Linssen GS 45.0 AC Linssen GS 45.0 AC

Test: Linssen Grand Sturdy 45.0 AC

Eleganter Rundstahl

Ralf Marquard am 18.02.2019

Die obere Mittelklasse der „Dot-Zero-Serie“ hat ein komplett neues Unterwasserschiff erhalten: weiche Rundungen sollen gutes Seeverhalten garantieren

Häufig werden bei Neuauflagen von Stahlbooten nur der Decksbereich umgestaltet sowie die Kabinen neu aufgeteilt und ausgerüstet. Anders bei unserem Testboot, der Linssen Grand Sturdy 45.0 AC, denn hier änderte die Werft das gesamte Unterwasserschiff. Linssen nennt den neuen Rumpf "Softchine Prestressed Hull", kurz SPH. Dabei bekommt der Rumpf eine "weiche, gerundete Spanntform" und verbindet damit laut Hersteller die Vorteile vom Knick- und Multiknickspanter.

Zu diesen Vorteilen gehören eine geringere Geräuschkulisse, weniger Wasserwiderstand und folglich ein sparsamer Spritverbrauch.

Auch das Rauwasserverhalten und hier insbesonders das Rollen sollen sich laut Linssen verbessern. Für die Fahrstabilität und einen super Geradeauslauf ist das sogenannte "Stern Gear" verantwortlich. Dazu zählen alle Komponenten wie Antriebsstränge und Ruderanlage, die unter Wasser liegen. Vorteile der Neuerung: Die Propeller werden optimal angeströmt und die Ruder haben eine exakt ausgeklügelte Größe und Form, die zur Kursstabilität und Manövrierfähigkeit beitragen.

Wir sind mit dem Testboot auf dem Grevelingenmeer unterwegs und haben am Testtag erst einen recht schwachen Wind, der jedoch später noch auf etwa 4 Bft auffrischt. 

Über die davon erzeugten Kabbelwellen bügelt der Rumpf ohne Stampfen problemlos hinweg, Spritzwasser tritt dabei nur wenig auf. Die Messfahrten haben wir noch am Vormittag bei ruhiger See durchgeführt und folgende Werte gemessen bzw. errechnet: Maximal erreichten wir mit den beiden Volvo Penta D3-110 9,4 kn. Der Lärmpegel bewegt sich mit 70 dB/A in einem angenehmen Bereich. Noch mal deutlich ruhiger (etwa 3 dB/A weniger) wird es bei schneller Cruisingfahrt mit 7,5 kn um 2250 U/min. Mit dieser Geschwindigkeit sind Reichweiten von etwa 380 sm plus 15 % Reserve drin, was unserem Anspruch für Fahrtenyachten voll entspricht.

Den vollständigen Test lesen Sie in der März-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 20.02.19 am Kiosk gibt – für Abonnenten natürlich schon eher. 

Ralf Marquard am 18.02.2019