SR 25 Yachtline SR 25 Yachtline

Test: SR 25 Yachtline

Ideenreich

Ralf Marquard am 21.10.2019

Öchsner-Boote aus Kürnach stellt ihr neuestes Modell vor: Das Kajütboot bietet ausgeklügelte Details und viel Platz – dank „Wide-Beam“

Wer die Firma Öchsner-Boote in Kürnach besucht, merkt ganz schnell, dass es sich um ein familiengeführtes Unternehmen handelt. Dazu gehören Senior Dieter Öchsner mit seiner Frau Rosi, Sohn und heutiger Geschäftsführer Florian, Tochter Carina und natürlich das Verkaufs- und Büroteam.  

Die bayrische Manufaktur arbeitet mit der Drago-Werft in Griechenland zusammen, zu deren Inhabern sich über die Jahre eine enge Freundschaft entwickelt hat. Die gute Zusammenarbeit spiegelt sich auch in der Produktpalette der Firma Öchsner wider, denn seit ein paar Jahren fertigen die Drago-Werke nicht nur die eigenen Produkte, sondern auch die von Dieter Öchsner entworfenen "Wide-Beam"-Rümpfe. Die kommen dann ins heimische Kürnach und werden in der eigenen Werkstatt zum endgültigen Boot vervollständigt.

Unser Testboot liegt im mittleren Segment der Wide-Beam-Palette. Neben der Rumpfform ist auch die einfache Trailerbarkeit der Boote ein wichtiges Thema.

Deshalb hat man bei der SR 25 Yachtline darauf Wert gelegt, dass sie mit einem 2500-kg-Trailer von Oberklasseautos, Suvs, Geländewagen und Kleintransportern gezogen werden kann. Damit man nicht noch lange suchen muss, bietet der Bootshändler gleich den passenden Trailer aus eigener Fertigung mit an. Wie man mit dem Gespann anschließend richtig und einfach slipt, erläutert uns der Junior-Chef Florian Öchsner an der Rampe auf Höhe der Mainfähre in Fahr.

Fahren und Manövrieren

Im Wasser zieht das Boot enge Wendekreise und zeigt in Rückwärtsfahrt direktes Umsteuerverhalten. In Kombination mit dem Bugstrahlruder lässt sich die SR 25 sicher und exakt manövrieren. Bei langsamen Geschwindigkeiten giert das Testboot gleitertypisch. Hier heißt es: pendeln lassen und nur ab und zu etwas korrigieren.

Schiebt man den Gashebel weiter nach vorn hebt sich der Bug ab etwa 2000 U/min an und senkt sich um 3000 U/min langsam wieder ab. In dieser Beschleunigungsphase bewegt sich der Bug für etwa zwei Sekunden mäßig ins Sichtfeld. Gute Gleitfahrt erreicht die Yachtline mit Volvo Pentas 240-PS-V6 um 3500 U/min, was auch gleichzeitig die wirtschaftlichste Gleitfahrt kennzeichnet.

Mit einer Tankladung sind theoretisch noch ausreichende 139 sm plus Reserve drin. Wer den Hebel dann zügig weiter nach vorn drückt, bekommt noch einen ordentlich Schub vom beschleunigungsfreudigen V6 zu spüren.

Schluss ist bei gut 37 kn, was für diese Art von Cruisern schon ein durchaus sportlicher Wert ist. Das Beste dabei: Der Fahrer muss sich um den Trimm keine Gedanken machen, denn das Boot ist mit dem sogenannten Activ Trimm ausgerüstet, das den Bootskörper mithilfe des Powertrimms immer in eine gute Lage bringt.

Wer eine schnelle und sehr enge Kurve fahren möchte, kommt mit einem ganz an den Spiegel getrimmten Antrieb besser zurecht, denn hochgetrimmt neigen die Doppelpropeller zum Luftschnappen. Auf Slalomkursen schwingt der Rumpf immer kontrollierbar über die Längsachse und beim Verreißen der Steuerung setzt der Rumpf spürbar ein.

Von Binnenschiffen erzeugte Wellen konnten das Testboot ebenfalls nicht beeindrucken. Damit der Fahrer immer alles gut unter Kontrolle und im Griff hat, installiert die Werft einen Sportsitz, von dem aus er das höhenverstellbare Sportlenkrad und die Einhebelschaltung gut erreicht.

Das Volvo-Penta-Glas-Cockpit liest man ebenfalls von dort uneingeschränkt ab. Jedoch gehört es, wie auch Trimm-Assistent, Kraftstoffvorfilter, Duoprop und elektrische Ankerwinsch zum Technikpaket "Easy To-Do", das knapp 9000 Euro Aufpreis kostet.

Als weiteres Paket bietet die Werft das "Luxus & Sun Paket" (5820 €), dazu gehören die hochwertige Musikanlage, Sonnenliegenpolster Vorschiff, Roof-Light-System (Beleuchtung Sonnendach), Schmutzwasserpumpe zum Entleeren des Fäkalientanks, automatische WC-Pumpe und die Seitenteile für das Multifunktionsdach.

Letzteres lässt sich in Längsrichtung verstellen und spendet somit dort Schatten, wo man ihn braucht. Gleiche Variabilität bieten die in mehreren Stufen veränderbare Heckbank sowie die Badeplattform, dessen Leiter man auch als Wassersitz oder kurze Gangway nutzen kann.

Als Tisch spendiert die Werft eine Steckausführung, die sich im Heckbereich verwenden lässt, oder auch als Erweiterung der Pantry-Einheit dient. Die entsteht, wenn man das Fahrersitzpolster entfernt und die Lehne nach vorn klappt.

Ausgerüstet ist die Kochecke mit kleinem Spülbecken, frei stehendem 1-Flammenkocher  und Kühlschrank in der Seitenwand (Fahrerfußraum). Unter Deck findet man eine Doppel- und eine kleine Mittelkoje. Die Polster besitzen eine gute Festigkeit, sind allerdings nicht unterlüftet. Für die Körperpflege steht eine Nasszelle zur Verfügung, die komplett ausgerüstet ist, jedoch keine Stehhöhe bietet.

Verarbeitung, Installationen und die Sicherheitsausrüstung zeigen durchweg einen hohen Standard. 

FAZIT

Die SR 25 Yachtline ist ein Sport-Cruiser, auf dem zwei Personen mit Kind Platz haben. Für Badetouren und Sonnenhungrige ist sie mit ihrer variablen Badeplattform, Sitzeinheit und Sonnendach ebenfalls gut geeignet. Das Boot ist gut verarbeitet und bietet ansprechende Fahr- und Manövriereigenschaften. 

 

Diesen Test lesen Sie in der Oktober-Ausgabe 2018 von BOOTE. Oder Sie laden sich das PDF zum Test weiter unten herunter. 

Ralf Marquard am 21.10.2019