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Glückselig fluchend

Andrea Hösch am 29.02.2008

Zuerst fing alles ganz einfach an. Gemeinsam mit 50 anderen Anwärtern übte ich Knoten, erfahre, was Luv oder Lee ist und habe das Gefühl, mich gar nicht so doof anzustellen. Mein Erfahrungsbericht - Im Turbotempo zum Sportbootführerschein See.

Was Polens Hauptstadt mit Boot fahren zu tun hat? Für ein Greenhorn wie mich ein völliges Rätsel. „Warschau!“ – dass sich dahinter die Kurzform von wahrnehmen und schauenverbirgt, ist nur die erste Überraschung. Wie viele noch folgen werden, ahne ich am Vorabend der Eröffnung der hanseboot noch nicht.

Okay, denke ich, ein Wochenende kannst du ja investieren für den Sportbootführerschein See. Erstens lernst du mal wieder was. Zweitens weiß man nie, wofür man den Schein eines Tages vielleicht brauchen kann. Und drittens lockt mich mein Freund, stolzer Miteigner eines Motorboots, mit der Einladung zu diesem Crash-Kurs. Also los.

Gut gelaunt laufe ich mit 50 anderen Anwärtern Ende Oktoberin einer der neuen Hallen der Hamburg Messe ein. Schonin der Vorstellungsrunde stelle ich fest, dass ich eine der wenigen bin, die völlig blank sind. Alle anderen haben entweder schon den Binnenschein oder sind begeisterte Segler. Mein Erfahrungsschatz beschränkt sich dagegen aufs Mitfahren. Gut, einmal hatte ich das Steuer in der Hand, aber geradeaus fahren kann schließlich jeder. Luv oder Lee hab ich schon mal gehört, aber kann sie so wenig zuordnen wie Back- und Steuerbord. Aber Klaas, unser Theorie-Trainer von der Bootsschule Käpt’n Prüsse, macht mir Mut. Ihm gelingt es, Navigation, Wetterkunde, Vorschriften, Regeln so zu erklären, dass wir sie verstehen. Immer wieder lässt er Tonnen, Peilungskompass oder Gezeitentabellen von Tisch zu Tisch wandern.

Zwischendurch, zur Auflockerung, lernen wir Knoten. Ich bin konzentriert, komme gut mit und freue mich über die Stimulanz der Gehirnzellen. Beim Besuch beim BOOTE-Standertappe ich mich,dass ich – ohne es zu ahnen – überheblichwerde. Schaff ich locker, hör ich mich noch am Sonntag inder Mittagspause sagen. Doch noch am gleichen Tag, kurz vor Seminarschluss, kommt der Schock: So Leute, sagt Klaas, jetzt hab ich euch alles erklärt, was ihr verstehen müsst, den Rest müsst ihr büffeln. 600 Fragen. 20 Bögen à 30 Fragen.

Andrea Hösch am 29.02.2008