Hacker Craft Sterling Hacker Craft Sterling
Neue Boote

Hacker 26 Sterling

Christian Tiedt / Hacker Boat Company am 29.03.2011

Hacker Craft gehört zu den Legenden des Motorbootbaus. Für ein neues Runabout hat die Werft jetzt Ideen ihres Gründers umgesetzt – aus dem Jahr 1938.

Hacker Craft Sterling

Hacker Craft Sterling

Vor einigen Jahren sichtete Lynn Wagemann, President der Hacker Boat Company, einige alte Entwürfe aus dem umfangreichen Archiv des Unternehmens. Dabei viel sein Blick auf einige Notizen, die John Hacker in seiner unverwechselbaren Handschrift auf den Rand eines Skizzenblattes gekritzelt hatte: Es ging um ein Runabout mit völlig neuem Stil. Hatte Hacker vielleicht vor gehabt, das neue Boot für die kommenden Vierzigerjahre zu entwerfen?

Die Pläne gerieten jedoch schnell wieder in Vergessenheit: Im Sommer 1939 bekam Hacker nämlich ein Telegramm von George Whittle, der damals einer der reichsten Männer der Welt war. In der Folge wandte sich Hacker mit seiner ganzen Energie diesem Auftrag zu, der nicht weniger verlangte, als das außergewöhnlichste Boot in den USA zu bauen. Hacker lieferte sein Meisterwerk ab – die knapp 17 m lange Commuteryacht „Thunderbird“.

Im Winter 2007 rief Wagemann dann sein Design- und Entwicklungsteam zusammen und verkündete seine Absicht, Hackers nie realisiertes Runabout doch noch zu bauen. Das Projekt bekam die Nummer 408 – abgeleitet von dem Monat, in dem es schließlich begonne wurde: dem April 2008.

Das Ziel war, ein formvollendetes Boot im selbstbewussten und glanzvollen Stil der Vierzigerjahre zu bauen. Runabouts dieser Zeit folgten nicht mehr so strikten Linien wie noch in den Dreißigerjahren. Buntere Farben, der charakteristische „barrel back“ mit dem nach innen gewölbten Heck, größere Breite, geschwungene Linien und ein Hauch Art Déco hielten damals Einzug.

Die neue 26-Fuß-Sterling, die ihr Debüt im vergangenen Jahr auf der Palm Beach Boat Show feierte, war das Ergebnis dieser Überlegungen. Der Modellname soll an die Sterling Engine Company erinnern, deren Motoren in vielen frühen Runabouts von Hacker eingebaut waren – wie etwa in dem Gold Cup-Racer „Buffalo Enquirer“ von 1914. In Europa wird das Boot dagegen unter der Bezeichnung „Au Revoir“ vermarktet, auch das eine Reminiszenz an vergangenen Zeiten: Hackers erstes Serienboot aus dem Jahr 1903 trug ebenfalls diesen Namen.

210 Tage und über 2000 Arbeitsstunden stecken in dem außergewöhnlichen Prototyp der Sterling, 22.750 Klammern, Schrauben und Bolzen aus Stahl halten seinen Mahagonirumpf zusammen. 16 Schichten Lack wurden mit dem Dachshaarpinsel aufgetragen, um dem neuen Boot ein wirklich glänzendes Äußeres zu geben. Für den  Antrieb sorgt ein 2010er Crusader mit 5,7 l Hubraum und kraftvollen 330 PS. Entsprechend flink und wendig hat sich die Sterling bei ihren ersten Testfahrten präsentiert.

Christian Tiedt / Hacker Boat Company am 29.03.2011