Der NeckarFoto: Bodo Müller

ReviereDer Neckar

Unbekannt

 8/6/2014, Lesezeit: 12 Minuten

Burgen und Burgunder: Der Neckar ist Deutschland jüngstes Charterrevier. Eine Entdeckungsreise auf dem Fluss zwischen Ludwigsburg und Heidelberg.

Foto: Bodo Müller
Bild 19Foto: Bodo Müller
Bild 1Foto: Bodo Müller
Bild 2Foto: Bodo Müller
Bild 3Foto: Bodo Müller
Bild 4Foto: Bodo Müller
Bild 5Foto: Bodo Müller
Bild 6Foto: Bodo Müller
Bild 7Foto: Bodo Müller
Bild 8Foto: Bodo Müller
Bild 9Foto: Bodo Müller
Bild 10Foto: Bodo Müller
Bild 11Foto: Bodo Müller
Bild 12Foto: Bodo Müller
Bild 13Foto: Bodo Müller
Bild 14Foto: Bodo Müller
Bild 15Foto: Bodo Müller
Bild 16Foto: Bodo Müller
Bild 17Foto: Bodo Müller
Bild 18Foto: Bodo Müller
Bild 19Foto: Bodo Müller
Bild 1Foto: Bodo Müller
Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5
Bild 6
Bild 7
Bild 8
Bild 9
Bild 10
Bild 11
Bild 12
Bild 13
Bild 14
Bild 15
Bild 16
Bild 17
Bild 18
Bild 19

Spät in der Nacht erreichen wir mit dem Auto das Boot-Center Dölker in Poppenweiler, einem Stadtteil von Ludwigsburg, bei Neckar-Kilometer 166. Wir parken zwischen aufgebockten Motorbooten, an denen offensichtlich tagsüber gearbeitet wird. Es ist Mitte Juli, Hochsaison auf dem Fluss. An einem kleinen Steg des Werftgeländes liegt ein Stahlverdränger. Am Bug lesen wir "Infinity" – das muss unser Charterboot sein. Wie mit dem Vercharterer abgesprochen, gehen wir trotz vorgerückter Stunde an Bord. Eine Woche lang wollen wir auf dem Neckar unterwegs sein.

Foto: Bodo Müller

Zugegeben, wir kennen das blaue Band Baden-Württembergs bisher überhaupt nicht. Wohin also fahren? Stromaufwärts in Richtung Schwäbische Alb bis nach Stuttgart und dann weiter bis Kilometer 201, wo in Plochingen die Schiffbarkeit endet? Stromabwärts, in Richtung Odenwald, warten dagegen Heilbronn, Hirschhorn und Heidelberg. Wir entscheiden uns für die Reise zu Tal. Der Strom spielt dabei keine Rolle, denn der Neckar ist komplett reguliert, und die Strömungsgeschwindigkeit liegt – bei normalen Wasserständen – bei 1,5 km/h. Es sind die Sehenswürdigkeiten, die uns locken.

Foto: Bodo Müller

Wer zum ersten Mal auf dem Neckar fährt, muss einiges lernen: Wir lassen die Charterstation in Poppenweiler achteraus und steuern nach anderthalb Kilometern auf die Schleuse Poppenweiler zu. Alle Schleusen haben zwei Kammern. Die rechte ist gefüllt, und wir wollen einfahren, doch die Ampel steht auf Rot. Geschleust wird nur nach Anmeldung per Handy oder UKW. Am besten macht man es eine Viertelstunde vorher, damit die Schleuse vorbereitet werden kann. Das Personal ist sehr freundlich und füllt dann eine der Kammern, sodass man möglichst keine Wartezeit hat – vorausgesetzt es hat sich kein Berufsschiff angemeldet.

Über Funk rufe ich also die Schleuse und erhalte zur Antwort: "I fülla gloi die Kammr. Dann könna sie hinoifahra." Äh? Wie bitte? "I han ihna do gsagd: I fülla gloi die Kammr. Dann könna sie hinoifahra." Doch an das spezielle Schleusen-Schwäbisch (oder -Fränkisch) hat man sich spätestens nach der dritten Staustufe gewöhnt.

