Reportage - Wann fahr'n wir zum Schwarzen Meer? (Teil 1)Foto: Ernst Peter

Reportage - Wann fahr'n wir zum Schwarzen Meer? (Teil 1)

 

31.10.2006, Lesezeit: 2 Minuten

Aus einer kühnen Theorie wird dank hartnäckiger Kinder ein spannender Törn.

  BeschreibungFoto: Ernst Peter
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Als ich vor fünf Jahren die Sportbootführerscheine See und Binnen machte, fragten mich unsere beiden Buben, was das denn eigentlich bedeute, dieses „See“ und „Binnen“? „Wenn ich den Führerschein See bestehe, darf ich auf allen Meeren und mit dem Binnenschein auf allen Seen und Flüssen auf der ganzen Welt fahren“, so mein Erklärungsversuch. Zur Verdeutlichung kramte ich den alten Schulatlas hervor, zeigte ihnen Europa und blieb an der Donau hängen. „Theoretisch könnten wir dann von Passau aus durch all die vielen Länder bis zum Schwarzen Meer fahren!“

Klar, wie die erste Frage unserer kleinen Matrosen nach bestandener Prüfung lautete: „Papa, wann fahr’n wir jetzt zum Schwarzen Meer?“ Lächelnd denke ich zurück an die Hartnäckigkeit der beiden Racker, mit der sie mein damals leichtfertig abgegebenes Versprechen „Ja, das machen wir mal,“ fortan einforderten. Und wie uns das Thema als Familie von da an mehr und mehr beschäftigte. nd nun hatten wir es tatsächlich gewagt. Neun Tage waren wir schon unterwegs. Von Passau aus auf der Hochwasser führenden Donau, entlang des Strudengaus, der herrlichen Wachau, wir hatten Krems besucht, Wien, Bratislava, Estergom, Visegrad, Budapest, zwölf Schleusen passiert und schon jetzt, nach 700 Kilometern, 1000 Eindrücke gesammelt. Die Abendstunden reichten kaum aus, das bisher Erlebte in unseren Tagebüchern zu verarbeiten.

  BeschreibungFoto: Ernst Peter
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Für verrückt hatten uns Familie, Freunde und Bekannte erklärt, uns gewarnt und abgeraten, und selbst ein erfahrener Donau-Kapitän hatte unser Unterfangen als „gewagt“ bezeichnet. Schließlich wollten wir nicht nur bis ans Schwarze Meer, sondern auf eigenem Kiel die Donau auch wieder zurück bis Passau fahren, dabei alle zehn Anrainerstaaten besuchen, alle drei Mündungsarme befahren und das Donau-Delta auf eigene Faust erkunden. Und das mit einem dafür eigentlich viel zu kleinen, dafür aber 30 Jahre alten Kajütboot und mit Kindern. War es nicht tatsächlich verrückt?

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