CO macht KO CO macht KO

Praxis und Sicherheit

CO macht KO

Nils Theurer am 14.08.2017

Vorsicht, Vergiftungsgefahr! Ob Generator, Gasanlage oder Motor – wer bei Verbrennungs­vorgängen an Bord nicht aufpasst, riskiert sein Leben. So schützen Sie sich vor Kohlenmonoxid.

Ende Januar dieses Jahres starben sechs Jugendliche in einer Gartenlaube im bayerischen Arnstein. Der in der Hütte betriebene, todbringende Stromgenerator war weder betagt noch defekt. In seinem Zylinder verbrannte Luft mit 78 Prozent Stickstoff und ziemlich genau 21 Prozent Sauerstoff zusammen mit Benzingemisch zu einem Abgas aus rund zwei Dritteln Stickstoff, Kohlendioxid, Wasser und bis zu zehn Prozent Kohlenmonoxid (CO). Dieser relativ geringe Anteil des Gases vergiftete alle sechs Jugendlichen tödlich.

Der Fall erregte große Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Kohlenmonoxidvergiftungen kommen jedoch häufig vor. Tatsächlich starben in den vergangenen Jahrzehnten laut Statistik rund 200 Menschen jährlich durch das gefährliche Gas.

Tendenz: seit einigen Jahren wieder steigend. Bei jedem dieser Unfälle stieg die Kohlenmonoxidkonzentration im Blut der Betroffenen auf einen zu hohen Wert, bis sie sich müde fühlten, ihnen schwindelig oder übel wurde. Was oft fälschlicherweise für Krankheitssysmptome gehalten wird, sind erste Folgen des eingeatmeten Kohlenmonoxids.

Auch in einer engen Kajüte oder sogar unter einer einigermaßen abgeschlossenen Fahrpersenning kann dieser Fall schnell eintreten, denn Boote sind nicht nur wasser-, sondern auch weitgehend luftdicht. Der Motorbootunfall aus dem Jahr 2015 aus Waren an der Mecklenburgischen Seenplatte weist Parallelen zum aktuellen Unglück in Bayern auf:

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Vier Fachgymnasiasten zwischen 17 und 19 Jahren feierten ihren letzten Schultag vor der Abi­turprüfung auf der am Steg belegten "Frau Klein", einem rund zehn Meter langen traditionellen Stahl-Motorkreuzer mit geschlossenem Fahrstand. Zwei der Schüler starben an einer Kohlenmonoxidvergiftung, die anderen beiden konnten schwer verletzt gerettet werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war die Gas­anlage defekt. Zudem habe aufgrund der freigesetzten Gase bereits eine hohe Explosionsgefahr bestanden, die auch den Rettern hätte zum Verhängnis werden können.

Die Umstände, die an Bord der "Frau Klein" zur Vergiftung führten, ähnelten möglicherweise denen an Bord eines Motorbootes in Bremerhaven. Das Ehepaar entging dabei nur knapp dem Tod. Bis zum Schluss hatte es die tödliche Gefahr, die sich während des Schlafs in der Kajüte ausbreitete, nicht bemerken können. 

Den kompletten Artikel finden Sie in der September-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 16.08.2017 im Handel gibt.

BOOTE 9/17

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Nils Theurer am 14.08.2017