Nimbus T8 Nimbus T8

Test: Daycruiser mit Außenborder

Nimbus T8

Johannes Erdmann am 17.11.2020

Mehr als ein Tender: Als multifunktionaler Daycruiser mit Kraft und Stil glänzt das neue Modell längst nicht nur in den Schären

Skandinavische Boote haben einen guten Ruf. Nicht nur wegen ihrer Qualität, die dort im Norden eine Art Markenzeichen darstellt, sondern auch, weil sie als besonders rauwassertauglich gelten und meist über ein besonders geschütztes Cockpit verfügen. Das liegt daran, dass die Skandinavier häufig übers Saisonende hinaus mit ihren Booten unterwegs sind, sei es zum Angeln oder für Ausflüge in die Schärengärten. 

Die schwedische Marke Nimbus ist seit über 50 Jahren dafür bekannt, alle Anforderungen an ein skandinavisches Boot besonders gelungen und stilvoll umzusetzen. Ihre Boote sind elegant, gut gebaut und edel ausgerüstet. Nimbus-Boote sind nicht nur hochwertig – sie sind legendär.

Die neue Nimbus T8 ist in erster Linie als nobler Daycruiser für die Schären konzipiert, damit die Schweden am Wochenende ihre Ferienhäuser auf den Felsen erreichen können. "Ein funktionaler Tagestender für diejenigen, die skandinavisches Design, durchdachte Lösungen und Komfort schätzen", sagt Jonas Göthberg, Verkaufsleiter bei Nimbus, und ergänzt: "Ein Tages-ausflugsboot, das dort anfängt, wo die Nova- und R-Serie aufhört."

Noch mehr Informationen? Den Test der Nimbus T8 mit allen technischen Daten, weiteren Messergebnissen und voller Beurteilung finden Sie in BOOTE-Ausgabe 12/2020 ab dem 18.10.2020 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Der geschützte Steuerstand mit einem durchsichtigen T-Top aus Lexan kann bei kaltem Wetter rundum mit einer Fahrpersenning geschlossen werden. Mit zwei Kojen und einem vollwertigen WC-Raum bietet die T8 sogar die Möglichkeit, mal eine Nacht an Bord zu verbringen. 

Schon beim Betreten des Boots hat man das Gefühl, in der Nobelklasse angekommen zu sein. Alles, was man berührt, fühlt sich hochwertig an – sind es die gut verarbeiteten Sitze, der feste, robuste Holztisch oder das makellos verlegte Teakdeck am Boden. Die Ausstattung am Steuerstand ist sehr umfangreich und eingefasst in eine matt samtige Oberfläche. Ein großer 12-Zoll-Plotter von Simrad zeigt Seekarten und Radarbild (Extra) an, ein zusätzliches Motorpanel informiert über Verbrauch und Performance. Das Zipwake-Trimmsystem optimiert die Fahrleistungen und hilft, Sprit zu sparen. Bugstrahlruder, Funkgerät und Fusion-Sound­system komplettieren mit dem höhenverstellbaren Lederlenkrad den Steuerstand. Hinterleuchtete Druckknöpfe aktiveren Beleuchtung und Scheibenwischer. Eine voll-elektronische Schaltung steuert den großen 8-Zylinder-Mercury, lässt ihn butterweich schalten und punktgenau das Gas dosieren.

Durchdacht bis ins Detail

Nimbus-typisch fehlt es der T8 nicht an cleveren Extras. Das LED-Band beispielsweise, das die ganze Kabine umschließt und das Innere taghell erleuchtet, wodurch der ohnehin für die Bootsgröße beeindruckend geräumige Raum noch voluminöser wirkt. Auch die Fußstütze aus Teak für den Beifahrer und der gut dimensionierte, klappbare Teakholztisch dürften auf keinem anderen Boot derart massiv ausgeführt sein. Selbstverständlich fehlen in der Standardausrüstung weder Kompass noch Feuerlöscher.

