Delphia Escape Delphia Escape

Test: Delphia Escape 1100 S

Kann auch schnell

Ralf Marquard am 25.08.2016

Delphia Escape 1100 S: Ihr V-förmiger Rumpf und die kräftigen Motoren machen das polnische Kajütboot zum waschechten Gleiter

Die letzten Delphias, mit denen wir unterwegs waren, hatten eher eine geringe Motorleistung. Eine Eigenschaft, die der deutsche Importeur Ben Weidner vom Werderaner Yachthandel ganz bewusst gewählt hat, denn seine Verkaufs- und Charterstation liegt, wie der Name schon vermuten lässt, in Werder an der Havel.

Die Delphia Escape 1100 S ist mit der CE Kategorie B (außerhalb von Küstengewässern) zertifiziert.

Auf den Gewässern um Berlin gelten meist Geschwindigkeitsbeschränkungen zwischen 5 und 12 km/h, und man benötigt daher nur wenig Motorleistung. Nun kommen jedoch auch Kunden zu ihm, die Ost- und Nordsee oder schnell fließende Flüsse befahren möchten. Besonders bei Letzteren ist die Halbgleiterfahrt mit etwa 25 km/h oder mehr von Vorteil.

Noch besser zeigt es unser Testboot, die Delphia Escape 1100 S, Sie ist mit einer Maximalgeschwindigkeit von 54 km/h unterwegs. Will man wirtschaftlich gleiten, muss der Skipper die Geschwindigkeit um etwa 10 km/h reduzieren, die beiden Volvo-Diesel drehen um die 3500 U/min, und es laufen etwa 1,5 l/km durch die Kraftstoffleitungen. Der 600-l-Tank reicht dann für respektable 412 km. 

Über 1000 km reichen eine Tankfüllung plus die obligatorischen 15 % Reserve sogar in Verdrängerfahrt mit etwa 14 km/h.

In langsamer Fahrt hält die Delphia nach einer kurzen Einpendelphase gut den Kurs, und die Gewichtsverlagerung von drei erwachsenen Personen bringt sie auf keine schiefe Bahn. Ab etwa 1800 U/min hebt sich der Bug an und senkt sich um die 3400 U/min selbstständig wieder ab, was die Voraussicht spürbar verbessert. 

Den Power-Trimm hebt der Fahrer nur etwas an (-2 auf der Anzeige) und fährt so getrimmt auch jede schnelle Kurve ohne luftschnappendem Propeller oder hakendem Rumpf in engen Radien. Bei diesen Manövern, wie auch beim Verreißen der Lenkung und auf Salomkursen, reagiert der Rumpf sicher und direkt auf die leichtgängige Steuerung.

Enge Liegeplätze lassen sich aufgrund der guten Manövriereigenschaften mit der Doppelmotorenanlage und dem Bugstrahlruder gut erreichen. Bedient wird alles vom Fahrstandhäuschen aus. 

Hier gibt der Schalensitz dem Fahrer guten Seitenhalt, an die wulstige Sitzfläche im vorderen Bereich (zum Hochklappen) muss man sich jedoch erst gewöhnen. Sich gerade hinzustellen, ist für den 1,80 m großen Fahrer unbequem, da die Kopffreiheit nicht ausreicht.

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Ralf Marquard am 25.08.2016