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Bootspraxis

Richtig Trailern

Erich Bogadtke, Karl-Heinz Dauth am 11.12.2011

SERIE, TEIL 2: Unser Trailer-ABC sagt Ihnen, worauf Sie beim Gespannfahren achten müssen, um sicher anzukommen. Vom Beladen bis zur Checkliste.

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Check-Liste: Bevor die Trailer-Reise losgeht, sind ein paar Dinge abzuhaken.

Mit dem Boot von Hamburg nach Berlin in sechs Tagen? Oder lieber in sechs Stunden? Klar, der Weg ist das Ziel und führt auf eigenem Kiel über Elbe, Elbe-Havel-Kanal und die Untere Havel-Wasserstraße durch jede Menge Natur und Städte wie Lauenburg, Magdeburg und Potsdam. Derweil steht der Trailerkapitän am Autobahndreieck Wittstock/Dosse im Stau. Oder auch nicht.

In jedem Fall ist er mit seinem Gespann deutlich schneller am Ziel als der „Kollege Binnenschiffer“. Zudem kann er, wenn er will, schon ein paar Tage später auf seinem Boot vor der Küste Kroatiens oder in Niendorf an der Ostsee völlig entspannt in der Sonne liegen. Vorausgesetzt er hat sich bei seinem Törn auf der Straße an die wichtigsten „Spielregeln“ gehalten. Was man beim Gespannfahren beachten muss und wie man dabei sicher und komfortabel ans Ziel kommt, verrät unser Trailer-ABC.

TEIL 2: BELADEN – CHECKLISTE

BELADEN

Das Hauptgewicht des Bootes muss auf den Kielrollen liegen. Dazu müssen diese entsprechend dem Kielverlauf eingestellt werden. Wenn möglich (Stützlast beachten) sollte der Bootsspiegel mit der letzten Kielrolle abschließen. Seitenauflagen sollen viel mehr stützen als tragen und verstellbar sein, um das Slippen zu erleichtern. Will man Schwingungen reduzieren, sind ab einer bestimmten Bootsgröße auch vordere Seitenauflagen zu empfehlen.

In jedem Fall muss das Boot fest mit dem Trailer verbunden werden (siehe Verzurren). Ragt die Ladung mehr als 1 m über die Rückstrahler und -leuchten nach hinten hinaus, ist sie durch geeignete Mittel – hellrote Fahne, Schild, Zylinder oder eine Leuchte mit hellrotem Licht (bei Dämmerung und Dunkelheit) – zu kennzeichnen.
Wichtig: Lassen Sie während der Fahrt keine losen Gegenstände im Boot liegen, diese können unkontrolliert herumfliegen, das Boot beschädigen und – im schlimmsten Fall – andere Verkehrsteilnehmer gefährden.

BELEUCHTUNG

Wie das Zugfahrzeug muss der Trailer hinten mit funktionstüchtigen Rückleuchten, Bremsleuchten, Blinkern, Nebelschlussleuchte und mit zwei Rückstrahlern ausgerüstet sein. Ab einer Trailerbreite von 2,10 m müssen Skipper auf jeder Seite eine nach vorn wirkende weiße und eine nach hinten wirkende rote Umrissleuchte montieren. Trailer, die länger als 6 m sind, müssen an den Längsseiten mit seitlich wirkenden gelben, nicht dreieckigen Rückstrahlern ausgerüstet sein.

Ab 1994 erstmals in Verkehr gebrachte Trailer über 6 m Länge müssen zusätzlich noch gelbe Seitenmarkierungsleuchten haben. Da diese Leuchten – anders als die Lichtleiste – zum Slippen nicht abnehmbar sind, kann Wasser in die Leuchten eindringen, sie vergammeln und können einen Kurzschluss in der elektrischen Anlage verursachen. Deshalb haben einige Trailerhersteller Sondergenehmigungen und müssen diese Leuchten nicht montieren.

BOOTSABDECKUNG

Eine Cockpitpersenning spart mehr Sprit als eine komplette Abdeckung. Die Ganzpersenning schützt das Boot zwar besser, muss aber, wenn sie keine Scheuerstellen am Boot verursachen soll, perfekt verzurrt werden.

BREMSEN MIT DEM GESPANN

Bei einem Gespann ist der Bremsweg immer länger als bei einem Solofahrzeug. Deshalb sollte man mit einem Gespann unbedingt Abstand halten (mindestens halber Tacho) und besonders vorausschauend fahren, um abrupte Bremsmanöver zu vermeiden. Besondere Vorsicht ist auch bei ungebremsten Trailern geboten. Mit einem ungebremsten 700-kg-Trailer vergrößert sich der Bremsweg im Vergleich zu einem gebremsten Trailer gleicher Größe um rund 7 m. Und das ist besonders im Notfall, wo es auf jeden Zentimeter ankommt, eine Menge Holz.

BUGRAD

Das Bug- oder Stützrad des Trailers sollte vor jeder Fahrt sorgfältig kontrolliert werden. Die Spindel zum Hoch- und Runterdrehen sowie die (zwei sind immer besser als eine)Klemmschrauben müssen fest angezogen sein. Ein Tipp: Mit einem Seil lässt sich die Spindel am Windenstand gegen Losrütteln sichern.


BUGSTÜTZE

Mit der Bugstütze wird das Boot vorn auf dem Trailer fixiert. Wichtig: Das Boot mit der Seilwinde so weit in die Bugstütze ziehen, dass beide Seitenauflagen der Stütze fest am Bug anliegen.

CHECKLISTE

Bevor es mit dem Gespann auf die Reise geht, sollten folgende Punkte gecheckt werden:

  • Ist noch ausreichend Zeit bis zum nächsten TÜV-Termin für Zugauto und Trailer?
  • Nach dem Beladen Stützlast auf den maximalen Wert einstellen.
  • Reifendruck an Auto und Trailer bei kalten Reifen prüfen und Reifen auf Beschädigungen kontrollieren.
  • Mit dem Gespann auf die Waage fahren, die Achslasten und die Gesamtgewichte von Auto und Trailer wiegen, Wiegekarten mitnehmen. Sie sind hilfreich bei Polizeikontrollen.
  • Führerschein, Fahrzeugpapiere für Zugauto und Trailer und – bei Fahrten ins Ausland – grüne Versicherungskarten mitnehmen.
  • Beleuchtung an Auto und Trailer kontrollieren, Verriegelung der Anhängerkupplung und richtigen Sitz des Abreißseils prüfen.
  • Abdeckung des Propellers nicht vergessen.
  • Verzurrung von Boot und Persenning kontrollieren.
Erich Bogadtke, Karl-Heinz Dauth am 11.12.2011