Reise: Österreich - TraunseeFoto: Dieter Wanke

Reise: Österreich - Traunsee

 

13.10.2020, Lesezeit: 10 Minuten

Traumsee Traunsee: Auf 400 Meter Höhe bietet sich Sportbootfahrern viel Abwechslung vor dem Panorama der Nordalpen

Obwohl andere Seen in der Alpenrepublik wesentlich bekannter sind, ist der Traunsee in Oberösterreich immerhin das zweitgrößte Gewässer des Landes und noch dazu das tiefste. Namensgeber ist die Traun, ein Nebenfluss der Donau, der den See von Ebensee im Süden bis zum Austritt in Gmunden im Norden durchfließt. Auf zwölf Kilometer Länge und nur drei Kilometer Breite gibt es für Bootssportler in dem bildhübschen Alpenpanorama ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Dank kurzer Strecken sind die Ziele schnell erreicht. Interessant ist das Revier vor allem für Besucher mit Trailerbooten, denn die können bei Vereinen oder an öffentlichen Rampen zu Wasser gelassen werden. Wer einen Liegeplatz für die Urlaubs­dauer möchte, sollte vorab reservieren. Im Boot übernachten geht nicht, und ab 21 Uhr kehrt Ruhe ein, denn dann herrscht ein Fahrverbot. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es am See für jeden Geschmack. Das Angebot reicht von Campingplätzen und Wohnmobil-Stellplätzen über Apartments, Ferienwohnungen bis zum Luxushotel. In der Nebensaison ist der Andrang überschaubar, im Juli und August ist es voll. Dementsprechend gilt dann eine Einschränkung, denn Verbrennungsmotoren sind in diesen Monaten nicht erlaubt. Manche umgehen das durch Montage einer zusätzlichen Elektromotorisierung.

  Der Traunstein im Hintergrund ist das beherrschende Massiv am See. Stege zum Festmachen gibt es vieleFoto: Dieter Wanke
Der Traunstein im Hintergrund ist das beherrschende Massiv am See. Stege zum Festmachen gibt es viele
  Der Traunstein im Hintergrund ist das beherrschende Massiv am See. Stege zum Festmachen gibt es vieleFoto: Dieter Wanke
Der Traunstein im Hintergrund ist das beherrschende Massiv am See. Stege zum Festmachen gibt es viele

Ansonsten geht am Traunsee alles, was Wassersportler so mögen. Wasserski oder Wakeboarden ist möglich, das Angeln vom Boot ist gestattet, aber mit dem Erwerb einer Erlaubnis verbunden, außerdem kann getaucht, gesegelt oder gesurft werden. Für hungrige und durstige Seeleute gibt es viel Möglichkeiten vom Imbiss bis zum Spitzenrestaurant, meist mit eigenen Stegen. Wer die Ruhe sucht, fährt an lauschige Ankerplätze oder an die Südostküste. Zum Ankern viel zu tief, bieten sich hier einige Plätze, wo Boote direkt vor den steilen Felswänden festmachen können. Auch die Erkundung der Ortschaften mit ihren sehr unterschiedlichen Eigenheiten lohnt sich. Und wer sich einen atemberaubenden Überblick über die herrliche Landschaft verschaffen will, der muss auf einen der Gipfel, entweder mit der Seilbahn oder zu Fuß bei einer schönen Wanderung.

Noch mehr Informationen? Den Artikel "Traumsee Traunsee" mit Serviceteil und nautischen Informationen zum Revier finden Sie in BOOTE-Ausgabe 11/2020 ab dem 21.10.2020 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Wir haben unser Basislager in Gmunden aufgeschlagen, dem mit Abstand größten Ort am See. Im Frauscher-Hafen (www.frauscherhafen.at) gibt es drei moderne Apartments. Andrea Frauscher-Oberfrank freut sich mit ihrem Serviceteam auf Gäste. Wer hier einen Liegeplatz ergattern kann, was eher im Frühjahr oder Herbst gelingt, hat im ehemaligen Betriebsgelände der Frauscher-Werft eine ideale Ausgangsbasis zur Erkundung des Gewässers.

