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Bootsversicherung Ratgeber

Bootsversicherung für Charter

Sergej Kosyrev am 26.10.2015

Sie sind Charterer

Die Privathaftpflicht kommt nicht für Perso­nen- oder Sachschäden auf, die ein Schiffsführer Dritten zufügt. Fürs ei­gene Boot gibt es dafür die Bootshaftpflicht. Doch was tun, wenn ein Boot für den Urlaubstörn gechartert werden soll? Dann hilft die Skipperhaftpflicht.

Sie deckt Ansprüche gegen den Skipper, die von geschädigten Crewmitgliedern und Dritten erhoben werden. Sie tritt auch dann ein, wenn dem Skipper kein schuldhaftes Verhalten vorzuwerfen ist. Einzelne Anbieter bieten Versiche­rungs­schutz sogar für den Fall, dass der Schiffsführer grob fahrlässig gehandelt hat.

Vor allem bei Chartertörns im Ausland gilt: Nicht immer lässt sich zuverlässig fest­stellen, ob der Vercharterer für das gemietete Schiff eine Bootshaftpflichtpolice abgeschlos­sen hat, wie hoch deren Deckung ist und ob die Prämien pünktlich bezahlt worden sind. Kurz gesagt, der Skipper weiß nicht, ob überhaupt Versicherungsschutz besteht und, wenn ja, ob dieser ausreichend ist

Falls nicht, haftet er im Schadensfall mit seinem Privatvermögen. Auch davor schützt ihn die Skipperhaftpflicht. Interessant für Bootseigner, die auch chartern wollen, ist folgende Variante: Bei vielen Versicherungen kommen Eigner mit abgeschlossener Bootshaftpflicht fürs eigene Boot in den Genuss einer kostenlosen Skipper­haftpflicht.

Steht das gecharterte Boot aufgrund von Schäden, die vom Skipper oder seiner Crew zu verantworten sind, nach dem Törn nicht für die nächste Crew zur Verfügung, wird das Charterunternehmen Schadenersatz verlangen. Dagegen schützt die Forderungs- beziehungsweise Charterausfalldeckung. Sie ist mal in der Skipperhaftpflicht eingeschlossen, mal nur gegen Prämien­aufschlag erhältlich. Gleiches gilt für die Beschlagnahmeversicherung, die aber nur in exotischen Revieren sinnvoll ist.

Nicht selten gibt es während eines Urlaubstörns Streit, wenn ein Crewmitglied Boot oder Ausrüstung beschädigt. Dann nämlich ist die Kaution von allen futsch. Um das zu verhindern, kann die Crew vor Reiseantritt eine entsprechende Kautionsversicherung abschließen.

Die Kautionsversicherung gibt es von verschiedenen Anbietern. Oft ist sie auf einen bestimmten Törn beschränkt. Wer häufiger chartert, fährt eventuell günstiger, wenn er einen Jahresvertrag abschließt.

Eine Reiserücktrittspolice braucht, wer lange im Voraus bucht oder mit zahlenmäßig großer Crew auf Törn gehen will. Sie schützt im Charterbereich insbesondere davor, dass der Skipper ausfällt und nicht ersetzt werden kann, sodass die gesamte Reise abgeblasen werden muss, ob nun vor Beginn oder während des Törns. Springt ein einzelnes Crewmitglied ab, trägt die Versicherung dessen Anteil an den Reisekosten.

Schließlich sei auch für Charter­er, die gesetzlich krankenversichert sind, auf die Auslandsreisekranken-Versicherung hingewiesen. In privaten Krankenversicherungspolicen ist der Auslandsschutz oft schon enthalten. Auch Kreditkarten enthalten  häufig einen entsprechenden Versicherungsschutz.

Generell gilt: Den eigenen Bedarf  und die wahrscheinlichen Risiken ermitteln. Danach die Versicherungsangebote prüfen und Preise vergleichen. Einige Versicherer bieten diverse Charterversicherungen als Komplettpakete an, andere Anbieter offerieren jede Versicherung einzeln. 

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Sergej Kosyrev am 26.10.2015