Psea 40 Psea 40

Test: Psea 40

Augenschmaus

Ralf Marquard am 12.02.2018

Ein frisches Layout und Design macht sie zum Hingucker. Die moderne IPS-Antriebstechnik gibt ihr ein sicheres Manövrier- und Fahrverhalten

Auf 40–Fuß-Booten kann man schon reichlich Wohnraum und einige Kabinen unterbringen. Einen ganz anderen Weg geht in dieser Hinsicht Psea Yachts. Ihre Psea 40 hat „nur“ eine nobleSchlupfkabine“ (Stehhöhe 1,58 m) und integrierte Nasszelle mit einer lichten Höhe zwischen 1,60 bis 1,68 m. Ausnahme: Im Bereich des Duschwasserablaufes beträgt sie 1,82 m, vorher muss man allerdings im Fußboden eine Klappe hochheben.

Eine Besonderheit ist das große Fenster im Toilettendach, was den Raum ordentlich mit Licht durchflutet. Nachteil: Die Diskretion ist nicht besonders gewahrt, da man von oben durchschauen kann.

Fotostrecke: Psea 40

Das Highlight ist der Openair-Bereich mit zwei riesigen Sonnenliegen auf dem Achterschiff. Dazwischen hat der Konstrukteur einen Durchgang von der hydraulisch herausfahrbaren Badeplattform zum Cockpit gelassen.

Im Cockpit geht es dann durch die geteilte Sitzbank und heruntergeklappten Tischhälften (siehe Fotos) weiter zum Fahrstand. Als Fahrer und Beifahrerplatz gibt es eine Offshore-Bank, bei der sich die Sitzlehnen vorklappen lassen, um sich dann stehend gegenzulehnen.

Eine Fahrposition, die sich alleine schon wegen der besseren Sicht nach vorn anbietet, da besonders in der Übergangsphase der Bug oben steht (auch mit heruntergefahrenen Trimmklappen) und sitzende Fahrer zu einem langen Hals verleitet.

Das höhenverstellbare Lenkrad und die Doppelhebelschaltung lassen sich exakt und leichtgängig bedienen. Bei der Lenkung spürt man das besonders in schnellen Kurven und auf Slalomkursen. Hier eine IPS-Besonderheit: Je schneller man fährt, desto größer wird der gefahrene Radius, obwohl das Lenkrad immer auf gleichem Einschlag steht.

Diese Tatsache kommt wiederum der Sicherheit und dem Komfort zugute. Einen sofort erkennbaren Vorteil haben die IPS-Antriebe noch: Mit dem Joystick am Fahrstand lässt sich die Psea 40 wunderbar an- und ablegen.

Zurück zur Gleitfahrt: Laut Werft soll das Boot mit den beiden IPS 500 (350 PS) eine Höchstgeschwindigkeit von 38 kn erreichen, was wir auf unserem Testrevier, dem Makermeer, mit etwa 36 kn nicht ganz geschafft haben. Wer längere Strecken unterwegs sein will, macht das mit etwa 21 kn und kommt dann 200 sm weit, was in Anbetracht des Bootstyps auch völlig in Ordnung geht.

Die Lautstärke mit 75 db/A hält sich ebenfalls in Grenzen. Langsame Fahrt kann das Boot auch, hier sollte man 7 kn nicht überschreiten, damit die Heckwelle keine uferbedrohende Höhe annimmt. Kursstabilität? Wie an der Schnur gezogen!

Besonderheit bei der Ausstattung: Fender in "Leichtbauweise" das heißt, diese Ausführung ist mit abgelassener Luft auf ein Minimum faltbar und entfaltet sich erst richtig, wenn man sie mit einem Kompressor aufpumpt. Und solch einen "Luftpumpenauslass" findet man hinter dem Fahrersitz im Fußraum.  Zum Anhängen der Fender gibt es dann noch Spezialknöpfe auf beiden Seiten. Weitere Informationen unter www.Psea-Yachts.nl.          

In der März-Ausgabe haben wir außerdem für Sie getestet: ABIM-Classic 124, Bayliner VR5 Cuddy, Sea Ray SDX 250 und Jeanneau Prestige 460 Fly. Ab dem 21. Februar 2018 im Handel. Für Abonnenten natürlich schon eher.                       

BOOTE Titel 3/2018

Außerdem im Test: ABIM-Classic 124, Bayliner VR5 Cuddy, Sea Ray SDX 250 und Jeanneau Prestige 460 Fly, Reviere: Eriekanal (USA), Friaul-Julisch (Venetien), Skagerrak (Nordsee)

Ralf Marquard am 12.02.2018