Wassersportler gelangen am besten mit dem Boot ins Zentrum von Gmunden. Direkt hinter dem Austritt der Traun, die nicht schiffbar ist, befindet sich die Steganlage vor dem Rathausplatz mit mehreren Gastplätzen. Die Strömung Richtung Brücke sollte beachtet werden. Besucher dürfen drei Stunden anlegen und können so die Altstadt sowie die Seepromenade mit zahlreicher Gastronomie besuchen. An der hier ebenfalls vorhandenen Schiffsstation hat auch der imposante Raddampfer "Gisela" seinen Liegeplatz. 1871 mit einem 52 Meter langen Rumpf aus vernieteten Stahlplatten gebaut, handelt es sich um einen der ältesten Raddampfer der Welt. Die oszillierende Verbunddampfmaschine kann während der Fahrt vom Deck aus beobachtet werden. Für Technikinteressierte ist die Fahrt also ein besonderes Vergnügen.

  Der Raddampfer "Gisela" gehört zu den ältesten der Welt. Eine Rundfahrt ist nicht nur für Technikfreunde ein GenussFoto: Dieter Wanke
Der Raddampfer "Gisela" gehört zu den ältesten der Welt. Eine Rundfahrt ist nicht nur für Technikfreunde ein Genuss
  Der Raddampfer "Gisela" gehört zu den ältesten der Welt. Eine Rundfahrt ist nicht nur für Technikfreunde ein GenussFoto: Dieter Wanke
Der Raddampfer "Gisela" gehört zu den ältesten der Welt. Eine Rundfahrt ist nicht nur für Technikfreunde ein Genuss

An der Uferpromenade befindet sich auch die Bootsver­mietung Dominik Huber (www.bootsvermietung-
gmunden.at). Wie bei allen Vermietern am Traunsee gibt es neben Paddel- oder Tretbooten ausschließlich Boote mit Elektroantrieb, darunter auch einige Frauscher 650 Alassio. Direkt daneben lockt die Konditorei Baumgartner mit Leckereien und eigenem Anleger. Die nächste Möglichkeit zum Festmachen befindet sich unmittelbar hinter dem Pavillon vor der Esplanade an einer Steinmole mit Ringen.

Noch mehr Informationen? Den Artikel "Traumsee Traunsee" mit Serviceteil und nautischen Informationen zum Revier finden Sie in BOOTE-Ausgabe 11/2020 ab dem 21.10.2020 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

In Sichtweite ist hier auch schon der Union Yacht Club Traunsee (www.uyct.at). Nach freien Gastplätzen muss gefragt werden. Daneben befindet sich eine öffentliche Sliprampe. Unmittelbar davor liegt das malerische Schloss Ort auf einer Insel im See, die eine Brücke mit dem Festland verbindet. Die ursprüngliche Wasserburg existiert mindestens seit dem Jahr 909 und befindet sich nach einer sehr bewegten Geschichte seit Ende des Ersten Weltkriegs im Besitz der Bundesforste. Das Erkunden der Anlage und der Besuch der auch hier vorhandenen Gastronomie lohnen sich.

Wer einen herrlichen Überblick über den See und die Stadt haben will, kann mit der Seilbahn (www.gruenberg.info) auf den Grünberg fahren. Dafür sollte man sich aber Zeit nehmen, denn die Fahrt lohnt sich nur so richtig, wenn man auch den Baumwipfelpfad (kostet extra) mit seiner großartigen Aussicht erkundet und länger auf dem Berg bleibt, wo man eine recht gute Infrastruktur vorfindet. Dazu gehört auch die Grünbergalm (www.gruenbergalm.at), die neben gutbürgerlicher Küche auch noch Zimmer zur Übernachtung anbietet.

  Der See bietet seinen Besuchern bei ausgiebigen Tagestouren mit dem Boot große Vielfalt – und am Abend herrscht dann RuheFoto: Dieter Wanke
Der See bietet seinen Besuchern bei ausgiebigen Tagestouren mit dem Boot große Vielfalt – und am Abend herrscht dann Ruhe
  Der See bietet seinen Besuchern bei ausgiebigen Tagestouren mit dem Boot große Vielfalt – und am Abend herrscht dann RuheFoto: Dieter Wanke
Der See bietet seinen Besuchern bei ausgiebigen Tagestouren mit dem Boot große Vielfalt – und am Abend herrscht dann Ruhe

