350-PS-Außenborder 350-PS-Außenborder

Vergleich: 350 PS Außenborder

Kampf der Giganten - Teil 2

Sebastian Gollasch am 31.12.2017

Bei Mercury optimiert der überarbeitete, jetzt wassergekühlte Kompressor die Zwangs­beatmung der sechs Zylinder. So kommt der Verado mit deutlich weniger Hubraum aus. Um die vorverdichtete Luft weiter abzukühlen, verfügt er zudem über einen Wasserladeluftkühler, der wie der restliche Motor über die Einkreiskühlung arbeitet. Um Salz- und Korrosionsablagerungen im Kühlsystem zu ver­hindern, ist beim Verado das Motorinnere beschichtet. Yamaha setzt nach wie vor auf Opfer­anoden in den Abgaskrümmern als Korrosionsschutz für den Aluminiummotor.

Lenkung und Schaltung

Eine Besonderheit des Verado ist die elektrohydraulische Servolenkung. Sie besteht aus einer elektronischen Steuerradeinheit, einer Servopumpe und einem im Bracket integrierten hydraulischen Lenk­zylinder. Vorteil dieses Systems (drive by wire 2.0): Bei der Installation zwischen Steuerstand und Heck müssen nur Kabel verlegt werden; zudem kann man bei einer Doppelmotorisierung unter Verwendung der ab Werft verbauten Komponenten verhältnismäßig einfach ein Joy­sticksystem nachrüsten.

Im serienmäßigen Lieferumfang des Yamaha F350 ist keine Lenkung enthalten; am besten greift man auf eine servounterstützte Hydrauliklenkung aus dem Zubehörkatalog zurück. Von Vorteil ist hier, dass man bei einem Motorwechsel wegen Defekt oder Leistungssteigerung die vorhandene Lenkung übernehmen kann (bis auf das System der Verado-Modelle). Eine elektronische Schaltung samt Motordisplay gehört sowohl bei Mercury als auch bei Yamaha zum Standard. Beide sind ergonomisch und gut zu bedienen. Auf den Monitoren werden alle relevanten Motordaten angezeigt; das Display lässt sich außerdem konfigurieren.

Servicefreundlichkeit

Am häufigsten dürfte bei einem Viertakter der Motorölstand geprüft werden. Entsprechend sollte man die Haube auch auf dem Wasser bequem vom Heck oder der Badeplattform aus abnehmen können, um an den Peilstab und gegebenenfalls den Öl­einfülldeckel zu gelangen. Die zweigeteilte Haube des Mercury lässt sich dank der Zentralverriegelung unkompliziert ab­nehmen. Der Peilstab ist ebenfalls recht gut zu erreichen. Die Position des Öleinfülldeckels fällt beim Yamaha F350 allerdings skipperfreundlicher aus. Die drei­fache Verriegelung der Haube dagegen macht das Abnehmen recht umständlich.

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Sebastian Gollasch am 31.12.2017