Die nächste neue Erfahrung ist, dass man nie einen Schleusenwärter zu Gesicht bekommt. Jener sitzt oben in seinem Turm hinter nicht einsehbaren Wärmeschutzscheiben und überwacht den Verkehr mit Kameras. Also keine Leine annehmen und auch kein Schnack an der Pier. Und noch einen Unterschied gibt es zu den üblichen Charterrevieren in Deutschland: Der Neckar ist eine Großschifffahrtsstraße mit sehr viel Berufsschifffahrt.

Nach der Schleuse Poppenweiler fahren wir durch zur Schiller-Stadt Marbach, passieren die dortige Schleuse und suchen unterhalb einen Anleger, um uns das mittelalterliche Städtchen anzusehen. Vor einem Biergarten direkt am Neckar gibt es zwei Anleger. Wir machen kurz fest, und ich frage den Mann hinterm Tresen, ob wir hier bleiben dürfen: "Noi, da könna sie ned bleiba. Da legd a Bersonenschiff a."

Wir fragen nach einer anderen Liegemöglichkeit und werden wieder enttäuscht: "Für Schbordboode gibd's keina Anlegr. Unsere Gäschde komma älle mid dem Karra." Weit oben auf dem Berg thront aber das Schiller-Nationalmuseum. Wo also anlegen in der Geburtsstadt des großen Dichters?

Wir motoren ein Stück zurück in Richtung Schleuse. Genau an der Stelle, wo der Schleusenkanal und der Wehrgraben zusammenfließen, gibt es am Marbacher Ufer eine befestigte Uferterrasse mit einem etwa sechs Meter kurzen, hölzernen Steg. Wir hangeln uns mit dem etwas zu großen Boot langsam an den kleinen Steg heran und haben wider Erwarten noch eine Handbreit Wasser unterm Kiel. Der Steg ist neu und solide. Kein Schild, das uns sagt, ob wir bleiben dürfen. Vielleicht ist es ja doch ein Sportbootanleger für die Besucher von Marbach?

Das alte Zentrum der Schiller-Stadt ist in wenigen Minuten erreicht. In der Niklastorstraße 31 wurde der berühmte Dichter im Jahre 1759 geboren, lebte allerdings nur vier Jahre hier. Nach seinem Tod erwarb die Stadt das Geburtshaus dennoch und richtete darin ein Museum ein. Auf der Anhöhe über der Stadt, die seit 1876 "Schillerhöhe" heißt, wurde 1903 das Schiller-Nationalmuseum errichtet. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf den Neckar mit unserem Liegeplatz.

Als wir am späten Nachmittag zurückkehren, liegt das Boot noch immer gut, und niemand hat sich beschwert. Wir nehmen unsere Bord-Fahrräder und radeln etwa fünf Kilometer einen herrlichen Uferweg entlang nach Ludwigsburg, der Stadt der Schlösser. Unbedingt sehenswert ist das Residenzschloss Ludwigsburg, das sich Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg zwischen 1704 und 1733 im Barockstil bauen ließ. Mit seinen eindrucksvollen Parkanlagen ist es eines der größten Barockschlösser in Deutschland. Alljährlich werden dort von Mitte Mai bis Ende September die Ludwigsburger Schlossfestspiele veranstaltet. Das Repertoire reicht von Barock bis Blues – unbedingt empfehlenswert (www.schlossfestspiele.de).

Wir lassen Marbach achteraus und passieren nach zwei Kilometern die Steganlage des Motorboot-Clubs Benningen an Backbord – ein alternativer Anleger für den Besuch der Schiller-Stadt. Weiter abwärts bilden die Weinberge von Beihingen die Törnkulisse. Wir passieren die Schleuse Pleidelsheim, das Schloss Klein Ingersheim und die Schleuse Hessigheim. Wieder erfreuen endlose Weinberge den Blick: Hier reift das flüssige Gold Baden-Württembergs.

Hinter der Schleuse Besigheim wird der Fluss breiter. Zu unserem Erstaunen kommen uns Segelyachten unter Segel entgegen – und je mehr wir uns Lauffen nähern, desto mehr Segler werden es. Im Oberwasser der Staustufe liegt dann auch ein Wassersportverein neben dem anderen am linken Ufer. Wir steuern einen Steg an und fragen, wo man als Gast anlegen kann. "Der Chef vom Segelclub weiß das", ruft ein Bootsfahrer und zeigt auf eine der Yachten auf dem Fluss.