Nach dem Schloss Ort folgt etwas weiter in Richtung Westen der Tos­canapark und gleich darauf das Strandbad Gmunden mit einer Bar am Steg, an dem Gäste anlegen dürfen. Davor gibt es einen herrlichen Ankerplatz mit Sandgrund, ideal zum Schwimmen, Sonnenbaden oder für ein Picknick an Bord. Der Übergang nach Altmünster ist kaum spürbar. Nach dem Solarbad folgt der Segelclub mit guter Küche. Wer hier zum Essen anlegen will, muss fragen. Nach dem Camping Traunsee (www.camping-traunsee.at) gibt es direkt am Ufer viel Auswahl zur Versorgung. Da wäre das Lokal Die Strandung zu nennen. Festmachen geht auf Nachfrage bei der dortigen Wasserskischule. Nebenan endet der Fischerweg in einer weiteren großen Sliprampe der Gemeinde. Direkt daneben in der Fischerbucht, die durch ihre markanten Bootshäuser und Stegan­lagen schon von Weitem zu sehen ist, gibt es gleich einiges an Gastronomie. Neben der Gaststätte Steg und der Pizzeria Valentino kann hier in der Fisch­brathütte der örtlichen Berufsfischer auch leckerer Steckerlfisch vom Grill verkostet werden. Anlegen ist direkt an den Stegen möglich, wenn noch was frei ist. Hier bekommen Angler bei der Berufsfischerin Maria Trawöger auch die Fischereikarte.

Zu einem erfrischenden Bad in den kühlen Fluten oder in der Sonne lädt der Sandgrund nach dem südlichen Ende der Bucht vor dem Naturschutzgebiet Hollereck ein, der sich bestens zum Ankern eignet. Nach einigen privaten Bootshäusern wird Strandcamping Traunkirchen (www.strandcamping-traunkirchen.jimdofree.com) passiert. Wer mit dem Wohnmobil oder Zelt unterwegs ist, kann hier kleinere Boote an einer Naturrampe wassern und findet eine Tauchbasis.

Nur 500 Meter weiter südlich beginnen bereits die Steganlagen der Marina Traunkirchen. Hier bietet Boote Stummer (www.boote- stummer.at) vollen Service, auch Kranen ist möglich. Außerdem befindet sich hier der Segelclub Traun­kirchen (www.sc-traunkirchen.at). Neben Liegeplätzen für Gäste gibt es auch Gastronomie. Hinter dem nächsten Kap tauchen die Gaststege der Spitz­villa (www.spitzvilla.at) auf. Das Restaurant und Kaffeehaus bewirtet seine Besucher direkt am See.

Bald ist von hier das bildhübsche Städtchen Traunkirchen mit der weithin sichtbaren Johannesberg­kapelle auf dem Gipfel der vorgelagerten Halbinsel erreicht. Der Ort war schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Außerdem befand sich hier bereits vor dem 9. Jahrhundert eine Abtei. Ab 1327 entstand das von Benediktinern, später dann von Jesuiten betriebene Kloster Traunkirchen. 1773 wurde der Orden aufgelöst. Heute befindet sich hier ein Handarbeitsmuseum, außerdem wird das Gebäude für Kulturveranstaltungen genutzt. In dem Städtchen ist auch das Luxushotel Das Traunsee (www.dastraunsee.at) mit gehobener Gastronomie beheimatet. Einen Gastliegeplatz gibt es an der Süd­seite der Halbinsel links neben dem Anleger der Ausflugsboote. Außer dem idyllischen Strandbad warten hier auch die Bootsvermietungen Loiddl (www.schifffahrt-traunsee.at) und Haugeneder (www.bootzeit.at) mit kleineren Elektrobooten. Einen der besten Ausblicke auf das herrliche Seepanorama bekommt man vom Kleinen oder Großen Sonnenstein südlich von Traunkirchen. Das erfordert einen Fußmarsch auf den jeweiligen Berggipfel. Eine Seilbahn gibt es hier nicht.

Noch mehr Informationen? Den Artikel "Traumsee Traunsee" mit Serviceteil und nautischen Informationen zum Revier finden Sie in BOOTE-Ausgabe 11/2020 ab dem 21.10.2020 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Bei der weiteren Fahrt Richtung Süden nach Ebensee folgt bald Steilküste. In der Gemeinde liegt das Surfer-Mekka, denn hier weht öfter Wind. Besucher finden einen Betonsteg hinter dem Fähranleger. Der Segelclub Ebensee (www.scebensee.at) freut sich auch über Gäste, die hier ihren Urlaub verbringen. Anfragen für Liegeplätze sollten mindestens 14 Tage vor Ankunft erfolgen. Kran und Rampe sind vorhanden. Direkt vor der Marina ist ein Wohnmobil-Stellplatz. Surfer finden ihr Ziel nebenan am Surfbeach Rindbach bei HangOn Kite & Windsurf & SUP (www.hangon-kiteboarding.com). In der Ortschaft gibt es neben dem beliebten Eis von Giovanni in der Nähe der Anlegestelle natürlich auch Gastronomie wie das Restaurant zur Post direkt an der Hauptstraße, das Bistro 54, die Pizzeria Flamingo und an­dere. Außerdem kann das Museum Ebensee (www.
museumebensee.at) besucht werden, ein Heimatmuseum, das das Leben im Salzkammergut dokumentiert.

