North-Line 42 North-Line 42

Test: North-Line 42 Express Wheelhouse

Das Lotsenboot

Ralf Marquard am 02.05.2016

Im Wattenmeer vor Harlingen fuhren wir diese hochseetaugliche Motoryacht, auf der auch professionelle Seefahrer ihren Spaß haben dürften.

Fotostrecke: North-Line 42 im Test

Was für die Lotsen gut ist, kann für den Freizeitskipper nicht schlecht sein. So ähnlich muss der Leitspruch der verantwortlichen Konstrukteure bei North-Line gewesen sein, als sie ihre Serie auf Papier brachten. Denn nicht nur unser Testboot North-Line Express 42 zeigt den typischen Riss eines Lotsenbootes, sondern die vier Schwestern 34, 37, 48 und 60 Fuß ebenfalls.

Gebaut werden die Boote aus Polyesterharz und Glasfasermatten. Dass die Bootsbauer bei North-Line solide bauen, zeigt ein Blick aufs sauber verarbeitete Kunststoff und Holz.

Es gab jedoch auch Schwächen, wie die bereits gerissene Salontür, wackeliger Beifahrersitz und undichtes Seitenfenster. Alles Details, die auch die Werft erkannt hat und nacharbeiten will. Im Motorraum gefällt uns eine Ölablassleitung (Bb.-Motor), die am Fundament scheuert und schon sichtbare Blessuren hat, nicht. Kühlwasserschlauch-Halterungen aus scharfkantigem Lochband – nur mit etwas Schaumstoff gepolstert – sind ebenfalls keine dauerhafte Lösung.

Besser sind die Leitungsverlegung in den Kabelkanälen und die Hydraulikrohre (Steuerung) in Schellen. Zur Betriebssicherheit tragen Spritfilter mit Wasserabscheider, Schauglas und elektrischen Alarm genauso bei, wie die getrennten 24-V-Starter- und Bordstromkreise (400Ah) sowie die Hauptschalterrelais plus manuellen Schalter für den Notbetrieb. An einer Schaltzentrale  auf der Rückseite des Fahrstandes und an einem Touch-Screen-Display am Instrumentenbrett schaltet und überwacht man die Verbraucher.

Motor und Ruder bedient der Fahrer über eine elektronische Doppel-Einhebelschaltung (ungewohnt links platziert) und Holzsteuerrad.

Letzteres bedient man im Sitzen uneingeschränkt, bei der Fahrt im Stehen ist der Platz trotz ganz nach hinten geschobenen Sitz dagegen nur ausreichend. Meist fährt man jedoch sitzend, denn der pilotenähnliche Fahrersitz bietet allen Komfort. Der Beifahrer platziert sich auf einen weich gepolsterten Kombisitz, der entweder nach vorn zeigt oder mit elektrisch umklappbarer Lehne zum Salonsitzplatz wird.

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Ralf Marquard am 02.05.2016