Wir fahren also dem Chef auf seiner Segelyacht hinterher und bitten um einen Gastplatz. "Tut mir leid, an unseren Stegen ist es zu flach für Sie", lautet die Antwort. "Aber wir haben viel weniger Tiefgang als eine Kielyacht", wenden wir ein. Ohne Wirkung: "Bei uns gibt es keinen Platz. Versuchen Sie es anderswo." Damit fährt er eine Wende und zeigt uns seinen Rücken.

Ein Mann auf einem Hausboot am Ufer hat uns offensichtlich beobachtet und gibt uns Handzeichen, ihm zu folgen. Er führt uns zu einer kurzen öffentlichen Liegestelle zwischen den Vereinsgrundstücken. Während er unsere Leinen annimmt, entschuldigt er sich für den anderen Skipper: "Auf Gäste mit Charterbooten ist man hier noch nicht eingestellt."

Genau gegenüber liegt ein 100 Meter langes Binnenschiff mit dem neugierig machenden Schiffsnamen MS "Wissenschaft". Offensichtlich hat es keine Fracht geladen, denn laufend strömen Besucher aller Altersgruppen über die Gangway an Bord. Wir strömen jedoch zunächst in Richtung Lauffen und suchen ein Lokal. Die am rechten Ufer gelegene Altstadt hat schöne Fachwerkhäuser. In der Rathausstraße finden wir ein Restaurant mit Terrasse am Neckar, auf die das goldene Abendlicht scheint – und dort treffen wir zufällig die Eigner des auffälligen Binnenschiffes mit dem Namen "Wissenschaft".

Karin und Albrecht Scheubner laden uns ein, am nächsten Tag mit unserem Charterboot längsseits zu kommen und an Bord der "Wissenschaft" zu frühstücken – gesagt, getan! Kapitän Scheubner führt uns in den Laderaum. Der ganze Schiffsbauch ist eine Ausstellungshalle. Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung tourt das Motorschiff durch Deutschland und zeigt modern und multimedial aufbereitete Ausstellungen zu Themen aus Wissenschaft und Forschung (www.ms-wissenschaft.de).

Über die Schleusen Lauffen und Horkheim fahren wir weiter nach Heilbronn und steuern rechts in den Alten Neckar hinein, der in Richtung Altstadt führt. Durch einen grünen Korridor von Parkanlagen und durch Uferalleen geht es in die City. Leider können wir sie nicht komplett durchfahren, weil die "Götzenturmbrücke" für uns zu niedrig ist.

Gern jedoch würden wir im Alten Neckar einen Liegeplatz finden und entdecken an der Einfahrt den schön gelegenen Steg der Marinekameradschaft Heilbronn. Nur zwei Boote liegen dort längsseits, mindestens doppelt so viele hätten Platz. Es ist spätnachmittags, und es sieht nicht so aus, als ob noch jemand erwartet würde. Ich wähle die im Törnführer angegebene Nummer. Doch kaum habe ich meine Bitte um einen Liegeplatz formuliert, bekomme ich eine mehr als deutliche Abweisung.

Ich rufe unseren Vercharterer an und bitte ihn, uns zu sagen, wo wir in Heilbronn anlegen können. Er lotst uns zu einem Steg an einem parkartigen Ufer gegenüber der Schleuse. Der Anleger gehört der Heilbronner Fahrgastschifffahrt Stumpf, aber der Vercharterer hat den Steg extra für seine Gäste angemietet. Der Schlüssel für das abgeschlossene Tor befindet sich an Bord. Alles passt.

