Sacs Rebel 47 Sacs Rebel 47

Test: Sacs Rebel 47

Gut in Form gebracht

Ralf Marquard am 19.08.2019

Wer Rauwasser-Komfort mit Leidenschaft verbinden will, liegt bei diesem ganz speziellen Offshorer richtig

Wer schon einmal auf dem Maaker- beziehungsweise Ijsselmeer unterwegs war und dort Bekanntschaft mit den steilen und kurzen Wellen gemacht hat, der kann sich in etwa vorstellen, wie das Maakermeer an unserem Testtag bei Windstärken um 5 Bft. aufgewühlt war. Damit bei langen Strecken dennoch die Freude am Fahren erhalten bleibt, benötigt man ein Boot mit guten Rauwasserqualitäten.

Sacs Rebel 47

Und hier kommt unser Testboot, die Sacs Rebel 47, ins Spiel, denn sie hat nicht nur einen tiefen V-Rumpf, sondern auch noch mit Spezial-Schaum gefüllte Schläuche, die beim Eintauchen in die Welle genau im richtigen Moment den nötigen Auftrieb geben.

Damit aber nicht genug, spezielle Offshore-Sitze federn den Fahrer und zwei Co-Piloten weich ab. Das Beste dabei: Sie lassen sich in der Härte verstellen und damit auf das jeweilige Gewicht und den gewünschten Komfort anpassen.

Uns haben sie auf jeden Fall vollends überzeugt, denn bei etwa drei Stunden Fahrzeit, hatten wir keine Rückenprobleme und immer noch viel Vergnügen beim Überspringen der Wellen. 

Sacs Rebel 47

Mit der See sind wir teilweise bei Vollgas – was immerhin über 40 kn sind – gedonnert. In die entgegengesetzte Richtung geht es mit 30 kn ebenfalls noch recht locker zur Sache.
Eine Besonderheit ist der Antrieb: Möglich sind Außenborder, Z-Antrieb und die auf unserem Testboot installierten Surface Drives (Oberflächenantriebe). Die Power liefern zwei 550-PS-Diesel aus dem Hause Cummins.

Eindeutiges Merkmal des Oberflächenantriebs: der Schweif, auch Rooster Tail genannt, den die Rebel hinter sich herzieht. In der Beschleunigungsphase drehen die Propeller bis etwa 18 kn noch recht "luftig", bevor sie richtig Grip bekommen und das über zehn Tonnen schwere Boot dann voll in Fahrt bringen. Je schneller, desto höher müssen die Propeller Richtung Oberfläche getrimmt werden.

Dass die 1100-Diesel-PS ordentlich gefüttert werden müssen, sollte klar sein: Bei Marschfahrt um die 25 kn ergibt sich ein Verbrauch von 4,5 l/sm und dank der beiden 750-l-Tanks sind akzeptable 280 sm plus 15 % Reserve drin. Vollgaspiloten verbrauchen gut 5,2 l/sm, nach 243 sm sind dann aber beide Tanks bis auf die obligatorische Reserve geleert.


Schnelle Kreise lassen sich problemlos fahren, sie fallen allerdings recht groß aus. Der Vorteil zeigt sich insbesondere durch geringe Seitenkräfte, dabei gibt es weder ein Einhaken noch Wippen.

Slalomfahrt ist kaum möglich, da der Rumpf auf Ruderbewegungen recht träge reagiert. Damit das Hafenmanöver klappt, installiert die Werft Bug- und Heckstrahlruder, die besonders an windigen Tagen ein Plus an Sicherheit geben. Zwei elektronisch gesteuerte und damit vor allem leicht und exakt zu bedienende Einhebelschaltungen ermöglichen aber auch das direkte Umsteuern der Sacs Rebel 47 mit entgegengesetzt eingekuppelten Getrieben.


Über zwei große und gut ablesbare Monitore kann der Fahrer wichtige Informationen zu beispielsweise Standort oder Motoren erfahren. Für die Motorenüberwachung gibt es sprichwörtlich noch eine ganze Reihe an Rundinstrumenten.

Um an die Diesel zu gelangen, reicht ein Knopfdruck, und die Motorklappe hebt sich samt Liegewiese an. Zwischen den Motoren fällt der Platz zum Hantieren nicht gerade üppig aus, an den Seiten sieht es dagegen schon besser aus. Leitungen und Schläuche sind übersichtlich verlegt, und den Sprit reinigen Dieselfilter mit vorbildlichem E-Alarm.

Bis auf einige Silikonnähte und Lücken im Schutzanstrich überzeugt die Verarbeitung. Besonders nobel fallen dabei die hochglanzlackierten Einbauten unter Deck auf.


Insgesamt vier Personen können an Bord nächtigen. Zwei in der Doppelkoje (1,62 m x 2,04 m) im Bug und zwei in der Unterflurkoje (1,54 x 2,00 m). Eine Trennwand gibt es zwischen den Kabinen allerdings nicht. Anders die Nasszelle, sie ist mit einer Tür zum Rest getrennt. Hier findet man neben Toilette und Waschbecken auch eine Dusche. Am Klo schränkt eine tiefgezogen Kante den Komfort ein.

Super relaxen lässt es sich auf zwei Liegewiesen an Deck. Die vordere besitzt zwei längs ausgeformte Liegen, auf denen sich auch die Crew während der Fahrt wie in Abrahams Schoß fühlen kann. Zur Doppelliege im Heck schließt nach vorn eine Sitzecke mit Tisch an. Davor befindet sich die voll ausgerüstete Wetbar. Über dem vorderen Teil thront ein Hardtop mit Schiebedach, das die Sonne hereinlässt

Diesen Artikel lesen Sie in der August-Ausgabe 2018 von BOOTE.
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Ralf Marquard am 19.08.2019