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Ausrüstung

Hilfsmittel für den Bordalltag

Johannes Erdmann am 02.09.2020

Sie sind nicht beim Ausrüster zu bekommen, doch jeder kennt sie: die kleinen Dinge, die an Bord viele Aufgaben deutlich einfacher gestalten. 19 Produkttipps aus dem Internet

Wer kennt das alte Problem nicht? Begeistert hat man sich auf der Bootsmesse ein neues Ausrüstungsstück gekauft, etwa eine neue Leselampe für die Koje. Endlich gutes Licht während der abendlichen Lesestunde.

Montiert ist die Lampe auch schnell: zwei Schrauben – fertig. Aber nun müssen irgendwoher Plus und Minus kommen, die vom Schaltpaneel hinter den Inneneinbauten zur Lampe gezogen werden. Die Innenverkleidung ist aber oft nicht demontierbar, sondern verklebt. Es gilt nun also – altbewährt (aus Mangel an Alternativen) –, auf beiden Seiten der Bauteile Löcher zu bohren, um auf der einen Seite das Kabel einzuführen und auf der anderen mit Draht und Haken zu "angeln". Eine Sisyphusarbeit, denn ständig bleibt der hängen oder verbiegt. Nur durch Lauschen lässt sich erahnen, wo hinter der Wand er sich gerade befindet.

Wie viel einfacher wäre es, wenn man sähe, wohin der Draht sich bewegt? Etwa mit einem "Helfer", der bei keinem Bootsausrüster zu finden ist: einem Endoskop aus dem Internet. Es überträgt direkt per WLAN aufs Smartphone und lässt sich an der Spitze sogar mit einem Haken modifizieren. Und nun wird die Arbeit zum Kinderspiel: ein bisschen hoch, ein bisschen vor, das Kabel angehakt und durchgezogen. Wunderbar, wenn einen jemand auf solch ein Gimmick bringt. Wir stellen Ihnen 19 solcher "Helfer" vor.

Lieber in Papierform lesen? Der Artikel erschien in BOOTE 05/2020. Sie können das Heft hier nachbestellen.


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1. Temperatur im Blick

Funkthermometer Gründe zur Temperaturmessung an Bord gibt es viele. Und wer sich mit dem Gedanken trägt, ein neues Funkthermometer für die Kabinen oder den Fahrstand anzuschaffen, sollte darüber nachdenken, statt eines normalen 1-Kanal-Geräts eines mit vier Sensoren zu wählen. Warum? Befestigt man einen Sensor mit Schellenband oder Kabelbindern am Auspuffschlauch (nur bei Innenbordern), lässt sich damit auf einfache Weise die Funktion der Motorkühlung überwachen. Dabei sollte man darauf achten, einen möglichst großen Abstand zum (sehr heißen) Auspuffkrümmer einzuhalten. Obwohl die absoluten Temperaturwerte wenig aussagekräftig sind, lässt sich doch ein ungewöhnlicher Anstieg diagnostizieren, der auf einen eventuellen Fehler im Kühlsystem hinweisen würde. Die Batterie solcher Geber hält rund eine Saison. Nützlicher Nebeneffekt: Je nach Gerät lassen sich sogar Alarmwerte einstellen oder die Luftfeuchtigkeit überwachen. Bei Doppelmotoren-Anlagen kann man darüberhinaus die Temperaturen beider Motoren miteinander vergleichen, wobei Abweichungen von bis zu fünf Grad keine Seltenheit sind.

Preise: ab 25 Euro im Internet oder im Elektronik-Handel >> z.B. hier erhältlich*


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2. Tropffrei

Benzinkanister Wer in der Natur Benzinmotoren nachtankt, sollte tunlichst aufpassen, dass kein Tropfen danebengeht. Laut einer Studie werden in den USA jährlich 100000 Liter Benzin beim Nachfüllen von Gartengeräten "verkleckert". Deshalb hat die Schweizer Firma Birchmeier als Hersteller von Sprüh­flaschen einen neuartigen Benzinkanister entwickelt. Der "Rapidon 6" ist durch seine zwei Griffe überaus handlich, besitzt ein Fassungsvermögen von acht Litern und ermöglicht es durch seine ausgeklügelte Verschluss­technik, den Treibstoff beinahe auf den Tropfen genau zu dosieren.

Zum Befüllen wird zunächst das Befüllrohr vorn ausgeklappt, wobei sich gleichzeitig ein Ventil öffnet. Als Nächstes wird der Druckknopf hinten am Griff entsichert. Ähnlich einer Gartenspritze beginnt dann mit dem Drücken des Knopfes auch die Flüssigkeit zu fließen. Ein Federmechanismus unterbricht den Fluss sofort, wenn der Druck auf den Knopf nachlässt.

Preise: ab 28 Euro bei diversen Internethändlern >> z.B. hier erhältlich*


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3. Abdichten, wo's leckt

Bitumenband Die Kühlwasserleitung tropft, die Abgasanlage leckt Dämpfe, die Fensterdichtungen lassen Regen durch – es gibt vielerlei Leckagen, die erst im Hafen vernünftig repariert werden können. Bis dahin bereiten sie unterwegs aber Ärger und Sorge. Für diesen Fall eignet sich selbstverschweißendes Bitumenband aus dem Baumarkt. Eigentlich für die Dichtung von schlecht zugänglichen und daher schwer abzudichtenden Nahtstellen an Regenrinnen oder Dachabdeckungen gedacht, eignet sich das flexible und witterungsbeständige Band mit sehr guter Klebkraft auch für schnelle Lösungen an Bord.

Preise: ab 15 Euro (10 m x 7,5 cm) im Baumarkt oder Internet >> z.B. hier erhältlich*

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Johannes Erdmann am 02.09.2020
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