Princess V 50 Princess V 50

Test: Princess V 50 Open

Bestens aufgelegt

Peter Lässig am 28.02.2019

Die britische Werft frischt ihre Modellreihe auf und präsentiert die 50-Fuß-Klasse im neuen Gewand. Im Blickpunkt: die V 50 Open

Princess zählt nicht nur auf der Britischen Insel zu den führenden Herstellern von Sportbooten – wenn deren größtes Modell, eine 40 Meter lange Yacht, noch als solches bezeichnet werden kann. Hinter den jeweiligen Modellen, die alle mit unterschiedlichen Buchstaben wie M, X, Y, F, S, V oder R bezeichnet werden, stecken auch jeweils unterschiedliche Konzepte.

Werfen wir einen Blick auf die V-Klasse, aus der auch unser Testboot stammt, reicht sie von 78 bis 40 und meint damit die jeweilige Länge in Fuß.

Die V-Klasse zählt zu den etwas sportlicheren Booten bei Princess. Da darf es unter Deck auch gern mal mehr Leistung im Motorraum sein, und es gibt sie zum Cockpit hin entweder mit offenem oder geschlossenem Hardtop. Damit es nicht zu Verwechselungen kommt, verpasst man den Booten ohne Glastürfront noch das Attribut "Open". Das bewahrheitet sich insbesondere bei offenem Schiebedach, wenn man auf den überaus bequemen Sitzgelegenheiten einen Drink genießt.

Das Testboot ist "Baunummer 2", das der Öffentlichkeit vorgestellt wird und ist, was die gesamte Verarbeitung außen und innen sowie alle technischen und elektrischen Installationen angeht, schlichtweg exzellent und beispielgebend verarbeitet. Nicht viel anders sieht es dort aus, wo Gäste oder der Eigner tagsüber oder in der Nacht logieren.

Unter Deck verfügt die Princess über einen Salon samt feinster Pantry sowie zwei sehr luxuriöse
Kabinen, die entweder mit eigenem Bad wie beim Eigner oder mit Zugang zum Tagesbad versehen sind.

Während unser Testboot Princess V 50 Open im ruhigen Wasser im Hafen von Port Adriano am Südwestzipfel von Mallorca liegt, sieht es "draußen" wild aus. Es scheint zwar die Sonne, doch lang anhaltender West- beziehungsweise Südwestwind sorgt für raue See.

Fünf Beaufort und Wellen bis eineinhalb Meter Höhe fordern Boot sowie Tester heraus. Aber davon lässt sich der V-Rumpf der Princess überhaupt nicht beeindrucken. Ob mit angepasster Fahrt oder beiden Hebeln auf dem Tisch, mit oder ohne ausgefahrenen Trimmklappen zieht der Rumpf in alle Richtungen durchs Wasser. Am komfortabelsten aber geht es mit Tempo 27 Knoten voran, da hier weder Boot noch Insassen strapaziert werden.

Die Messdaten der Werft weisen dieses Tempo auch als Marschfahrt aus, da hier die beiden IPS-600 bei 3300 U/min ihre jeweils 435 PS optimal umsetzen.

Eine Tankfüllung reicht dann theoretisch für eine Wegstrecke von 220 sm plus 15 % Reserve. Das erfüllt allerdings nicht unsere Forderung nach der Mindestreichweite und bedeutet, dass für große Distanzen immer auch Bunkerstationen mit einzuplanen sind. Dank des IPS fallen alle Fahrmanöver moderat aus, da Drehzahlen und Geschwindigkeit die Kurvendurchmesser bestimmen. Kurzum: Es handelt sich hier um einen sportlichen Familiencruiser, der macht was er soll – Spaß.

Oder wie der Marketingdirector Kiran Jay Haslam es ausdrückt: "Es ist sehr einfach etwas kompliziert aussehen zu lassen, es ist aber sehr kompliziert etwas einfach aussehen zu lassen. Wir stellen bis auf Elektronik, Elektrik oder Motoren alles selbst her und das ist es, was eine Princess zur Princess macht". Dem ist vonseiten des Redakteurs nichts mehr hinzuzufügen.   

Dieser Test erschien in BOOTE-Ausgabe 03/2019. 

Peter Lässig am 28.02.2019