Teak verlegen Teak verlegen

PVC-Teakdeck verlegen

Werkstatt: PVC-Teakdeck richtig verlegen

Manfred Welkamer am 13.03.2015

Mit Messer und Schere: Unsere Variant bekommt ein schmuckes neues „Teakdeck“ aus PVC. Wie Sie selbst ein PVC-Teakdeck verlegen, erfahren Sie hier.

Teak verlegen

Sieht das nicht gut aus? Das neue Deck passt eins a und macht die 38 Jahre alte Variant glatt um 20 Jahre jünger. Und die Rutschgefahr ist auch gebannt. Fazit: Investition, rund 800 Euro für das Material und Arbeit haben sich gelohnt.     

Wer hätte nicht gern eins? Ein Teakdeck sieht edel aus und ist, weil rutschfest, zudem auch noch sicher. Auf der Kehrseite der Medaille stehen Pflegeaufwand, Gewicht und Preis. Wer nicht gern schrubbt, es leicht haben und sein Portemonnaie schonen will, sucht nach Alternativen und findet bei Robert Lindemann (www.lindemann-kg.de) den "dek-king", einen Decksbelag aus UV-stabilisiertem PVC. Den in 10-Meter-Streifen mit Nut und Feder gefertigten Belag gibt es in verschiedenen Breiten und Farben. Genau das Richtige für unsere Variant, deren Deck glatt und in einem schlechten Zustand ist. Das neue Deck wird in großen Platten verklebt. Das heißt,  man braucht Schablonen, auf denen die Streifen zugeschnitten, eingepasst und mit Stiften fixiert werden.

1. Schnittstelle:
Bei einem Holzboot wie unserer Variant geht's ohne Schablone. Hier werden die mit einem Cutter-Messer zugeschnittenen Streifen direkt aufs Deck "gestiftet". Ein Lineal sogt dafür, dass beim Schneiden nichts schiefgeht.

2. Scheren-Schnitt:
"dek-king" ist leicht zu verlegen, sagt der Hersteller. Wir glauben, dass es ohne Erfahrung im Umgang mit Holz und Werkzeugen nicht funktioniert. Am einfachsten geht’s mit der angebotenen Schere mit Gradskala.

3. Aller Anfang ist schwer:
Damit am Ende nicht alles krumm und schief wird, müssen die ersten Deck-Streifen an den Außenkanten und am Kajütaufbau wirklich perfekt passen. Wird hier schlampig gearbeitet, ist Stress vorprogrammiert.

 4. Wärme wirkt Wunder: Dass vor Beginn der Verlegearbeiten "klar Schiff" gemacht werden muss, versteht sich von selbst. Beschläge gehören abgebaut. Will der schnurgerade Deck-Streifen trotz allem nicht in die "Kurve", hilft eine Warmluftpistole.

 5. Klare Kante: An den Kanten überstehendes Material lässt sich mit einem kleinen Hobel aus Metall problemlos abziehen. Wichtig sind kleine Schritte und eine scharfe Klinge. Ist die stumpf oder falsch eingestellt, gibt es Ausreißer – und die mag keiner.

6. Schräge Typen: Gehrungen müssen perfekt passen und werden deshalb am besten mit der "Gradskala-Schere" zugeschnitten. Lässt sich ein Beschlag nicht abbauen, ist "Schnitzen" angesagt. Soll’s rund werden, hilft dabei eine Lochsäge aus dem Baumarkt.

7. Abgeschnitten: Nach dem Zuschnitt auf Länge fehlt an den Gehrungen der schwarze, elastische Fugenstreifen. Logisch und deshalb kein Problem. Der Hersteller von "dek-king" bietet den Fugenstreifen als (10-) Meter-Ware  im Zubehör an. Klar, ohne gehts nicht.

8. Klebestreifen: Die schwarzen Fugenstreifen werden mit Stelmax-Kleber (gibt es bei "dek-king" im Zubehör) an ihrer dafür vorgesehenen "Lippe" unter den Deckstreifen geklebt. Einfacher geht's nun wirklich nicht.

9. Problem-Zone: Geht's, wie an der Motorwanne, bei den Decksformen richtig rund, hilft beim Zuschnitt und beim Kleben häufig nur noch die sanfte Gewalt der Schraubzwinge.

