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Bootsversicherung Ratgeber

Bootsversicherung für Mitfahrer

Sergej Kosyrev am 26.10.2015

Sie sind Mitfahrer

Nach § 823 des Bürgerlichen Gesetz­buchs haftet jedermann in unbegrenzter Höhe für Schäden, die er anderen schuldhaft zufügt. Und zwar mit seinem gesamten gegenwärtigen und zukünftigen Vermögen. Um dem vorzubeugen, gibt es die Privathaftpflichtversicherung. Ohne eine solche Police sollte niemand durchs Leben gehen. Sie deckt die alltäglichen Risiken von Privatpersonen ab und schließt die Haftung aus Sportausübung (außer Schießen, Segelfliegen und bestimmte Kampfsportarten) ein. Auch vorsätzlich her­beigeführte Schäden sind von der Leis­tungs­pflicht ausgeschlossen. Wer bei Freunden auf dem Boot mitfährt, ob sporadisch oder regelmäßig, ist also mit der Privat­haftpflicht auf der sicheren Seite.

Geht beispielsweise beim Törn aufgrund der Fahrlässigkeit eines Crewmitgliedes teure Ausrüstung zu Bruch, wird das Boot beschädigt oder erleidet gar eine andere Person eine folgenschwere Verletzung, wird sich zwar zu­nächst der Skipper fragen lassen müssen, ob er seine Mannschaft korrekt angeleitet hat. Stellt sich jedoch heraus, dass er als Boots­führer alles richtig gemacht hat, wird der Verursacher zur Rechenschaft gezogen – beziehungsweise dessen Versicherung.

Experten empfehlen eine Deckungssumme von mindestens drei Millionen Euro für Personen- und Sachschäden sowie mindestens 500.000 Euro für Vermögensschäden.

Auch ein Mitfahrer läuft Gefahr, sich an Bord zu verletzen. Unter Umständen so sehr, dass dauerhafte körperliche Beeinträchtigungen die Folge sind, die zum teilweisen oder völligen Verlust der Berufs- oder Erwerbsfähigkeit führen. Auch wenn sich ein Unfall nicht immer verhindern lässt, so kann man doch die finanziellen Folgen abmildern. Hier hilft eine private Unfallversicherung, besser noch eine Berufsunfähigkeitspolice, um bei einem dauerhaften Verdienst­ausfall nicht allein auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein.

Die Unfallversicherung springt bei Vorliegen einer vollen oder teilweisen Invalidität ein.

Die Leistung der Unfallversicherung soll den aus dem Unglücksfall resultierenden Lohnverlust ausgleichen, darüber hinaus erforderliche behindertengerechte Umbau­ten an Wohnung oder Haus decken und von der Krankenkasse oder dem Rentenversiche­rungsträger nicht übernommene zusätzliche Hilfsmittel oder Therapien ermöglichen.

Für die Höhe der Deckung stellt der Bund der Versicherten folgende Faustformel auf: 30-Jährige sollten das sechsfache, 40-Jährige das fünffache und 50-Jährige das vierfache Bruttojahreseinkommen absichern.
Unter www.bundderversicherten.de finden sich darüber hinaus weitere wichtige Aspekte, worauf jeder beim Abschluss einer privaten Unfallversicherung achten sollte, wie die Vereinbarung einer sogenannten Progression oder der Verzicht auf eine Unfallrentenvereinbarung.

Soll auch die Familie eines Mitfahrers nicht unversehens in Geldnot geraten, vor allem nicht im schlimmsten Fall, einem Unfall mit Todesfolge, hilft eine Risikolebensversicherung weiter. Die Versicherungssumme sollte wenigstens einem, besser  noch zwei Jahresbruttoeinkommen entsprechen, damit die Hinterbliebenen Zeit genug haben, ihr Leben ohne finanziellen Druck neu zu ordnen.

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Sergej Kosyrev am 26.10.2015