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Sicherheit: Ausrüstung des Bootes

Je mehr, desto besser

Christian Tiedt am 03.04.2019

Egal ob Sportboot oder Motoryacht, ob buten oder binnen. Die Sicherheitsausstattung muss immer möglichst vollständig sein. Wir sagen, was an Bord gehört

Grundlegende Anforderungen an die Sicherheit beim Entwurf von Sportbooten gibt die EU-Richtlinie 2003/44/EC vor. Für die Sicherheitsausrüstung existieren dagegen hierzulande keine Vorschriften, lediglich Empfehlungen, die sich nach den vier Richtlinienkategorien A (früherer Zusatz "Hochsee") bis D (früher "Geschützte Gewässer) und den entsprechenden Einsatzgebieten orientieren. Vorgeschlagen werden:

  • Für die Kategorien A, B, C und D: zugelassene Positionsbeleuchtung, als einfache optische Seenotsignale die Flaggen "N" und "C", sowie eine rote Flagge binnen (vorgeschrieben), Absperrventile für Kraftstofftanks, Anker (der immer gut erreichbar und einsatzklar sein muss), Werkzeug, Außenbordleiter, Erste-Hilfe-Kasten, ABC-Pulverlöscher und Löschdecke, Rauchmelder, Handlampe, Nebelhorn, Handlenzpumpe, Pütz, Schleppleine, Bootshaken, Wurfleine, Fernglas, Echolot, Rettungswesten, Rettungsring, Rauchsignal (orange). 
  • Zusätzlich nur für die Kategorien A, B und C: Seereling, Ersatzanker, Leckdichtungsmaterial, Radarreflektor, Bilgenpumpe, Magnet- und Peilkompass, Log, GPS, Navigationsmittel, Kartenplotter mit aktueller Software, klassische Papierseekarten und nautische Handbücher zum Revier, Sicherheitsgurte, Fallschirmraketen, Handfackeln
  • Zusätzlich nur für die Kategorien A und B: Treibanker, Schallsignalanlage, Glocke, UKW-Sprechfunkanlage mit GMDSS sowie eine ausreichend dimensionierte Rettungsinsel
  • Schließlich zusätzlich nur für die Kategorie A: ein Sextant   für die Navigation und eine Seenotfunkbake (EPIRB).

Viele der Ausrüstungsgegenstände, die erst für die "höheren" Kategorien vorgeschlagen sind, findet man allerdings auch längst auf anderen Booten. Das gilt beispielsweise für elektronische Navigationsmittel und UKW-Funk.

Einige Ausrüstungsgegenstände erwähnt allerdings auch diese Vorschlagsliste nicht – vielleicht auch deshalb, weil ihr Vorhandensein nicht nur guter Seemannschaft entspricht, sondern allein schon dem gesunden Menschenverstand. Dazu zählen Leinen in ausreichender Länge, Anzahl und gutem Zustand, als Festmacher oder für andere Zwecke, und ebenso Fender der richtigen Größe.

Wer keine ausreichende Reling hat, sollte zumindest auf einen rutschsicheren Decksbelag und auf leicht zu erreichende, solide Handläufe oder Griffe achten. Besonders für Manöver muss das Vorschiff bei kleinen wie bei größeren Booten jederzeit sicher zugänglich sein; die Breite und Beschaffenheit des Seitendecks sind hier die entscheidenden Kriterien.

Ebenfalls hilfreich: ein Beiboot, das zumindest mit Rudern ausgestattet ist. Dabei zählen keinesfalls nur ausgewachsene Dingis in eigenen Davits – selbst ein kleines Schlauchboot kann schon den entscheidenden Unterschied machen. Und ein Modell mit Luftboden lässt sich außerdem selbst an Bord leicht und schnell aufbauen.

Außenborder sind übrigens nicht nur im Zusammenhang mit Beibooten ein Thema; als Hilfsmotoren können sie auch größere Kajütboote manövrierfähig halten, wenn der Hauptantrieb ausfällt. Besonders Yachten, die für weite Fahrtstrecken ausgelegt sind wie beispielsweise Trawler, sind für diesen Fall häufig sogar mit einem zusätzlichen fest eingebauten Motor als get-home-system ausgerüstet.

Apropos Außenborder: Auch die Quickstop-Leine gehört zur Sicherheitsausrüstung. Sie sollte – an Arm oder Bein befestigt – selbst auf kurzen Strecken Pflicht sein, egal, ob das Boot nur über Pinnensteuerung oder ein richtigen Fahrstand mit festen Sitzen verfügt, und unabhängig davon, ob man allein oder zu mehreren unterwegs ist.

Christian Tiedt am 03.04.2019
Pantaenius