder andere Spaltmaß bei den Möbeln oder unsaubere Silikon- nähte, macht die Verarbeitung einen ordentlichen Eindruck. 

 

Unser Fazit

Die Delphia Escape 1100 S ist ein komfortables Reiseboot für vier Personen. Aufgrund ihrer kräftigen Motorisierung ist sie auch für das Meer und schnelle Flüsse gut geeignet. Sie besitzt reichlich Standardausrüstung und zeigt, bis auf wenige Ausnahmen, eine ansprechende Verarbeitung und sorgfältige Installationen. 

Fotostrecke: Delphia Escape 1100 S

Datenblatt: Delphia Escape 1100 S

Werft:
Typbezeichnung: Delphia Escape 1100 S
CE-Kategorie: B - Außerhalb von Küstengewässern
Material von Rumpf und Deck: Kunststoff
Länge (m): 10,80 m
Breite (m): 3,45 m
Verdrängung (kg): 5,50 t
Preis: 195.819,00 €
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Ralf Marquard am 25.08.2016
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