Nimbus T8

Das T-Top aus Lexan schützt vor Regen, erlaubt aber zugleich Helligkeit im Cockpit

Auf dem ganzen Boot sind kaum technische Installationen zu finden. Welches Schapp man auch öffnet, der Blick fällt immer auf glattes, poliertes Gelcoat. Einzig der Sicherungskasten mit den Batterie-Hauptschaltern ist in der Backskiste unter der Sitzbank zu finden. Erst wenn man in der hinteren Backskiste eine ein­gehängte Tasche aus Segeltuch entfernt, kommt dahinter die Bordelektronik zum Vorschein, mit zwei Batterien, Boiler, Wassertank, elektrischer und manueller Lenzpumpe und vielem mehr. Reichhal­tige Technik, die man eigentlich eher auf einem viel größeren Boot erwarten würde. 

Wir machen eine Probefahrt. Das Boot ist für bis zu 8 Personen zugelassen, die bei schneller, rauer Fahrt auch alle sicher im Cockpit Platz finden. Der 300 PS starke Mercury Verado startet seine acht Zylinder mit einem tiefen Grummeln und ist danach mit 56 dB im Standgas kaum noch von den Geräuschen der Umgebung zu unterscheiden.

Die Nimbus lässt sich dank engem Wendekreis und Bugstrahlruder mühelos aus der Box manövrieren, liegt herrlich auf dem Ruder und steuert sowohl in langsamer als auch in schneller Verdrängerfahrt wunderbar geradeaus, ohne zu gieren.

Beim Beschleunigen hebt sie die Nase ab 3000 U/Min leicht an, lässt aber den Blick auf den Horizont im Sitzen weiterhin zu, auch wenn das Sitzkissen am Bug dann ein wenig ins Sichtfeld kommt. Bei dieser Drehzahl ist der Motor auch endlich von hinten wahrzunehmen. Gute Gleitfahrt ist ab 4000 U/min und 26,5 Knoten erreicht. Dann fährt die Nimbus T8 auch am ökonomischsten und gelangt mit einer Tankfüllung (240 Liter, abzüglich 15 Prozent Reserve) bis zu 133 Seemeilen weit. In der Spitze läuft die Nimbus einen Speed von 45,6 Knoten und hat bei 5800 U/min immer noch eine Reichweite von 103 Seemeilen. Dann allerdings ist der V8 mit 88 dB von hinten deutlich zu hören.

Schnelle Manöver bewältigt die T8 sehr passabel und sicher. Zwar glitscht sie bei höheren Geschwindigkeiten (ab 40 Knoten) und schnellen Hakenschlägen achtern manchmal kurz weg, fängt sich jedoch immer wieder augenblicklich und bleibt stabil im Fahrverhalten. Auch schnelle Wenden sind problemlos möglich. Zu enge Kreise allerdings sollten mit dem Boot bei hoher Geschwindigkeit vermieden werden. Beginnt man mit 40 Knoten zu kreisen, kann es passieren, dass sich die Nimbus plötzlich waagerecht aufs Wasser legt und das Heck anhebt, um auszubrechen, was jedoch durch rechtzeitiges Reduzieren des Gas vermieden werden kann. Mit 30 Knoten sind solche Manöver aber immer noch sorglos machbar.

Fazit

Die Nimbus T8 ist ein Glanzstück schwedischer Bootsbaukunst und bietet ein tolles Paket aus Eleganz, Komfort und guter Performance. Die Ausstattung sucht ihresgleichen auf weitaus größeren Booten. Jegliches Material wurde mit Bedacht auf Qualität und Nutzen hin gewählt. Ein völlig durchdachtes, gelungenes Boot, das als Daycruiser auf Familientrips genauso eine gute Figur macht wie als Tenderboot in seinem Heimatrevier, den schwedischen Schären.

Johannes Erdmann am 17.11.2020
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