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Zubehör: Hilfsmittel

Boat-Office

Johannes Erdmann am 01.04.2021

Arbeiten an Bord: Viele Schiffseigner verlagern ihr Büro aus dem Homeoffice an Bord. Ob das so einfach möglich ist und welche Hilfsmittel es gibt – wir haben Infos und Tipps zusammengestellt

Seit der Pandemie ist Heimarbeit in Deutschland nicht nur erlaubt, sondern in vielen Firmen und Berufszweigen sogar ausdrücklich erwünscht. Doch nicht jeder hat daheim ein abgeschlossenes Büro zur Verfügung. Und überhaupt: Wie verlockend ist es, mit der offiziellen Freigabe des Arbeitgebers seinen Arbeitsplatz an den Lieblingsort zu verlegen: an Bord des eigenen Schiffes.

Denn grundsätzlich steht dem nichts entgegen. Im Gegenteil: Wo kann man kreativer arbeiten als dort, wo man sich wohlfühlt? "Dafür brauche ich ja nur mein Laptop und Internet", ist manch einer überzeugt. Doch das ändert sich, wenn aus dem willkommenen Szenenwechsel an Bord plötzlich Alltag wird.

Den Artikel "Boat-Office" mit  finden Sie in BOOTE-Ausgabe 04/2021 seit dem 17.03.2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Denn bereits nach dem ersten Vormittag am Salontisch tut in den meisten Fällen der Rücken weh. Die breiten Polster vieler Boote sind schließlich dafür gedacht, im Urlaub bequem darauf auszuspannen und im Bedarfsfall auch mal einem Übernachtungsgast eine ausreichend breite Unterlage zu bieten. Entsprechend weit weg ist das Rückenpolster vom Tisch, und eine ergonomische Sitzposition wird kaum gefunden werden. Für Unannehmlichkeiten wie diese gibt es in vielen Fällen ein "workaround": Viele Boatoffice-Arbeiter wechseln deshalb häufig die Sitzposi­tion, vom Salon an den Kartentisch oder ins Cockpit, um etwas Abwechslung zu bekommen. Aber eine Lösung ist dies nicht. Für wen die Arbeit an Bord eine langfristige Alternative darstellen soll, der wird sich einige Gedanken machen müssen, wie ein adäquater Arbeitsplatz dort gestaltet werden kann.
Auch auf Dauer angenehm?

Denn nicht nur das Sitzen wird an Bord mit der Zeit zum Problem. Im Alltag wird jeder, der das Boatoffice ausprobiert, mit Ablenkung und dem Mangel an Equipment konfrontiert werden. Beim Erarbeiten von Tabellen beispielsweise wird das ständige Hin- und Herschalten zwischen Dokumenten mit der Zeit mühselig. Das Display des Laptops ist schlicht zu klein, um mehrere Fenster darzustellen, es fehlt ein zweiter Monitor. Oder zumindest eine Möglichkeit, die Unterlagen auszudrucken. Gelegentlich müssen unterschriebene Dokumente ins Büro – doch die nächste Post ist fast immer eine Autofahrt entfernt und kein Scanner für den Versand per E-Mail vorhanden. Und wo liegt gleich noch mal der Notizzettel von gestern? Sich ein effektives Arbeitsumfeld an Bord zu schaffen fällt vielen schwer.

Selbst wenn sich alles mit der Zeit digital organisieren lässt, treten andere Probleme auf: beispielsweise instabiles Hafen-WLAN, weil das Boot zu weit von der Antenne entfernt liegt und einige Stegnachbarn Netflix schauen. Und dann auch noch "so ein Spinner" nebenan, der ständig mit dem Jetski durch den Hafen röhrt. Und der andere Nachbar hat schon wieder seinen Grill angeworfen – wer soll sich dabei konzentrieren?

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Johannes Erdmann am 01.04.2021
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