Der Motor für Wankel-MutigeFoto: Boote-Archiv (NSU)

Motoren Der Motor für Wankel-Mutige

Christian Tiedt 

16.7.2011, Lesezeit: 2 Minuten

ARCHIV: Auf der Straße war der RO 80 mit seinem Wankelmotor von NSU legendär – doch auch auf dem Wasser versuchte man sich Ende der Sechzigerjahre.

Achtundsechzig war ein wildes Jahr, man probierte so manches aus – im politischen oder zwischenmenschlichen Bereich, oder eben auch im Bootssport.

In Ausgabe 6 dieses Jahres präsentierte das (damals selbst noch junge) BOOTE-Magazin neben dem „Raketenboot der Zukunft“ und Tipps, wie sich Schlauchbootfahren und Wellenreiten verbinden lassen, auch den offiziellen Versuch von NSU, den Wankelmotor aufs Wasser zu bringen.

Visionär: Das Spaltgleitkufenboot „Zisch 74“ wurde ebenfalls von Wankel entworfen und von einem seiner Motoren angetrieben. Der Prototyp ist heute Museumsstück in Mannheim.
Visionär: Das Spaltgleitkufenboot „Zisch 74“ wurde ebenfalls von Wankel entworfen und von einem seiner Motoren angetrieben. Der Prototyp ist heute Museumsstück in Mannheim.
Foto: Boote-Archiv (NSU)
Wankel selbst war leidenschaftlicher Wassersportler: Hier sein mit Wankelmotor betriebenes Boot „Avenger“.
Wankel selbst war leidenschaftlicher Wassersportler: Hier sein mit Wankelmotor betriebenes Boot „Avenger“.
Foto: Boote-Archiv (NSU)
Ein Coronet-Daycruiser war im Mittelmeer Testplattform für die Marine-Version des RO 80.
Ein Coronet-Daycruiser war im Mittelmeer Testplattform für die Marine-Version des RO 80.
Foto: Boote-Archiv (NSU)
Aerodynamisch gelungen, aber mit anfangs anfälligem Motor: Der legendäre RO 80 wurde von 1967 bis 1977 gebaut.
Aerodynamisch gelungen, aber mit anfangs anfälligem Motor: Der legendäre RO 80 wurde von 1967 bis 1977 gebaut.
Foto: Lothar Spurzem / Wikipedia
Kommt ohne Ventile aus: Der Wankelmotor von Felix Wankel, hier in der 135-PS-Variante NSU Marine RO 135.
Kommt ohne Ventile aus: Der Wankelmotor von Felix Wankel, hier in der 135-PS-Variante NSU Marine RO 135.
Foto: Boote-Archiv (NSU)
Auch bei anderen Bootsherstellern kam der Wankelmotor von NSU zum Einbau.
Auch bei anderen Bootsherstellern kam der Wankelmotor von NSU zum Einbau.
Foto: Boote-Archiv (NSU)
Zum Beispiel in diesem sportlkichen Runabout aus der Schweiz. Eine Werbeaufnahme.
Zum Beispiel in diesem sportlkichen Runabout aus der Schweiz. Eine Werbeaufnahme.
Foto: Boote-Archiv (NSU)
Visionär: Das Spaltgleitkufenboot „Zisch 74“ wurde ebenfalls von Wankel entworfen und von einem seiner Motoren angetrieben. Der Prototyp ist heute Museumsstück in Mannheim.
Visionär: Das Spaltgleitkufenboot „Zisch 74“ wurde ebenfalls von Wankel entworfen und von einem seiner Motoren angetrieben. Der Prototyp ist heute Museumsstück in Mannheim.
Foto: Boote-Archiv (NSU)
Wankel selbst war leidenschaftlicher Wassersportler: Hier sein mit Wankelmotor betriebenes Boot „Avenger“.
Wankel selbst war leidenschaftlicher Wassersportler: Hier sein mit Wankelmotor betriebenes Boot „Avenger“.
Foto: Boote-Archiv (NSU)
Wankel selbst war leidenschaftlicher Wassersportler: Hier sein mit Wankelmotor betriebenes Boot „Avenger“.
Ein Coronet-Daycruiser war im Mittelmeer Testplattform für die Marine-Version des RO 80.
Aerodynamisch gelungen, aber mit anfangs anfälligem Motor: Der legendäre RO 80 wurde von 1967 bis 1977 gebaut.
Kommt ohne Ventile aus: Der Wankelmotor von Felix Wankel, hier in der 135-PS-Variante NSU Marine RO 135.
Auch bei anderen Bootsherstellern kam der Wankelmotor von NSU zum Einbau.
Zum Beispiel in diesem sportlkichen Runabout aus der Schweiz. Eine Werbeaufnahme.
Visionär: Das Spaltgleitkufenboot „Zisch 74“ wurde ebenfalls von Wankel entworfen und von einem seiner Motoren angetrieben. Der Prototyp ist heute Museumsstück in Mannheim.

Neben dem oben abgebildeten Foto schrieb die Redaktion damals: Das ist das Versuchsboot, in dem die NSU-Motorenwerke die neue marinierte Ausführung Ausführung des Wankelmotors aus der RO-80-Limousine unter härtesten Salzwasserbedingungen in der Adria erprobten.

Nachdem NSU-Wankelmotoren unter der Markenbezeichnung Skicraft bereits seit einiger Zeit für Wasserskischlitten oder als Flautenschieber angeboten wurden, hat NSU nun den Schritt zur Produktion eigener Marinemotoren getan.

Der RO-80-Bootsmotor (mit ZF-Antrieb) bringt 115 echte (DIN-)PS, hat Zweikreiskühlung, wiegt nur ca. 110 kg und läuft ruhig singend, beinahe wie ein Turbine. Zwei Stück davon bringen den Coronet-Daycruiser auf 70 km/h.

Langes Leben scheint eingebaut: Der Motor ist in seiner Leistung gedrosselt. Und: selbst beim Auto, wo ein Motor mehr als im Boot geschunden wird, gibt NSU eineinhalb Jahre Garantie.

So weit, so gut! Wie es um die Haltbarkeit des Boots-RO-80 tatsächlich bestellt war lässt sich nicht mehr nachvollziehen – zumindest an Land hatte die neue Technik zunächst so manche Kinderkrankheit zu überwinden.

Zwar wurde mit dem 135 PS starken NSU Marine RO 135 noch ein weiteres Modell auf den Markt gebracht, letztlich blieben die innovativen Kreiskolben-Motoren von Felix Wankel jedoch auch im Bootssport eine Momenterscheinung.