Trotzdem schade, dass es in Heilbronn keinen Wasserwanderrastplatz für Gäste gibt. Dabei hat die Stadt für Bootstouristen viel zu bieten: Der schiffbare Alte Neckar führt direkt ins Zentrum. Dort liegt auch das Theaterschiff "Roanber", ein ehemaliges französisches Binnenschiff, das ursprünglich verschrottet werden sollte. Gezeigt werden Kleinkunst, Musik und Kabarett. Das Theaterschiff in Heilbronn genießt Kultstatus und ist oft ausgebucht. Am besten die Tickets vorher online buchen: www.theaterschiff-heilbronn.de

Ab der Schleuse Heilbronn bis zur Schleuse Kochendorf dominieren Indus-triegebiete mit Verladehäfen das rechte Neckarufer. Danach wird die Landschaft wieder schön. Wir fahren jetzt in die Region der Burgen und Schlösser. Abends legen wir am oberen Anleger vor der Schleuse Gundelsheim an und radeln durch die nette Altstadt von Gundelsheim hinauf zum Schloss Horneck. Von dort hat man einen atemberaubenden Blick über den Neckar und die Weinberge – unbedingt empfehlenswert. Ein guter Platz für den Sundowner oder zum Abendessen ist die "Alte Neckarmühle" mit schöner Terrasse unmittelbar am Unterwasser der Schleuse. Leider hat das Lokal keinen Anleger.

Schloss Horneck liegt im schönsten Licht vor uns, als wir uns morgens in Gundelsheim zu Tal schleusen lassen. Am Ufer vis-à-vis thront die Burg Guttenberg. Und nach dem Passieren einer Flussschleife kommt an Steuerbord auch die Burg Hornberg in Sicht, eine der bekanntesten Burgen in Deutschland.

Der fränkische Reichsritter Götz von Berlichingen kaufte 1517 die Burg Hornberg und lebte dort bis zu seinem Tode. 1504 wurde dem streitbaren Recken die rechte Hand weggeschossen, und er ließ sich eine eiserne Prothese anfertigen, was ihm den Beinamen "Ritter mit der eisernen Hand" einbrachte. Ein literarisches Denkmal setzte ihm Johann Wolfgang von Goethe im 1774 uraufgeführten Schauspiel "Götz von Berlichingen". Dass es aber ein donnernder Schmähruf seiner Hauptfigur sein sollte, der als Zitat die Zeit überdauerte, konnte der Dichterfürst wohl kaum ahnen. Denn es war Götz, der rief: "Er kann mich im Arsche lecken!"

Die Burg mit ihren Weinbergen liegt an Steuerbord zum Greifen nahe. Aber wo anlegen? Es gibt hier am rechten Ufer diverse kleine Stege oder Schwimmpontons, die alle selbst gebaut aussehen. Wir fahren auf und ab und suchen nach einem Schild, auf dem stehen könnte: "Gäste der Burg Hornberg willkommen." Aber nichts dergleichen gibt es. Vielleicht sieht der Geist des alten Götz von oben bei unserer vergeblichen Suche zu.

Schließlich machen wir an einem kleinen Schwimmponton fest, in der Hoffnung, dass nicht gleich der Eigentümer mit seinem Schiffchen kommen wird. Zur Sicherheit hängen wir einen großen Zettel mit Handynummer außen ans Boot. Über die steilen Weinterrassen wandern wir zur Burg. Das Weingut ist das älteste in Deutschland: Seit 1612 ist es im Besitz der Familie von Gemmingen, und in zwölfter Generation setzt der heutige Burgherr die Tradition fort. Burg, Museum und historischer Weinkeller können besichtigt werden (www.burg-hornberg.de).

In der ehemaligen Vorburg gibt es heute ein Hotel und ein Panorama-Restaurant, wo wir bei einem Hornberger Weißburgunder den weiten Blick über das Neckar-tal genießen – allerdings nicht, ohne ein Auge auf unseren "geborgten" Liegeplatz und sich nähernde Boote zu haben.

Fast gegenüber von Burg Hornberg, jedoch am jenseitigen Neckarufer, liegt der Sportboothafen des HBV Haßmersheim. Auf dem Schild an der Einfahrt steht "Gäste willkommen". Wir steuern in den hübschen, kleinen Hafen und fragen, ob wir Trinkwasser bunkern dürfen. "Kein Problem", sagt der Hafenmeister und hilft uns beim Festmachen am schwimmenden Vereinshaus. Gleich nebenan ist ein großer Supermarkt, und so nutzen wir die Gelegenheit, auch den Kühlschrank zu füllen. Gern wären wir länger geblieben, doch die Hälfte der Charterwoche ist bereits um und unser Ziel Heidelberg noch weit.

