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Bootspraxis

Richtig Trailern

Erich Bogadtke, Karl-Heinz Dauth am 01.12.2011

SERIE, TEIL 1: Unser Trailer-ABC sagt Ihnen, worauf Sie beim Gespannfahren achten müssen, um sicher anzukommen. Achslast bis Auflaufbremse.

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Wie man richtig im Gespann fährt, verrät unser Trailer-ABC

Mit dem Boot von Hamburg nach Berlin in sechs Tagen? Oder lieber in sechs Stunden? Klar, der Weg ist das Ziel und führt auf eigenem Kiel über Elbe, Elbe-Havel-Kanal und die Untere Havel-Wasserstraße durch jede Menge Natur und Städte wie Lauenburg, Magdeburg und Potsdam. Derweil steht der Trailerkapitän am Autobahndreieck Wittstock/Dosse im Stau. Oder auch nicht.

In jedem Fall ist er mit seinem Gespann deutlich schneller am Ziel als der „Kollege Binnenschiffer“. Zudem kann er, wenn er will, schon ein paar Tage später auf seinem Boot vor der Küste Kroatiens oder in Niendorf an der Ostsee völlig entspannt in der Sonne liegen. Vorausgesetzt er hat sich bei seinem Törn auf der Straße an die wichtigsten „Spielregeln“ gehalten. Was man beim Gespannfahren beachten muss und wie man dabei sicher und komfortabel ans Ziel kommt, verrät unser Trailer-ABC.

TEIL 1: ACHSLAST – AUFLAUFBREMSE

ACHSLAST

Die maximal zulässigen Achslasten für Zugwagen und Trailer finden Sie in den jeweiligen Fahrzeugpapieren. Aufgepasst: Auch wenn das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeuges nicht erreicht ist, die zulässigen Achslasten dürfen nicht überschritten werden. Wichtig: Bei angekuppeltem Trailer ist zu berücksichtigen, dass die Stützlast des Trailers der Zuladung des Zugfahrzeuges und somit der Achslast der Hinterachse zugerechnet wird.


ADAPTER

Alle nach dem 1. Januar 1991 neu zugelassenen mehrspurigen Kraftfahrzeuge, deren Höchstgeschwindigkeit mehr als 60 km/h beträgt, und deren Anhänger müssen mit einer oder zwei Nebelschlussleuchten ausgerüstet sein. Das heißt, will man wie gehabt den Anhänger mit Dauerstrom versorgen oder Rückfahrleuchten schalten, reicht die bis dahin obligatorische 7-polige Steckverbindung zum Anhänger nicht mehr aus. Deshalb sind heute 13-polige Systeme Stand der Technik. Um einen Trailer mit 7-poliger Anlage mit einem Auto mit 13-poliger Anlage oder umgekehrt ankuppeln zu können, gibt es Adapter, die Sie im Zubehörhandel und in gut sortierten Baumärkten bekommen.

ANHÄNGELAST ZUGWAGEN

Der Gesetzgeber hat die Anhängelast bei Pkw auf das maximal zulässige Gesamtgewicht und bei Geländewagen auf das 1,5-Fache des zulässigen Gesamtgewichts, höchstens jedoch 3,5 t begrenzt. Welche Anhängelast ein Fahrzeug letztendlich bekommt, bestimmt ausschließlich dessen Hersteller – im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, versteht sich.

Die zulässigen Anhängelasten – gebremst und ungebremst – Ihres Autos sind unter anderem in der Zulassungsbescheinigung, Teil I, in den Feldern O.1 und O.2, vermerkt und dürfen nicht überschritten werden. Wichtig: Die Stützlast des Trailers wird der Nutzlast des Zugfahrzeuges zugerechnet.

Wie sich das auf die Anhängelast auswirkt, zeigt folgendes Beispiel: Das Zugauto hat eine maximale Anhängelast von 1500 kg. Der Trailer hat ein effektives Gewicht von 1575 kg und eine Stützlast von 75 kg. Die Stützlast von 75 kg wird der Nutzlast des Zugautos zugeschlagen, sodass der Zugwagen den 1575 kg schweren Trailer ziehen darf, ohne dass die zulässige Anhängelast von 1500 kg überschritten wird.

Eine Ausnahme ist die 3,5-t- Obergrenze bei Geländewagen. Hier darf der Trailer nicht schwerer als 3500 kg sein. In der Regel bezieht sich die angegebene Anhängelast immer auf eine Steigung von 12 %. Bei einigen Zugautos sind höhere Werte bei geringeren Steigungen wie 8 % und 10 % möglich. Gibt es diese Werte, müssen sie in den Fahrzeugpapieren vermerkt sein.

ANHÄNGERKUPPLUNG

Anhängerkupplungen in Kugelkopfausführung sind bis 3,5 t zugelassen. Über 3,5 t muss eine Maulkupplung verwendet werden. Kugelkopfkupplungen werden in fest montierter und abnehmbarer Ausführung angeboten. Wichtig: Beim Einsetzen der abnehmbaren Kupplung ist darauf zu achten, dass sie richtig arretiert ist, damit sich der Trailer beim Fahren nicht selbstständig macht.

ARBEITSHANDSCHUHE

Ein paar Handschuhe gehören griffbereit ins Fahrzeug. Sie schützen beim Tanken – spe-ziell bei Diesel –, bei der Öl-Kontrolle, bei einer Reifenpanne und auch beim An- und Abkuppeln des Trailers vor Verschmutzung und kleinen Verletzungen.

AUFLAUFBREMSE

Bootstrailer bis maximal 3,5 t Gesamtgewicht werden in Europa grundsätzlich mit Auflaufbremsen ausgerüstet. Auflaufbremsen sind in der Regel Trommelbremsen, Scheibenbremsen sind noch immer die Ausnahme. Die Kraftübertragung von der Auflaufeinrichtung auf die Bremse erfolgt über Seilzug oder hydraulisch.
Wichtig: Auflaufbremsen müssen eine Rückfahrautomatik besitzen, die es ermöglicht, rückwärts zu fahren, ohne dass vorher manuell eine Rückfahrsperre eingelegt wird.

Erich Bogadtke, Karl-Heinz Dauth am 01.12.2011