Rettungswesten an Bord Rettungswesten an Bord

Sicherheit: persönliche Ausrüstung

Auf alles vorbereitet

Christian Tiedt am 03.04.2019

Die richtige persönliche Ausrüstung ist für die Sicherheit an Bord entscheidend. Am wichtigsten ist die Rettungsweste – am besten ein automatisches Modell

Der mit Abstand wichtigste Teil der Sicherheitsausrüstung jedes Besatzungsmitglieds ist die Rettungsweste. Die Situationen, in denen sie ihren Wert beweisen kann, wenn eine Person über Bord fällt, sind endlos – ein falscher Schritt, eine unerwartete Welle genügen, um das Gleichgewicht zu verlieren. Im Hafen, in der Schleusenkammer oder auf hoher See, am Steg, vor Anker oder in voller Fahrt.

Wer aus gewisser Höhe unkontrolliert ins Wasser stürzt, kann nicht nur die Orientierung verlieren, sondern mitunter sogar das Bewusstsein – eine lebensbedrohliche Situation.

Ohnmachtssichere Automatikwesten, die sich selbstständig aktivieren und aufblasen, schützen sogar in diesem Fall, indem sie die Person durch die Anordnung ihrer Auftriebskammern so drehen, dass sich zumindest der Kopf über Wasser befindet. Eine Übersicht über die verschiedenen Leistungsklassen:

Automatische Rettungsweste

Eine automatische Rettungsweste für den Wassersport vom Typ "AWN Security II": Mit einem Auftrieb von 275 Newton gehört sie zur leistungsstärksten Klasse

  • Schwimmhilfen verfügen nach der europäischen Normenreihe DIN EN ISO 12402 über einen Auftrieb von mindestens 50 Newton (N). Sie sind bequem zu tragen aber nur in Ufer- oder Küstennähe mit schneller Aussicht auf Rettung geeignet. Der Träger muss selbst schwimmen, die Hilfe unterstützt nur.
  • Rettungswesten (ab 100 N) bieten mehr Auftrieb und reichen für einen durchschnittlichen Erwachsenen aus, um in geschützten Gewässern auf Hilfe zu warten. Besonders die Feststoffmodelle haben durch die zusätzliche Größe jedoch geringeren Tragekomfort.
  • Rettungswesten (ab 150 N) sind zudem ohnmachtssicher und drehen eine Person nach der automatischen Aktivierung im Wasser in eine sichere Schwimmlage, die auch ohne eigene Bewegungen beibehalten wird. Sie sind für die allgemeine Anwendung auf Küsten- und Seerevieren gedacht.
  • Rettungswesten (ab 275 N) bilden die leistungsfähigste Klasse und funktionieren auch bei schwerer oder luftgefüllter Kleidung. Für die Hochsee und extreme Bedingungen.
  • ACHTUNG! Automatikwesten müssen regelmäßig gewartet werden. Tablette und Gaspatrone des Auslösemechanismus sind nach einer Aktivierung zu ersetzen. 
Rettungsweste, Detail

Wichtige Angaben: Die Prüfplakette zeigt, in welchem Jahr die nächste Wartung der Rettungsweste ansteht. Dazu finden sich Gebrauchsbeschränkungen, wie das Mindestgewicht von 50 Kilogramm und maximaler Brustumfang von 135 Zentimetern der tragenden Person

Neben der Rettungsweste gibt es noch eine Reihe weiterer Punkte, die für die Gesundheit der Besatzung wichtig sind: Die Bekleidung muss dem Revier und der Witterung angemessen sein und entsprechende Schutzfunktionen erfüllen können; also etwa bei starker Sonneneinstrahlung, Nässe oder Kälte.

Festes Schuhwerk – besonders bei der Decksarbeit – gehört dazu. Wenn es schnell gehen muss, kann eine plötzliche unglückliche Verletzung am blanken Fuß durch Kanten oder Beschläge schnell einmal das ganze Manöver durcheinander bringen. Ebenso wichtig ist die Sonnenbrille, die bei hohen Fahrtstufen auch als Windschutz für tränenfreien Durchblick sorgt, und eine passende Kopfbedeckung.

Dazu kommen Sonnenschutz zum Auftragen (selbst bei leichter Bewölkung wirkt die Wasseroberfläche noch wie ein Spiegel) und eventuell Mittel gegen austrocknende Haut. In jedem Fall muss ausreichend Trinkwasser an Bord sein. Achten Sie besonders darauf, dass Kinder zu jeder Zeit richtig ausgestattet sind. 

Die beschriebene Rettungsweste finden Sie bei A.W. Niemeyer: www.awn.de

Christian Tiedt am 03.04.2019