Viper V 323 S Viper V 323 S

Test: Viper V 323 S

Schlangenlinie - Teil 4

Peter Lässig am 05.02.2019

Drinnen und Draußen

Das Boot betritt man entweder über die Reling auf die Seitendecks steigend oder von achtern über Badeplattform und Heckeingang an Steuerbord. Achtern dominiert die Hecksonnenliege auf dem Motorraumdeckel, mittig Cockpitbar mit Spüle und Kühlschrank und vorn Sitzbank, Tisch und Fahrstand. Über allem thront ein Geräteträger, der auch Teil des Verdecks ist. Nichts muss umgebaut werden, wenn jemand sitzen und sich sonnen will. Wem die Heckliege nicht reicht, kauft die Sonnenpolster für das Vordeck hinzu.

Hat man die Kunststoffschiebetür in den Wohnbereich hinter sich, begeistert das gelungene Ambiente. Die Materialanmutung erscheint hochwertig und nichts stört das Auge. Den Bugsektor der V 323 S schmückt eine große, V-förmige Sitzbank mit Tisch, die zur Liege gewandelt werden kann. Im Anschluss nach achtern gefällt an Backbord eine kompakte Pantry, die bis auf eine aktive Entlüftung nach draußen soweit komplett ist. Gegenüber betritt man einen WC-/Dusch-Raum mit Toilette mit angenehm empfundenem Raumangebot.

Unerwartet groß fällt die separate Unterflurkabine unter dem Cockpit aus. Hinter der Eingangstür variieren die Stehhöhen, ohne das Gefühl aufkommen zu lassen, eingeengt zu sein, insbesondere nicht, wenn man an Backbord auf der kleinen Bank sitzt. Durchdacht: In der über die gesamte Bootsbreite reichenden Kabine lassen sich beide Einzelkojen mittels Einlegebrettern und Polstern zu einer großen Liege im Kingsize-Format wandeln. Was fehlt, sind Unterlüftungen. Dass man auch genug Stauraum und Ablagen unter Deck vorfindet, gehört zum Konzept der V 323 S, da ist jeder vorhandene Raum optimal genutzt.

Ausrüstung

Europe Marine stattet die Viper V 323 S reichhaltig aus, da zählt Notwendiges wie zum Beispiel Cockpitplane, Echolot und Kompass genauso zur Serienausstattung wie die elektrische Ankerwinsch mit Bugbeschlag. Auch an Belegklampen und Zugösen besteht kein Mangel. Dafür bei der Navigationsbeleuchtung, wo der Monteur statt BSH-zertifizierte Lampen, internationale montierte, was wir abwerten. Mehr Zubehör, mit dem das Boot individuell gestaltet werden kann, findet der zukünftige Eigner auf der Extraliste. Wem das alles vertraut vorkommt, der erinnert sich vielleicht an den BOOTE-Test des Vorgängermodells Viper 303 im August-Heft aus dem Jahr 2011.

FAZIT

Die Viper 323 S ist ein Kajütboot mit dem man entspannt reisen oder auch nur mal so cruisen kann. Sie sieht gut aus, hat das gewisse Flair, zeigt eine gute Verarbeitung und fachmännische Installationen. Sie ist eine würdevolle Nachfolgerin der 303.

Dieser Test erschien in BOOTE-Ausgabe 02/2018

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Peter Lässig am 05.02.2019