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Die Haut fürs Boot

Thomas Bock am 31.01.2009

Seit Jahren suchen Wissenschaftler nach dauerhaften umweltfreundlichen Produkten, die gifthaltige Unterwasseranstriche ersetzen können. Nun sind die ersten silikonhaltigen Beschichtungen auf dem Markt. Eine Übersicht.

Angesichts hoher Kraftstoffpreise und stetig wachsender Nebenkosten schauen wir Bootsleute ja bekanntlich besonders genau hin, wenn Hersteller angeblich langlebige und kostensenkende Produkte auf den Markt bringen.

Zu dieser Kategorie zählen zum Beispiel die neuen Rumpfbeschichtungen auf Silikonbasis. Anstelle von alljährlich neu aufgetragenem Antifouling sollen sie das Unterwasserschiff über mehrere Jahre vor Anhaftungen schützen.

Auf den Bootsmessen machte deshalb der Begriff von der „Haifischhaut“ die Runde, und überall stachen dem Besucher blaue Etiketten ins Auge, die einen Hai mit Bootsrumpf als Unterleib zeigten. Haifischhaut ist eine dieser neuen Silikonbeschichtungen und laut Hersteller Vosschemie eine effektive, biozidfreie Alternative zum klassischen Gift Antifouling.

Bisher beruhte die Wirkung eines Unterwasseranstrichs auf dem Abbau von darin enthaltenen giftigen Stoffen. Die meist auf Kupfer und Zinn basierenden Gifte wurden in die Umgebung freigesetzt und dadurch Bewuchsorganismen wie Algen und Seepocken abgeschreckt oder abgetötet.

Durch die stetige Abgabe der Gifte ist die Lebensdauer des Antifoulings begrenzt, und auch die Wirksamkeit lässt mit der Zeit nach. Ein Grund, warum klassisches Antifouling bei Sportbooten regelmäßig neu aufgetragen werden muss – und ein Job, der im kalten Winterlager keinen Spaß macht, viel Zeit in Anspruch nimmt und obendrein ein gehöriges Loch in der ohnehin schon klammen Bordkasse hinterlässt.

Doch ohne Bewuchsschutz am Rumpf geht es nicht. An diesem Punkt setzt die neue Beschichtungstechnologie an.

Thomas Bock am 31.01.2009