Kurztest Sea Ray Kurztest Sea Ray

Test: Sea Ray 210 SBX

Lass dich überraschen

Peter Lässig am 02.03.2018

Sea Ray 210 SPXE: Trotz durchgehender Gleit­stufen zeigt sie einwandfreies Fahrverhalten – der Tester staunt!

Sea Ray USA feiert dieses Jahr den 58. Geburtstag, arbeitet aber stets daran, jung zu bleiben. Wie sonst sollte man auch das Feuerwerk an Mo­dellen zusammenfassen – 45 sind es ak­tuell, vom 19 Fuß langen Sportboot bis
zur 65 Fuß messenden Flybridge-Yacht.

Dazwischen ist auch die SPX-Serie angesiedelt, von denen wir die 210 SPXE mit Innenbordmotor fahren. SPX bezeichnet nach Werftaussage die besonders sport­lichen Boote, mit denen man mit der Familie Spaß auf dem Wasser haben kann, und E steht schlicht für Europa. Mit einem Gewicht von knapp über 1,5t (laut Pro­spekt) eignet sich die 210 auch gut als Trailerboot für Zugfahrzeuge, die je nach Trailer 2 bis 2,2 t anhängen dürfen.

Fotostrecke: Kurztest Sea Ray

Die 210 SPXE ist nicht nur für Europa vorgesehen, sie wird auch in Europa, sprich Polen, gebaut. Da ist Sea Ray nicht allein. Und das nimmt Einfluss auf die gesamte Verarbeitung. Der Kunststoff innen und außen kann sich sehen lassen, man blickt überwiegend auf abgerundete und versiegelte Schnittkanten.

Letztere sind auch an den wichtigen Stellen mit Kantenschutz versehen, weshalb die technischen und elektrischen Installationen gut abschneiden. Allerdings zeigen sich einzelne zu lange Schrauben im Motorraum, und der Einsteckmechanismus des Rückenpolsters am Cockpiteingang scheint nicht ausgereift.

Aufpassen muss man mit Kleinteilen in einzelnen Stauräumen, die durch Ritzen und Spalten fallen können. Positiv: die doppelschalige Bauweise in einigen Be­reichen und der Schutzanstrich innen. Unser Testboot ist ein Bowrider, verfügt also über zusätzliche Sitzgelegenheiten im Bug, und soll gemäß der Zertifizierung (CE C) Platz für zehn Personen bieten, was auch funktionieren kann.

Clever gemacht ist die Mechanik für den Beifahrersitz: Je nach Stellung der Rückenlehne kann ein Sitz für den Co, einer nach achtern oder eine Liegefläche der Cockpitsitzbank geschaffen werden. Haltegriffe sind im Boot strategisch platziert. Der Fahrer logiert auf einem angedeuteten Schalensitz, den man drehen und in Längsrichtung anpassen kann.

An die leicht nach achtern geneigte Sitzposition muss man sich gewöhnen, aber spätestens während der Fahrt lernt man sie schätzen – der Fahrtwind weht dann über den Kopf hinweg. In den Abdeckungen der Instrumente spiegelt sich die Umgebung wie der helle Untergrund in der Windschutzscheibe.

Zur Navigationsausstattung: Kompass nein, Echolot ja. Ansonsten keine Kritik am Fahrstand.

Die Preisliste weist nur einen Motor aus, den MerCruiser 4.5, der entweder 200 PS oder wie im Testboot 250 PS mittels Alpha-Z-Antrieb und 19"-Edelstahlpropeller in das Wasser abdrückt. Und die Kombination passt. Das Testboot fährt in lang­samer Fahrt vorwärts und rückwärts da hin, wo es hinsoll; Drehkreise durchmessen in beiden Fahrtrichtungen nicht mehr als anderthalb Bootslängen.

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Peter Lässig am 02.03.2018