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Farbe bekennen

Thomas Bock am 31.10.2008

"Welcher Lack ist der Richtige?? Worauf muss ich eigentlich achten!?" Jedesmal aufs Neue stellt sich dem Bootseigner die eine oder andere heikle Frage. Wir helfen weiter.

Wenn es um Farbe fürs Boot geht, wird es heikel. Bei Anstrichen, Lackarbeiten und natürlich bei der Wahl des Herstellers verfolgt jeder Bootsbesitzer seine eigene Philosophie. In manchen Vereinen bilden sich sogar Farb-Lager. Die einen schwören auf die Firma xy, während die Skipper von Steg 3 ausschließlich Produkte der Konkurrenz verarbeiten – und na klar, jeder erzielt optimale Ergebnisse.

Auch wenn die Lack-Fraktionen im Hafen sich manchmal nicht ganz grün sind, ihr Hauptansinnen ist immer das gleiche. Farbe muss ans Boot! Das schützt und verschönert den schwimmenden Untersatz und streichelt obendrein noch die Seele des Eigners.

In der Tat soll Yachtfarbe sich aufopfern, um die Grundsubstanz des Bootes zu erhalten. Nur deshalb wird der Aufbau regelmäßig farbig gemalt, das Unterwasserschiff mit Antifouling bestrichen und die Holzflächen mit Klarlack behandelt.

Der Hauptfeind im Überwasserbereich ist die UV-Strahlung. Sie greift ungeschützte Flächen an und sorgt innerhalb von kürzester Zeit für sichtbaren Verfall. Ein Grund, warum die meisten für den Überwasserbereich des Bootes vorgesehenen Farben mit UV-Blockern ausgerüstet sind. Ähnlich wie bei Sonnencreme, sollen sie die schädliche Strahlung aus dem All abhalten.

Auch unter Wasser führen Sportbooteigner einen ständigen Kampf gegen die Natur. Dank des Klimawandels und steigender Wassertemperaturen lauern in unseren Gewässern inzwischen über 5000 verschiedene Lebensarten, die nichts anderes im Sinne haben, als sich an Rümpfen festzusetzen, um dort Kolonien zu bilden.

Was dagegen zu tun ist, weiß jeder Bootsbesitzer. Giftfarbe muss her, die Muscheln, Pocken und Algen den Appetit verdirbt. Doch die Liste der Anti-Bewuchs-Wirkstoffe, die dem Antifouling beigemengt werden dürfen, wird dank EU-Richtlinien täglich kürzer. Hieß die Wunderwaffe vor rund 20 Jahren noch Tributylzinnhydrid, kurz TBT, darf heute nur noch Kupfer als Giftstoff verwendet werden. Sicherlich ist das gestiegene Umweltbewusstsein zu begrüßen, doch damit einher geht auch eine stetig steigende Zahl von „Wunderheilern“, die beispielsweise durch Kräutersubstanzen oder „Materialien aus der Raumfahrt“ den Rumpf vor Bewuchs schützen wollen.

Thomas Bock am 31.10.2008