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Netz an Bord

Olaf Schmidt am 24.08.2020

Vom besseren WLAN-Empfang im Hafen bis zur unabhängigen Internetanbindung: Wir zeigen, wie Sie Ihr Boot onlinefähig machen

Leben ohne Internet: Das ist kaum noch vorstellbar – schon für den Wetterbericht geht es nicht ohne. Ein Wochenende vielleicht mal, aber kein ganzer Urlaub offline. Und wer die Zeichen der Zeit nutzt, um vom Büro ins Boatoffice zu wechseln, kommt ohne Netz gar nicht aus. WLAN gibt es in fast jedem Hafen kostenlos, außerdem in vielen Cafés und über – teils kostenpflichtige – Hotspots. Daher, sollte man meinen, kommt man auch im Urlaub leicht ins Netz, ohne das Mobilfunk-Datenvolumen arg zu strapazieren. Auf dem Boot ergibt sich leider oft ein anderes Bild: Am Liegeplatz ist das Hafen-Netz schlecht zu empfangen, die Verbindung reißt oft ab, und es ist langsam. Da ist nicht nur bei Online-Junkies Frust programmiert.

Wir zeigen hier die gängisten Wege auf, wie sich die Situation verbessern lässt. Das Erste, was Sie sich klarmachen sollten, ist: WLAN funktioniert im Prinzip nicht anders als Sprechfunk. Der Unterschied für den Anwender ist nur, dass nicht Sprache, sondern Daten übertragen werden. Da aber die Sendeleistung und die Antennen viel kleiner sind, klappt die WLAN-Verbindung nicht über Meilen, sondern bestenfalls ein paar Hundert Meter.

Für hohe Übertragungsraten muss WLAN auf sehr hohen Frequenzen arbeiten. 2,4 GHz oder 5,8 GHz sind gängig. Dabei verhalten sich die Funkwellen schon sehr ähnlich wie Licht: Die Verbindung kommt nur zustande, wenn sich beide Stationen gut sehen können.

Abstecher für Technikfreaks: UKW-Seefunk arbeitet bei 156 MHz (das sind 0,156 GHz) und geht noch gut durch Gebäude und etwas "um die Ecke". Hier werden für die DSC-Funktionen auch Daten übertragen, aber mit der Geschwindigkeit einer ungeübten Person an der mechanischen Schreibmaschine. Das wäre also keine Alternative fürs Internet.

Die Sichtverbindung ist der erste Ansatzpunkt, um den WLAN-Empfang auf dem Boot zu verbessern: Gehen Sie mit Ihrem Tablet oder Notebook nach oben. Im Cockpit ist die Verbindung fast immer besser als in der Koje. Ziel ist es, die WLAN-Basisstation des Hafens (den so genannten Zugriffspunkt) sehen zu können. Die steht entweder auf dem Gebäude des Hafenmeisters, oder es sind mehrere davon auf den Brücken verteilt.

Wie beim Licht gibt es auch bei Funk (WLAN) Schatten und Reflexionen. Nur dass man nicht so leicht sehen kann, wo die guten Stellen sind. Die Sitz- oder Liegeposition zu ändern bewirkt oft, dass Sie Ihr Gerät zwischen hellen und dunklen Bereichen, also zwischen gutem und schlechtem Empfang, verschieben. Sich bei schlechter Verbindung einfach mal umzudrehen kann helfen. Oder auch schiefgehen, sodass gar kein Netz mehr da ist, dann müssen Sie eben zurück. Aber den Versuch ist es Wert.

Wo an Bord die guten Stellen mit gutem Netz sind, hängt wie beim Licht von der Position der Sonne zum Schiff ab. Hier ist natürlich die Funk-Sonne, also der WLAN-Zugriffspunkt gemeint. Die Verhältnisse ändern sich daher von Hafen zu Hafen, von Liegeplatz zu Liegeplatz, mitunter schon, wenn Sie Ihr Boot anders herum in dieselbe Box legen.

Aufbauten aus Kunststoff und Persenninge sind normalerweise kein großes Funkhindernis – solange sie trocken sind. Bei Regen hilft es, die Seite in Richtung Zugriffspunkt aufzuklappen, sofern mit der Windrichtung praktikabel.

Größere Häfen haben mehr als einen Zugriffspunkt: Sie sehen das daran, dass in der WLAN-Liste im Handy das Hafen-Netz mehrfach auftaucht. Welches davon den besten Empfang liefert, kann sich je nach Aufenthaltsort stark unterscheiden. Ob der Wechsel zwischen den verschiedenen Zugriffspunkten desselben Anbieters automatisch klappt, hängt von vielen Einstellungen ab, sowohl in Ihrem Gerät als auch beim Hafen-Netzwerk, und ist eher unwahrscheinlich. Wenn Sie sich also gleich nach dem Anmelden noch beim Hafenmeisterbüro ins WLAN einloggen, haben sie wahrscheinlich zurück auf Ihrem Boot kein gutes Netz mehr. Nicht ärgern, sondern erst mal nachsehen, ob nicht ein anderer Zugriffspunkt mit guter Signalstärke zu bekommen ist.

Bis hier kamen die Empfangsverbesserungen ohne Investitionen oder Hardware-Modifikationen aus, doch das ist nun ausgereizt. Und sie alle waren mit einem fest eingebauten Rechner oder Plotter mit WLAN nicht nutzbar. Der nächste Optimierungsschritt ist eine externe Antenne fürs Drahtlos-Netzwerk.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der September-Ausgabe von BOOTE. Seit dem 19.8.2020 hier erhältlich!

Olaf Schmidt am 24.08.2020
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