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Torsten Moench am 27.08.2019

Viele Seekartenplotter arbeiten mit veraltetem Kartenmaterial. Wir zeigen, wie man ein Update macht und was es dabei zu beachten gibt

Elektronische Seekartenplotter findet man heute auf fast jedem Boot. Waren sie vor Jahren überwiegend nur auf großen und teuren Motoryachten zu finden, sind heute selbst kleine offene Motorboote mit diesen nützlichen Navigationshilfen ausgestattet.

Doch Obacht; wer sich allein auf die Elektronik verlässt, läuft Gefahr im Falle eines Stromausfalls ohne Karteninformationen dazustehen. Aus diesem Grund gehört zusätzlich immer eine gedruckte Papierseekarte aufs Boot! Wer auch auf dem elektronischen Plotter das gleiche Kartenbild wie auf der Papierkarte haben möchte, greift zu sogenannten Rasterkarten.

Dabei handelt es sich im Wesentlichen um in verschiedenen Maßstäben als Rastergrafikdatei gespeicherte Papierseekarten, in denen der eigene Schiffsort digital eingeblendet wird. Die optische Erscheinung gleich somit exakt der auf den Papierkarten, und je nach Kartensatz sind bis zu sieben Zoomstufen verfügbar, die natürlich auch detaillierte Hafenpläne beinhalten.

Hier zeigen wir am Beispiel eines Raymarine-C-Serie-Plotters mit Lighthouse-
2.0-Software
und der Seekarten-Software des Delius-Klasing-Verlags, wie man seinen Plotter mit neuen aktuellen Karten füttert. Bei anderen Herstellern ist die Vorgehensweise ähnlich.

1. Was wird gebraucht?
Da wir unsere Seekarten aus dem Internet laden wollen, sind zunächst mal ein Computer mit Internetzugang und ein Kartenleser erforderlich. Damit scheiden Tablet oder Handy für das Seekarten-Update aus.
Kartenleser (Micro-SD) sind bei vielen Computern Standard, wer einen älteren Rechner hat, kann sie auch als externes Zusatzgerät bekommen.

Die Micro-SD-Karte sollte mindestens 8 GB, besser 16 GB Speicherplatz bieten und muss erst einmal für die Verwendung im Kartenplotter vorbereitet werden. Fachleute sprechen von der Initialisierung. Dazu schiebt man die Micro-SD-Karte in den eingeschalteten Plotter und wartet rund eine Minute ab.

Jetzt erkennt der Seekartenplotter die Karte und speichert auf ihr eine kleine Datei namens "Lighthouse_ID.txt" ab. Diese Datei bitte nicht löschen. Sind Computer und Speicherkarte bereit, geht’s zum nächsten Schritt:

2. Karten kaufen
Quellen für elektronische Seekarten gibt es im Internet viele. Um Kompatibilitätsprobleme mit dem Plotter schon im Vorfeld auszuschließen, ist es ratsam, die Kartensoftware direkt über den Gerätehersteller zu beziehen. So kann man sicher sein, dass die angebotene Seekarten-Software auch zur Hardware passt.
Für unseren Raymarine-Plotter mit Lighthouse-Software gingen wir auf die Website http://www.raymarine.de und dort unter "Kaufen" in den "Lighthouse Chart Store".

Bevor der Prozess weiter geht, muss nun ein Account angelegt und sich mit dem selbst angelegten Passwort angemeldet werden. Im nächsten Schritt wählt man unter "Brand" den gewünschten Seekarten-Anbieter; in unserem Beispiel also Delius Klasing. Anschließend wählt man das gewünschte Seegebiet, beziehungsweise den gewünschten Kartensatz, und klickt auf "Add to Cart" um die Karten für den Bezahlprozess im Warenkorb abzulegen.

In der nun folgenden Ansicht klickt man neben den Preisen auf das Symbol "Checkout".

Die Namensgebung ist etwas irreführend, "Checkout" ist hier aber nichts anderes als der "Weiter"-Button.

Im letzten Schritt gibt man seine Zahlungsdaten (Kreditkarte) ein und kann dann die Karten auf den eigenen Rechner herunterladen und sie auf der zuvor initialisierten Micro-SD-Karte abspeichern.

3. Karten auf dem Plotter installieren
Hat man die Micro-SD-Karte mit den gewünschten Kartensätzen an Bord, erfolgt die Installation auf dem Plotter. Dazu schaltet man das Gerät ein und schiebt die Karte in einen freien Kartenschacht, beim  von uns verwendeten Raymarine-Plotter ist dieser mit "SD 2" gekennzeichnet.

Fotostrecke: Installation

Im Hauptmenü geht man dann in die Kartenansicht. Anschließend ruft man über das Menü in "Präsentation" die Kartenauswahl-Funktion auf. Hierin findet sich dann die Liste aller derzeit auf der SD-Karte zur Verfügung stehenden Karten, aus der man die gewünschte Delius-Klasing-Karte aufruft. Diese Einstellung ist nur einmalig nötig, der Plotter greift beim nächsten Start automatisch auf die letzte Auswahl zurück.

Das gesamte Prozedere vom Kauf bis zur Installation dauert nur rund eine Stunde (Internetzugang vorausgesetzt) und stellt sicher, dass man beim nächsten Urlaubstörn mit der aktuellsten Seekarten-
Version
keine böse Überraschung erlebt.                                        

Diesen Artikel finden Sie in der August-Ausgabe 2018 von BOOTE. Hier erhältlich.

Torsten Moench am 27.08.2019