Um 19.40 Uhr legen wir ab und laufen kurz darauf in die Schleuse Neckarzimmern ein, um 21.45 Uhr dann in die Schleuse Guttenbach. Wir sind begeistert, dass hier bis 22 Uhr geschleust wird. Zwei Kilometer weiter schließlich machen wir am rechten Ufer an einer ehemaligen Verladepier in Neckargerach fest.
Morgens haben wir den Eindruck, dass die Landschaft immer schöner wird. Beide Ufer sind von Bergen und Mischwäldern gesäumt, und man sieht jetzt, egal wohin man blickt, immer mindestens eine Burg oder ein Schloss. Zu den eindrucksvollsten Festungen gehört das Schloss Zwingenberg, auf dem heute Prinz Ludwig von Baden mit seiner Familie wohnt. Durch die Schleuse Rockenau geht es weiter zu Tal bis nach Eberbach: endlich ein städtischer Anleger mit reichlich Liegeplätzen! Nur wenige Schritte sind es zum Alten Markt mit seinen Fachwerkhäusern, wo sich heute eine Kneipe an die andere reiht.

Der nächste Tagestörn beschert uns nur in Hirschhorn eine Schleuse, in deren Unterwasser man am rechten Ufer an der Pier vor der Stadtmauer anlegen sollte. Der Ort ist zweifellos ein Highlight am Fluss. Die mittelalterliche Altstadt wird zu Recht "Perle des Neckartals" genannt. Unbedingt empfehlenswert ist ein Aufstieg zum Schloss, der an der Karmeliter-Kloster-kirche Mariä Verkündigung vorbeiführt.

Oben angekommen, hat man einen sagenhaften Blick auf Hirschhorn, den Odenwald und die Neckarschleife. Die Burg aus dem 12. Jahrhundert ist frei zugänglich. Im Renaissance-Palast der Burg ist heute ein Hotel untergebracht. Das dazugehörende Restaurant gilt als eine der Top-Adressen am Neckar (www.schloss hotel-hirschhorn.de).

Weiter geht es durch idyllische Mittel-gebirgslandschaft, doch dann, nach den Schleusen Neckarsteinach und Neckargemünd, erreichen wir die Vororte von Heidelberg. An der gleichnamigen Staustufe geht es noch einmal nach unten und dann im Abendlicht in die berühmte Universitätsstadt hinein.

Welch ein Anblick! Vor uns liegt die alte "Karl-Theodor-Brücke", deren roter Sandstein in der Abendsonne leuchtet. Am linken Ufer, wo die beiden runden Tortürme einst den Zugang zur Altstadt sicherten, beginnt das historische Heidelberg. Überragt wird dieses Panorama von der Heiliggeistkirche und der eindrucksvollen Fassade des Heidelberger Schlosses.

Wir wollen den Augenblick genießen. Am rechten Ufer, von wo aus man den schönsten Blick auf die Altstadt hat, entdecken wir ein stilvolles, altes Schiff mit dem Namen "Heidelberg Suites Patria". Es sieht aus wie ein Restaurant-Schiff. Wir bringen die Fender aus und gehen frech längsseits. Gerade will ich in frisch gelernter Mundart ein paar Begrüßungsworte haspeln. Da kommt schon ein junger Mann, nimmt meine Vorleine: "Buon giorno e benvenuti!", begrüßt uns Gianfranco, der Besitzer dieses schwimmenden, italienischen Restaurants.

Im selben Moment sehen wir ein Polizeiboot kommen. Die freundlichen Beamten wollen unsere Papiere sehen. Danach fragen sie den Restaurant-Chef, ob er erlaubt hat, dass wir an seinem Schiff anlegen. "Tutto va bene!", ruft Gianfranco zurück. "Das sind meine Gäste!" Die Polizisten sind zufrieden. Leider müssen wir nach leckerer Pasta und gutem Wein um 20 Uhr wieder weg, weil die "Patria" jeden Abend zur Mondscheinfahrt ablegt (www.heidelbergsuites.com/patria).

Dafür genießen wir die letzte halbe Stunde auf unserem komfortablen Charterschiff und fahren noch einmal entlang der zauberhaften Altstadt bis zum Motor-Yacht-Club Heidelberg, wo unser Chartertörn auf dem Neckar leider zu Ende geht.