Es bleibt die Erkundung der Ostküste. Hier sind Ortschaften eine Seltenheit, denn die Steilwände der Berge fallen direkt in den See und lassen kaum Bebauung zu. Auch Ankern ist deshalb unmöglich. Dennoch ideal für Besucher, die eher ihre Ruhe möchten, denn festmachen geht hier allemal. Erstes Ziel ist der Steg in Karbach, von Einheimischen auch "Cuba" genannt. Die Gastronomie in der hier befindlichen Hütte war bei unserem Besuch 2019 nicht bewirtschaftet. Wer am Steg einen Platz findet, kann allerdings einen Stopp zum Grillen einplanen. Auch Wanderungen sind von hier aus machbar.

  Im Süden sorgen die Berge dafür, dass der Wind weht. Hier liegt Ebensee, das Kite- und Surfparadies, aber auch Motorboote sind willkommenFoto: Dieter Wanke
Im Süden sorgen die Berge dafür, dass der Wind weht. Hier liegt Ebensee, das Kite- und Surfparadies, aber auch Motorboote sind willkommen
  Im Süden sorgen die Berge dafür, dass der Wind weht. Hier liegt Ebensee, das Kite- und Surfparadies, aber auch Motorboote sind willkommenFoto: Dieter Wanke
Im Süden sorgen die Berge dafür, dass der Wind weht. Hier liegt Ebensee, das Kite- und Surfparadies, aber auch Motorboote sind willkommen

Auf dem Weg in Richtung Norden gibt es mehrere Stellen mit kleinen Stegen, aber auch kleine Buchten, in denen ein Festmachen nicht möglich erscheint. Oft sind hier kaum sichtbar kleine Dübel oder Ringe von Bootssportlern in den Felswänden verankert worden, sodass Leinen ihren Halt finden. Dazu gehören Plätze wie der "Hundsgraben", die "Mauer" oder der "Steg Eisenau". Einige dieser Stellen erlauben nur das sichere Verankern eines einzigen Boots. Ist die Stelle belegt, muss eine Alternative gefunden werden. An Wochenenden sind diese Plätze ebenso beliebt wie in der Hauptsaison. In der Nebensaison gibt es hier insbesondere an Wochentagen eine gute Chance, einen einsamen Platz zum Relaxen belegen zu können.

Wenn man weiter am Traunstein vorbei Richtung Norden fährt, findet sich bald wieder etwas Besiedlung am Seeufer. Zuerst wird der Steg der ehemaligen Jau­sen­sta­tion Moaristidl passiert, die 2019 geschlossen wurde. Gut sichtbar ist bald auch die Tauchschule Neptun (www.tauchschule-neptun.at). Wer die Welt unter Wasser erkunden will, findet hier kompetente Unterstützung.

Es folgt der weithin sichtbare Seegasthof Hois’n Wirt (www.hoisnwirt.at). Es gibt einen beliebten Biergarten mit Seeblick und typische lokale Küche. Links hinter dem großen Dampfersteg können Besucher des Gasthofs anlegen. Der nächste Anleger gehört zum Feriengasthof Ramsau (www.gasthof-ramsau.at). Hier wird ebenfalls traditionelle Hausmannskost serviert. Besucher dürfen sich an die Seiten des Dampferstegs legen.

Der nächste Gästesteg wartet am Landhotel Grünberg (www.gruenberg.at). Bei der benachbarten Wasserskischule kann nicht angelegt werden. Das Hotel Grünberg bietet neben Unterkünften gutbürgerliche Küche aus der Region. Nach kurzer Fahrt ist die Umrundung des Traunsees komplett, und es wird wieder der Frauscher-Hafen in Gmunden erreicht. Wer hier eine ganze Urlaubswoche oder auch mehr einplant, der hat genug zu tun, um alle Ziele zu erkunden und dabei das wunderbare Alpenpanorama zu genießen.

Noch mehr Informationen? Den Artikel "Traumsee Traunsee" mit Serviceteil und nautischen Informationen zum Revier finden Sie in BOOTE-Ausgabe 11/2020 ab dem 21.10.2020 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.