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Sicherheit: Törnvorbereitung

Reisen statt Rasen

Christian Tiedt am 27.04.2019

Eine gute Streckenplanung ist wichtig – und verzichtet auf extreme Etappen ebenso wie auf einen zu engen Zeitplan

Die Streckenplanung eines Törns selbst hängt natürlich in erster Linie davon ab, wie viel Zeit für die Reise an Bord zur Verfügung steht. Wenn man wirklich Urlaub machen möchte, sollte "Kilometerfressen" nicht das Ziel sein. Kommt man (besonders in der Hauptsaison) zu spät an, sind zumindest die besten Liegeplätze ohnehin schon vergeben und die Geschäfte an Land geschlossen (von Sehenswürdigkeiten ganz zu schweigen).

Ruhetage und Reservetage sind zudem für die Sicherheit von großer Bedeutung: Zum einen werden Pausen auf längeren Törns benötigt, besonders wenn die Fahrt körperlich außergewöhnlich anspruchsvoll war, wie etwa bei stärkerem Seegang über längere Zeitdauer. Im Hinblick auf die Konzentration gilt das Gleiche: Ein Tag binnen mit viel Verkehr, starler Strömung und vielen Schleusen zehrt ebenfalls an den Kräftem.

Zum anderen kann das Wetter selbst einen bestens durchgetakteten Etappenplan schnell durcheinanderbringen. Wer jeden Tag fahren muss, um die vorgesehen Strecke zu machen, setzt sich unnötigem Druck aus – auf Kosten der Sicherheit. Selbst bei ruhiger Witterung kann eine Reihe von sehr langen Tagen auf dem Wasser schon anstrengend sein, egal ob man binnen oder buten unterwegs ist.

Fahrtwind, direkte Sonneneinstrahlung und Bootsbewegungen hinterlassen ihre Spuren – besonders, wenn ein Crewmitglied nicht regelmäßig mit dem Boot unterwegs ist. Sechs bis sieben Stunden pro Tag sollten deshalb bei der Planung nicht überschritten werden, auch in diesem Fall inklusive Reserve, versteht sich. Es darf auch gerne weniger sein.

Christian Tiedt am 27.04.2019
Pantaenius