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Werkstatt

Fest im Griff

BOOTE-Redaktion am 26.05.2020

Handlauf und Reling: In Teil 2 unserer Bastelboot-Serie zeigen wir, wie und wo die aus Edelstahl gefertigten „Haltestellen“ perfekt montiert werden

Bewegungssicherheit wird nicht nur bei den BOOTE-Testern großgeschrieben.

Eine rutschfeste Anti-Slip-Struktur auf dem Boden und stabile, gut platzierte Handläufe sind für ein offenes Boot wie die Pegazus 450 ein Muss. Wer hier als Bootshersteller spart oder schlampig arbeitet, gerät schnell in die Kritik der Prüfer. Völlig zu Recht, oder? Folgerichtig hat sich Werk-Chef Manfred Welkamer bei der Ausstattung unserer Pegazus für das vierteilige Reling-Paket entschieden und dafür noch einmal 426 Euro investiert.

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In dem angelieferten Paket steckt jede Menge erstklassig verarbeiteter Edelstahl. Soll heißen, Bug- und Heckreling in doppelter Ausführung (links und rechts) und alle für die Montage erforderlichen Schrauben und Scheiben. Das notwendige Werkzeug wie Zollstock, Bleistift, Bohrmaschine, 13er-Ringschlüssel, einen Satz HSS-Bohrer, Dichtungsmasse, Verdünner und ein paar trockene Tücher muss der Schrauber selbst mitbringen.

Im ersten Schritt müssen die in der vorbildlichen Montageanleitung angegebenen Maße auf das Boot übertragen werden. Demnach soll die erste Seitenstütze der Bugreling exakt 325 mm hinter der Abschlusskante des Vordecks stehen. Zu zweit wird die Reling jetzt in die vorgeschriebene Position gebracht, passt alles, werden dann die "Standpunkte" der drei Stützen mit Bleistift auf dem Süll angezeichnet.

Wichtig: Weil es an der Unterseite nur wenig Platz für die Schrauben und Unterlegscheiben gibt, müssen die Stützen direkt an der Kante der Scheuerleiste stehen. Prüfen Sie noch einmal alle Markierungen, und bohren Sie erst dann mit einem kleinen (3,5 mm) Bohrer, der nicht so leicht abrutscht wie ein großer, vor. Nachdem die Löcher mit einem 8,5-mm-Bohrer auf das richtige Maß gebracht sind, soll die Reling zur Kontrolle erst einmal "trocken" – das heißt ohne Kleber/Dichtmasse – montiert werden.

Der Monteur muss jetzt prüfen, ob die Reling wirklich fest sitzt. Ist sie wackelig, müssen die 8 x 30 mm langen Schrauben gegen die als Alternative mitgelieferten kürzeren (25 mm) ausgetauscht werden. Passt dann alles, können die Flächen an den Bohrungen mit Aceton gereinigt werden. So haftet der mithilfe der Kartuschenpresse abgebrachte Polyurethankleber besser.

Im Anschluss wird die Reling aufgesetzt und fest verschraubt. Ein Tipp: überschüssigen Kleber am besten sofort mit einem Tuch und Verdünner entfernen.

Für die Heckreling, die mit der gleichen, integrierten Klampe ausgestattet ist wie ihr Pedant im Bug, gibt es kein exakt benanntes Montagemaß. Den Standort bestimmen hier Rumpfform und Scheuerleiste. Die Reling soll der Form angepasst (leichtes Nachbiegen ist möglich) und aus dem eben schon genannten Grund so weit wie möglich nach außen montiert werden.

Ist alles gut in Form, können die Standpunkte der Stützen angezeichnet und wie gehabt gebohrt werden. Auch hier empfiehlt die hervorragende Montageanleitung wegen der eventuell unterschiedlichen Laminatstärke und der damit verbundenen Suche nach der optimalen Schraubenlänge die "Generalprobe im Trockenen".

Sitzt alles perfekt, steht als letzter Punkt die "Endmontage" mit Polyurethankleber, Putzlappen und Verdünner auf dem Programm der Schrauber, die in einer der nächsten Ausgaben von BOOTE Badeleiter und Ankerrolle montieren werden.

BOOTE-Redaktion am 26.05.2020