Rolldämpfer Rolldämpfer
Bootspraxis

Rolling Home – Rolldämpfung

Hartmut Brandt am 25.06.2015

Was kann man tun, um die Rollbewegungen einer Motoryacht zu begrenzen? Wir zeigen die theoretischen Möglichkeiten und ihre praktische Umsetzung.

Rolldämpfung

Rolldämpfer

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Seegang und Sicherheit in der Seefahrt sind für Konstrukteure seit jeher eine außerordentliche Herausforderung. Große Krängungsamplituden bei querlaufender See gefährden nicht nur das Boot, sondern stellen auch an die Crew hohe Anforderungen.  Daher verfügen heute insbesondere Fahrgastschiffe über wirkungsvolle Rolldämpfungsanlagen. Die hier erläuterten Verfahren zur Schlingerdämpfung können allerdings andere Schwingungen wie Tauchen, Stampfen und Gieren nicht verhindern.

Die Rolldämpfung ist besonders für größere Motoryachten von Interesse, die in der Mehrzahl als Verdränger unterwegs sind. Für kleinere Boote, unter 10 Meter Länge,  werden kaum geeignete Systeme zur Schlingerdämpfung angeboten. Schnelle Motorboote werden im Gleitzustand dynamisch stabilisiert, somit besteht ohnehin wenig Interesse an entsprechenden Maßnahmen zur Rolldämpfung.  Jedoch  muss bei hohen Geschwindigkeiten  im Seegang mit erheblichen Beschleunigungskräften gerechnet werden, die nur durch eine entsprechende Formgebung der Boote etwas abgemildert werden können.

Rolldämpfer

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Welche Bootsformen beeinflussen das Rollen?

Einfache Konstruktionsmerkmale sind ein Hinweis für das Verhalten des Bootes im Seegang. Das Knickspantboot ist in dieser Hinsicht beispielsweise günstiger als ein Boot mit Rundspant. Große Ruderflächen, ein ausgeprägter Kiel oder V-Spant dämpfen die Schlingeramplituden zusätzlich. Zur besseren Rolldämpfung weniger gebräuchlich sind sogenannte Schlingerkiele an der Kimm, die gleichzeitig den Wi-derstand eines Bootes nicht unwesentlich vergrößern. Eine weitere einfache Maßnahme für größere Boote ist die Verwendung eines Stützsegels. Schließlich gibt es für den Bootsdesigner noch die Möglichkeit, den Trägheitsradius zu vergrößern. Es handelt sich hierbei um eine möglichst ausgewogene Massenverteilung über den Rauminhalt eines Bootes.

Schlingerdämpfungssysteme

Die Sicherheit eines Bootes in Fahrt kann durch ein Schlingerdämpfungssystem erhöht werden. Jedoch muss, um Missverständnissen vorzubeugen, darauf hinge-wiesen werden, dass in schwerer See sämtliche Verfahren zur Rolldämpfung Stabilitätsunfälle bis hin zum Kentern nicht ausschließen. Wie aktuell dieses Thema auch in der Berufsschifffahrt ist, zeigen die vielen geförderten Forschungsvorhaben, die sich gegenwärtig mit diesem Thema befassen. Jährlich gehen viele Container durch zu starke Rollbewegungen von Schiffen verloren. Dass diese schwimmenden, kaum sichtbaren Container eine Gefahrenquelle für die Sportschifffahrt darstellen, ist ein zusätzliches Problem.


Jedes Boot  hat eine eigene Rollperiode, deren Zeitabschnitt leicht zu bestimmen ist. Sie liegt bei Motoryachten von 10 bis 20 Meter Länge in der Regel zwischen 2 und 5 Sekunden. Stimmen Wellenfrequenz und Rollperiode des Bootes überein, werden schon bei niedrigem Seegang erhebliche Schlingeramplituden erreicht. Die Kenntnis der Rollperiode und die Rollcharakteristik einer Yacht ist daher Vorausset-zung für die Steuerung der Dämpfungssysteme mit Hilfe von  Schlingersensoren. Zur Schlingerdämpfung am meisten verbreitet sind ...

Rolldämpfer

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DEN TECHTNIK-BERICHT FINDEN SIE IN DER AKTUELLEN JULI-AUSGABE VON BOOTE, DIE ES AB DEM 24. JUNI IM HANDEL GIBT.

Hartmut Brandt am 25.06.2015