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Neuheit: Prestige 630

Nach Art des Hauses

Peter Lässig am 29.12.2016

Wenn’s von allem gern auch etwas mehr sein darf, lohnt ein Blick auf und in das neueste Modell von Jeanneaus Yacht-Division-Baureihe

Jeanneau, wo nebeneinander Segel- und Motorboote vom Band laufen, steht in der Rangliste der europäischen Boots- und Yachtwerften ganz oben. Nimmt man allein die Motorboote, stehen unter dem Strich 30 (!) verschiedene Modelle zur Wahl. Wer hoch hinauswill, sprich: ein großes Boot mit Noblesse und ansprechendem Image sucht, wird bei Prestige, der Luxus­abteilung von Jeanneau, fündig. In der Klasse von 42 bis 75 Fuß (12,80 bis 22,86 m) haben potenzielle Käufer in den Baureihen Yacht Division, Flybridge und Coupé Line viele Optionen.
Vorausgesetzt, sie haben ein gut gefülltes Portemonnaie dabei. Die Yacht Division hat seit dem Cannes Yachting Festival im September 2016 Nachwuchs bekommen. Im Klartext: Sie ist mit der Prestige 630 nach unten erweitert worden. Auf und in der Prestige 630 spürt man wie bei ihren großen Schwestern in jeder Ecke die Handschrift des italienischen Designerbüros Garroni. Die  630 gefällt mit klarer Linienführung und einer eleganten Inneneinrichtung. An Platz wird nicht gespart, weder im Salon noch in den drei Kabinen, weder in der Eignersuite noch in den separaten Bädern oder auf der Flybridge im XXL-Format. Summa summarum Komfort auf allen Ebenen.
Der Rumpf wird – technisch auf dem Stand der Zeit – im Vakuum-Infusionsverfahren hergestellt. Das spart Gewicht und hat den Vorteil, dass man mit weniger Motorleistung bessere Ergebnisse einfährt, wobei 1450 PS alles andere als wenig sind. Hinzu kommt, dass die Leistung der beiden Volvo-Penta-Diesel von ihren Podantrieben – besser bekannt als IPS (Inboard Performance System) – optimal in Schub umgesetzt wird. Mit dem IPS lässt sich die Prestige 630 in lang­samer Fahrt per Joystick in jede Richtung manövrieren; so werden An- und Ablegemanöver selbst bei Strömung und Seitenwind zum reinen Vergnügen. Damit der Wellenschlag im viel zitierten Rahmen bleibt, lässt man die Motoren bei 8 kn Fahrt nicht höher als 1400 U/min drehen. Dabei kann der Skipper mit einer Reichweite von 680 sm planen. Plus Reserve! In Gleitfahrt ist man im Tempo von 19 kn am wirtschaftlichsten unterwegs und kommt mit einer Tankfüllung (2700 l) 250 sm weit. Im Volllastbereich zeigt der Geschwindigkeitsmesser knapp 28 kn an. Die Krux ist nur, dass der Spaß am schnellen Gleiten dann bereits nach knapp 220 sm an der Bunkerstation endet. Mit der eisernen Reserve geht es noch ein kleines Stück (30 sm) weiter.


Werft                      Jeanneau/Frankreich
Typ                         Prestige 630
CE-Kategorie        B
Länge über alles   19,02 m
Breite                     5,15 m
Gewicht                 23,8 t

Peter Lässig am 29.12.2016
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