10. Die neue Mitte: Auf dem Vordeck arbeitet man sich von der Mitte aus nach außen vor. Weil es einfach besser aussieht, ist der Mittelstreifen etwas breiter (70 statt 50 mm). Das passt. Die Klebebandstreifen verhindern, dass der Decksbelag beim Zusammenstecken und -kleben nicht auf dem Deck haften bleibt.

11. Bleistift und Papier: Wirds knifflig, helfen selbst gemachte Schablonen. Die Formen der gesuchten Deck-Streifen werden so, wie sie sein sollen, am Objekt auf Klebeband, Papier oder Pappe  gezeichnet.

12. Klein, aber fein: Die mithilfe der aufgezeichneten und ausgeschnittenen Schablonen zugeschnittenen Kleinteile werden Stück für Stück eingepasst. Das kann dauern, aber die Mühe lohnt sich. Und wenn es irgendwo klemmt, hilft der kleine Hobel mit der scharfen Klinge. 

13. Leibes-Übungen: Auf den Seitendecks arbeitet man von außen nach innen. Wichtig ist die Leibung: Den ersten Deck-Streifen an der Bordwand so anzupassen, dass der letzte Deck-Streifen am Kajütaufbau nicht zu schmal wird. Der Rat des Fachmannes: lieber einmal zu viel als zu wenig messen.

14. Auf geht's: Das fertig zugeschnittene und lediglich an Nut und Feder verklebte Seitendeck wird vor der großen Klebe-aktion auf der gesamten Fläche noch einmal vorsichtig abgehoben. 

15. Bloß nicht fallen lassen: Passt alles und hatte der Stelmax-Kleber 24 Stunden Zeit, die Deck-Streifen fest miteinander zu "verschweißen", kann das neue Vordeck in einem Stück abgehoben werden. Das geht am besten zu zweit. Wie bei den Seitendecks haben Klebebandstreifen und der sorgfältige Umgang mit dem Kleber verhindert, dass der neue "Streifenanzug" auf dem alten Vordeck haften bleibt.

16. Wenn möglich, bitte wenden: Die Rückseite des neuen Vordecks wird vor dem Verkleben mit dem "Aktivator von Sikaflex" behandelt. Das geht mit der Lammfellrolle deutlich besser als mit dem Pinsel. Wichtig: Den Aktivator vor dem Kleben mindestens zehn Minuten ablüften lassen.

17. Großreinemachen: Das angeschliffene (80er Papier) Deck des Bootes muss absolut staubfrei sein. Danach werden mit der Lammfellrolle Aktivator und Primer aufgebracht.

18. Ein dickes Ding: Sind Aktivator und Primer abgetrocknet, wird der Sikaflex-Kleber (291i oder 298i) in dicken "Würsten" aufgetragen.

19. Zähne zeigen: Den Kleber mit einem Zahnspachtel gleichmäßig verteilen. 

20. Roll on, roll off: Damit es keine hässlichen Luftblasen gibt, wird der aufgelegte Decksbelag mit einem Andrückroller (gibt es bei "dek-king" im Zubehör) kräftig fest gedrückt.

21. Der berühmte Druck von oben: Den eben verklebten und fest angerollten Decksbelag mit möglichst vielen Gewichten beschweren und eine Nacht lang ruhen lassen. 

22. Gesucht wird eine ruhige Hand: Die Kanten müssen mit dem Sikaflex-Kleber versiegelt werden. Wer es kann, braucht nicht abzukleben. Ungeübte sollten vor dem Versiegeln jede Kante mit Klebeband abkleben. 

23. Die Richtung muss stimmen: Überstehender Kleber muss abgeschliffen werden. Das geht am besten mit 40er Schleifpapier. Wichtig ist nur, dass immer in Richtung der Maserung geschliffen wird. 

24. Gesucht wird: Decksbeschläge, Bugkorb und Scheuerleiste kommen an Deck. Wer sich bei der Demontage einen Lageplan gemacht hat, muss die Bohrungen jetzt  nicht lange suchen. 

25. Ein gutes Ende: Dem vormals glatten und arg ramponierten Achterdeck fehlt nur noch der unter Punkt 23 beschriebene letzte Schliff. Das wars dann! 

Manfred Welkamer am 13.03.2015