Leopard 53 Powercat Leopard 53 Powercat

Test: Motorkatamaran

Leopard 53 Powercat

Lori Schüpbach am 17.07.2021

Dieser Multihull setzt neue Maßstäbe bei den Motorboot-Katamaranen. Und dies nicht nur durch seine schiere Größe, sondern auch bezüglich des Designs

Die Côte d’Azur präsentiert sich beim Test von ihrer allerbesten Seite: Postkartenwetter, flaches Wasser, nur wenig Wind. Im Hafen von Saint-Raphaël wartet der neue Leopard 53. Sein stärkstes Argument offenbart sich schon beim Betreten des Katamarans: die großzügigen Platzverhältnisse. Zwar wird einem das Anbordgehen erstaunlicherweise nicht durch eine Öffnung in der Reling erleichtert – wer seitlich an Deck gelangen will, muss eine Kletterpartie auf sich nehmen – doch einmal an Bord, ist die Bewegungsfreiheit überwältigend. Vier Zonen bieten sich zum Verweilen an: der Bug mit zwei Liegeflächen, das Cockpit mit einer L-Sitzbank und einem großen Tisch sowie einer separaten Chaiselongue, die Flybridge mit Steuerstand, weiteren Sitz- und Liegemöglichkeiten sowie einer Außen-Pantry und schließlich der großzügige Salon.

Noch mehr Informationen? Den Test des Leopard 53 Powercat mit technischen Daten und weiteren Bildern finden Sie in BOOTE-Ausgabe 08/2021 seit dem 14.07.2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Für Pierre-Yves Chanau ist der Leopard 53 Powercat ein Meilenstein. "Unsere ersten Motorboot-Katamarane vor knapp zehn Jahren waren einfach Segelboote ohne Mast. Später änderten wir zwar wesentlich mehr, gingen allerdings immer noch von den erfolgreichen Segelboot-Kata­maranen aus. Der 53 Powercat ist jetzt das erste reine Motorboot! Außer der typischen Leopard-Designsprache hat er nichts mit einem Segelboot gemeinsam", freut sich der Marketingchef Europa. Als Resultat der neuen Herangehensweise nennt Alex Simonis von Simonis-Voogd-Design – das Büro zeichnet für alle Leopard-Katamarane verantwortlich – drei augenfällige, motorbootspezifische Aspekte: den Steuerstand im Salon, die neuen, großen Motorräume sowie die Windschutzscheibe auf der Fly­bridge.

Leopard 53 Powercat

Leopard 53 Powercat

Der Steuerstand im Salon ist (im Gegensatz zu früheren Leopard-Powercats) komplett ausgestattet mit sämtlichen Bedieneinheiten und Anzeigen. Bei schlechtem Wetter kann der Skipper somit problemlos im geschützten und warmen Salon bleiben. Nur bei Manövern empfiehlt sich der Gang auf die Flybridge in jedem Fall: Die Übersicht hier oben ist doch bedeutend besser. Apropos: Der Steuerstand auf der Flybridge mit einer Sitzbank für Fahrer und Beifahrer ist genauso wie die zusätzliche Sitzbank auf der Backbordseite jetzt auch bei längeren Schlägen ein angenehm geschützter Ort – dank des Hardtops und der neuen Windschutzscheibe.

Angetrieben wird der Leopard 53 Power­cat von zwei Common-Rail-Motoren von Yanmar. Die beiden 8-Zylinder-Diesel brin- gen je 370 PS auf die Welle. Für eine stabile Fahrt sind etwa 3000 U/min nötig, das Boot erreicht dann eine Reisegeschwindigkeit von 15 Knoten. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei 22 Knoten (3800 U/min), für eine ökonomischere Fahrweise begnügt man sich mit rund 8,5 Knoten. Mit einem Tankinhalt von 1980 Litern ist nach Werftangaben eine Autonomie von 1241 Seemeilen bei Halblast möglich.

Leopard 53 Powercat

Leopard 53 Powercat

Gebaut werden alle Leopard-Katamarane in der südafrikanischen Werft Robertson & Caine. Die erfolgreiche Zusammenarbeit begann in den 1990er-Jahren, als das weltweit operierende Charterunternehmen Moorings eine Werft für seine neue Kat-Flotte suchte. Nach den guten Erfahrungen und um einem steigenden Kundenbedürfnis Rechnung zu tragen, wurde 2002 der erste Powercat lanciert. Der Erfolg gab den Verantwortlichen recht: So wurden beispielsweise vom 2014 lancierten Vorgängermodell, dem 51 Power­cat, mehr als 130 Einheiten produziert.

Leopard gehört zu Travelopia – genauso wie auch The Moorings und Sunsail. In den letzten Jahren wurden rund 50 Prozent aller Leopard-Katamarane an Private verkauft, die anderen wurden im Rahmen von Eignerprogrammen im Charter zum Einsatz gebracht. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, ist der Leopard 53 Powercat in zwei Versionen erhältlich: mit vier Kabinen und vier Nasszellen oder drei Kabinen und drei Nasszellen, wobei die Dreikabinenversion eine großzügige Eignersuite im Steuer­bordrumpf bietet. Beide Konfigurationen können mit einer Crewkabine ergänzt werden. Grundsätzlich bieten die Rümpfe dank ausgeprägten Chines viel Volumen in den Kabinen, und die durchlaufenden Fenster lassen reichlich Licht ins Innere.

Leopard 53 Powercat

Leopard 53 Powercat

Die Vorteile eines Katamarans kommen natürlich im Salon besonders zur Geltung: Manche 60-Fuß-Yacht bietet hier weniger Platz und Aussicht als der 53 Powercat. Zudem lässt die große Pantry mit ihrem direkten Zugang zum Cockpit eine Durchmischung der verschiedenen Rollen an Bord zu: Den Sundowner vorzubereiten und anschließend zu genießen geht, ohne dass jemand als Smutje abseits der Party schmo­ren müsste.

Noch mehr Informationen? Den Test des Leopard 53 Powercat mit technischen Daten und weiteren Bildern finden Sie in BOOTE-Ausgabe 08/2021 seit dem 14.07.2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Lori Schüpbach am 17.07.2021
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