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Ratgeber: Gebrauchtboot-Kauf

Die besten Tipps für den Kauf eines Gebrauchtbootes

Ralf Marquard am 16.02.2016

▸ Bootssuche ▸ Besichtigung ▸ Probefahrt ▸ Material ▸ Zubehör ▸ Motor ▸ Antrieb ▸ Elektrik ▸ Tank ▸ Recht ▸ Kaufvertrag ▸ Checklisten

Was soll das Boot können?


▸ Wie viele Personen möchten mitfahren?
▸ Will ich an Bord übernachten, oder will ich nur zum Baden rausfahren?
▸ Wo liegt das Fahrgebiet?
▸ Möchte man unterschiedliche Reviere bereisen?
▸ Muss das Boot gut trailerbar sein?

Fällt die Wahl auf ein trailerbares Boot, muss man besonders auf das Gewicht achten. Das heißt, sind Boot und Anhänger zusammen schwerer als 2 t, geht ohne starken Schlepper (Geländewagen, Kleinlaster) nichts mehr. Bei Überbreite (mehr als 2,55 m) hilft eine Sondergenehmigung. Eine solche brauchen offene Sportboote, die sich bestens für Ausflüge, Wasserskilaufen, Bade- und Angeltouren auf Binnenrevieren und in Küstennähe eignen, sicher nicht.

Auch wenn sie "Daycruiser" heißen, können auf ihren „überdachten Kollegen“ zwei Personen übernachten, wobei der Komfort jedoch eher bescheiden ist. Den findet man auf kleinen Kajütbooten mit Mini-Pantry und Toilette schon eher. Stehhöhe, die in der Regel erst ab 7 m Bootslänge zu haben ist, bietet dieser Bootstyp aber meist noch nicht.

Spätestens ab 7 m Länge gibt es neben den sportlichen Gleitern auch eine große Auswahl an Verdrängern und Halbgleitern. Wer überwiegend auf Kanälen und Seen unterwegs sein wird, ist mit einem gemütlichen Verdränger besser bedient. Warum? Weil Gleiter in langsamer Fahrt meist nicht annähernd so kursstabil fahren, wie Verdränger. Auf Flüssen sieht es wiederum anders aus. Durch die starke Strömung haben Verdränger mit kleinen Motoren und geringen Rumfgeschwindigkeiten Probleme gegenan zu kommen. Halbgleiter und Gleiter haben es da wesentlich leichter. Auf See findet man alle drei Bootstypen, wobei Halbgleiter und Gleiter den Vorteil haben, dass sie schlechtem Wetter schneller ausweichen können. Wird es aber erstmal richtig rau, ist es mit der Gleitfahrt jedoch schnell vorbei. 

Vor- und Nachteile

+ Ein gebrauchtes Boot ist günstiger als ein Neuboot. Dementsprechend kann es eine Nummer größer ausfallen.
+ Es gibt keine Lieferfristen, der neue Eigner übernimmt das Boot in der Regel sofort nach dem Zahlungseingang.
+ Häufig sind die Boote schon gut ausgerüstet, und auch der begehrte Liegeplatz kann unter Umständen zum Gebrauchtboot gehören.
- Ein Neuboot kann man sich von Anfang an, zumindest zum Teil, gemäß den eigenen Vorstellungen ausbauen und ausrüsten lassen.
- Mängel an Neubooten muss der Händler beseitigen. Beim Gebrauchtkauf von einer Privatperson liegt das gesamte Risiko beim Käufer.
- Das Gefühl, der Erste zu sein, der mit dem neuen Boot eine Reise unternimmt, ist für einige Eigner sehr wichtig.

Suchen und Finden

Der einfachste Weg, ein Boot zu finden: Man liest die Kleinanzeigen in unserem BOOTE-Magazin. Dort werden
große und kleine Boote angeboten. Das gilt auch für unsere Mitbewerber. Reine Anzeigenblätter, die an jedem gut sortierten Kiosk angeboten werden, gibt es noch, aber sie werden weniger (wandern ins Internet ab). In Ihrer Tageszeitung oder Wochenblättern finden Sie in der Regel im Flohmarkt oder Kleinanzeigenmarkt manchmal auch Boote. 

Wer Bootshändler in seiner Nähe hat, kann sich vor Ort über das mehr oder weniger große Angebot schlau machen. Häufig gehören die dort ausgestellten Boote nicht dem Händler, sondern werden im Auftrag verkauft. Auch der Besuch in Yachthäfen kann zum Erfolg führen, denn hier hängen zum Teil "Sale"-Schilder hinter den Bootsscheiben, oder es gibt ein Schwarzes Brett.

Echte Profis in Sachen Gebrauchtboote sind Yachtbroker. Wer ein Boot sucht, bekommt dort kostenlosen Service.
Auch auf Bootsmessen findet man nicht nur Neuboote, sondern auch Gebrauchte. Viele Händler und Makler stellen hier ihre Schwarzen Bretter auf, an denen jede Menge Angebote hängen.

Reine Gebrauchtbootmessen sind in Deutschland echte Seltenheiten. Eine der größten auch Gebrauchtboote anbietenden Messen (eine Extra-Halle) ist die Boat & Fun in Berlin. Weitere kleinere "Märkte für Gebrauchte" liegen in Händlerhand. Diese veranstalten im Frühjahr und Herbst die immer beliebter werdenden Hausmessen, auf denen man Neu- und Gebrauchtboote besichtigen und natürlich auch kaufen kann. Messetermine für's ganze Jahr finden Sie hier.

Richtige Schnäppchen sind gelegentlich beim Internet-Auktionshaus eBay zu machen. Dort kann man sich sein Traumboot von Händlern und Privatanbietern per Mausklick ersteigern, sollte aber bedenken, dass die Abgabe eines Gebots bindend ist. Deshalb am besten vorher alle Fragen per E-Mail, Telefon oder durch eine Besichtigung klären. Wer erst kurz vor Ablauf der Auktion bietet, kann so vermeiden, dass der Preis schon im Vorhinein in ungewollte Höhen schnellt. 

Immer wichtiger wird für Käufer und Verkäufer das Internet. So finden Sie auch unter der Rubrik "Markt", Menüpunkt "Boot suchen", eine Auswahl. 
Weitere Bootsbörsen finden Sie im Internet unter:
www.best-boats24.net
www.boats.com
www.boat24.com
www.boot24.com
www.boote-zu-verkaufen.de 
www.bootsmeile.de
www.bootentekoop.nl
www.gebrauchtboote.de
www.scanboat.com
www.yachtfocus.com

Das komplette Gebrauchtboot-Journal mit den Themen: Besichtigung, Probefahrt, Korrosion, Holzbooten, Kunststoffbooten, Motoren, Antriebe, Steueranlagen, Elektrik, Seeventile, Tank- und Gasanlage, nützlichem Zubehör, Steuertipps, Bootskauf im Ausland, Checklisten und einem Gebrauchtkaufbootvertrag finden Sie in der aktuellen März-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 24. Februar am Kiosk gibt.
 

Ralf Marquard am 16.02.2016