Gypsy Bay Gypsy Bay

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Gypsy Bay

Harald Paul am 08.10.2010

„Abenteuer Kanada“: Fünf lange Monate war die Expeditionsyacht „Gypsy Life“ von Extremskipper Harald Paul im Eis der Küste Labradors gefangen. Der erste „echte“ Temperatursturz im Dezember sorgte bereits dafür, dass die Smelne 1100 fest einfror.

Gypsy Bay

Nebel legt sich an windstillen Tagen wie eine klamme, kalte Decke über die Gypsy Bay. Der beste Platz an solchen Tagen ist möglichst dicht am Ofen in der Plicht.

Blizzard! Wäre es nicht tiefste Nacht, man könnte durch das dichte Treiben draußen doch nichts sehen. Im grellen Lichtkegel unseres Scheinwerfers wirbeln feine Flocken wild durcheinander.

Schneeschleier zucken ums Boot wie zerrissene Vorhänge im Sturmwind vor einem offenen Fenster. Unser Holzofen faucht und hustet, als ginge es auch um sein Leben.

Das Thermometer zeigt „nur“ -27 °C, eine lebensgefährliche Täuschung: Mit zehn Beaufort poliert der Nordwest das Eis, durch den „wind chill“ sinkt die gefühlte Temperatur damit auf unter -45 °C.

Es ist der 16. Januar 2010. Seit einem Monat ist die „Gypsy Life“ nun schon im Eis an Kanadas Ostküste eingefroren. Genauer gesagt liegt unser Winterlager in Labrador, auf Position 56° 42,5’ N; 061° 48,3’ W.

Unsere kleine, durch vorgelagerte Inseln geschützte Bucht ist etwa 20 sm von der nächsten Siedlung entfernt, dem kleinen Küstenort Nain. Eine befestigte Route durch die Wildnis über Land dorthin gibt es jedoch nicht.

Die Strecke ist nur mit dem Motorschlitten zu bewältigen – wenn der Wettergott es zulässt ...Doch dass wir an diesem verlassenen Flecken gelandet sind, ist weder Zu- noch Unfall.

Die gesamte Reportage können Sie sich hier als kostenloses Original-PDF auf 12 Seiten herunterladen.
 

Harald Paul am 08.10.2010