350-PS-Außenborder 350-PS-Außenborder

Vergleich: 350 PS Außenborder

Kampf der Giganten - Teil 3

Sebastian Gollasch am 31.12.2017

Montage und Propellerwahl

Damit die Motorenhersteller sicherstellen können, dass ihr Motor so gut wie möglich auf das Testboot abgestimmt ist, laden wir bei jedem Test die Techniker der Hersteller ein. Sie legen die Anbauhöhe fest und entscheiden, welche Propeller verwendet werden sollen. Sowohl Mercury als auch Yamaha haben sich für die tiefste Position entschieden.

Beim Propeller für den F350 fiel die Wahl auf ein Vier-Blatt-Edel­stahlmodell der Saltwater-XL-Serie (Abmessungen: 15 3/8" x 22"). Damit lag die Volllastdrehzahl am oberen Ende des werks­seitig empohlenen Bereichs (5000 bis 6000 U/min). Der Mercury-Techniker montierte einen Revolution-4-Edelstahlpropeller, ebenfalls mit vier Blättern (14 5/8" x 21"). Wir erreichten bei Volllast mit der Testbeladung von zwei Personen plus 260 l Kraftstoff die untere Grenze des Sollbereichs (5800 bis 6400 U/min).

Messdaten

Die Ergebnisse unseres Außenbordertests zeigen, wie sparsam und geräuscharm die beiden Mo­toren wirklich sind. Der Mercury kann beim Verbrauch besonders im langsamen Bereich (10 km/h und 20 km/h) den Vorteil des geringen Hubraums ausspielen. Der Yamaha mit seinen acht Zylindern und 5,3 l Hubraum hat hier das Nachsehen. In Zahlen ausgedrückt: Beim F350 kommt man bei 10 km/h mit einer vollen Tankfüllung 464 km weit, bei Tempo 20 km/h sind 201 km Reichweite drin. Mit dem Mercury legt man bei den gleichen Geschwindigkeiten 541 km beziehungsweise 210 km zurück, bis der Tank leer ist. Im Bereich ab 30 km/h bis hin zum Topspeed erweist sich dann der Yamaha durchgehend als sparsamer – je nach Tempo um 2 bis 11 %.

Was die Geräuschentwicklung angeht, so schneidet der Mercury Verado besser ab. Er läuft fast über alle Messbereiche ent­weder leiser oder maximal gleich laut wie der Konkurrent aus Japan. Bei der erzielten Höchst­geschwindigkeit und der Spritzigkeit sichert sich dagegen der V8 von Yamaha weitere Punkte. Mit einem ge­messenen Top­speed von 94,3 km/h war er ganze 3,2 km/h schneller, und bei der Beschleunigung aus dem Stand auf 40 km/h, 50 km/h und 70 km/h konnte er sowohl die erste wie auch die dritte Wertung deutlich für sich entscheiden. Im Sprint von 0 auf 50 km/h lagen beide Motoren fast gleichauf.

Fazit

Der Mercury Verado 350 stellt sich bei unserem Außenbordervergleich als leiserer und günstigerer Vertreter von beiden getesteten Motoren heraus. Durch Haube und Lenksystem gibt er sich bedienerfreundlich, und bei niedri­geren Geschwindigkeiten ist er darüber hinaus sparsamer unterwegs. Im mittleren und hohen Geschwindig­keits­bereich wiederum liegt der Yamaha F350 in Sachen Spritverbrauch durchgehend besser im Rennen, dafür muss man bei ihm eine etwas hö­here Lautstärke in Kauf nehmen. Für den Japaner spricht darüber hinaus eine schnellere Beschleunigung aus dem Stand auf 40 km/h und 70 km/h. 

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Sebastian Gollasch am 31.12.2017