Spezial: Žut / Kroatien - Rund ŽutFoto: Bodo Müller

Spezial: Žut / Kroatien - Rund Žut

 

10.2.2019, Lesezeit: 8 Minuten

Traumhaft: Es gibt sie noch, die gebührenfreien Kornaten. Žut gehört zwar zum Archipel, nicht aber zum Nationalpark. Acht Törntipps

Rund um Žut
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Foto: Bodo Müller
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Rund um Žut

Die Inselwelt der Kornaten gilt als eines der schönsten Reiseziele an der dalmatinischen Küste. Der größte Teil des Archipels gehört seit 1980 zum Nationalpark Kornati und das Befahren ist gebührenpflichtig. Zahlte im Jahre 2002 eine zweiköpfige Crew auf einem 11-Meter-Boot in der Hochsaison für ein Tagesticket im Park noch 100 Kuna (etwa 13 Euro), so sind es heute schon 900 Kuna (122 Euro).

Für diese saftige Preissteigerung von 900 Prozent gibt es so gut wie keine Gegenleistung. Das Geld versickert wie eh und je in der Nationalparkverwaltung und Ministerialbürokratie.

Wer die Kornaten liebt, aber den Gebührenwucher nicht mitmachen will, hat eine Alternative: Die Insel Žut. Sie ist die zweitgrößte Insel des Archipels, gehört aber selbst nicht zum Gebiet des Nationalparks und darf daher gebührenfrei angelaufen werden. Rund um Žut gibt es genügend Reiseziele für einen einwöchigen Törn, wo man die gesparte Nationalparkgebühr sinnvoller in einer Konoba kulinarisch anlegen kann.

Die Insel Žut hat einen ausgeprägten mediterranen Charme. Auf dem karstigen Eiland gedeihen Oliven, Feigen und Weinreben. Ständig bewohnte Siedlungen gibt es nicht. Die Fischer, Viehzüchter und Bauern von der Insel Murter halten sich überwiegend in den Sommermonaten in ihren Einsiedeleien auf.

Die Entfernungen zwischen den Spots sind kurz. Es bleibt viel Zeit zum Baden im glasklaren Wasser und zum Genießen der einzigartigen Landschaft oder der Spezialitäten in den Konobas. Wir beginnen unseren Törn in der ACI Marina Žut und runden dann einmal die Insel im Uhrzeigersinn.

ACI Marina Žut

Mit nur 135 Liegeplätzen zählt Žut zu den kleinsten Marinas des ACI-Verbundes. Der Hafen hat eine sehr schöne Lage am Westufer der Luka Žut. Bei Nordost-Winden (Bora) sollte man vorzugsweise im nördlichen Teil der Marina anlegen, bei Südostwinden (Jugo) besser im südlichen Teil. Es gibt sanitäre Anlagen, Waschmaschinen, Mini-Markt, Restaurant und neuerdings sogar einen Geldautomaten. Wegen der Insellage sind Wasser (nur von 8–10 Uhr) und Strom (8–12 und 18–24 Uhr) rationiert.

In der Hauptsaison zahlt man für ein 11-Meter-Boot 70 Euro pro Nacht. An einer der 15 Muringbojen kostet es etwa die Hälfte. Damit zählt Žut zu den teuren Marinas der ACI-Kette, was aber aufgrund der Insellage verständlich ist. Bei unserem Besuch im September, als die Marina nur noch zu einem Drittel belegt war, fanden wir die Sauberkeit der Sanitäranlagen grenzwertig. Tel. 022-786 02 78. www.aci-marinas.com

Fischerhaus „Sandra“

Gleich südlich an die ACI Marina schließt sich der Steg des Fischerhauses "Sandra" an. Die Schwimmsteganlage wurde 2017 auf die doppelte Länge erweitert, ein zusätzliches "L" schützt vor Wellen bei Bora. Zwölf Boote können an der Nordseite des Steges an Murings festmachen, weitere drei Boote längsseits an der Innenseite des Steges. Gäste des Lokals liegen gratis, inklusive Strom. Wasser (sofern vorhanden) muss bezahlt werden. In der Konoba des Profi-Fischers Damir Božikov gibt es stets fangfrischen Fisch in sehr guter Zubereitung. Tel. 098-923 50 33, e-Mail: sandra.konoba@gmail.com. Zwischen den Anlegern von "Sandra" und "Fešta" (siehe unten) wird während der Saison ein kleiner Supermarkt betrieben.

Privat-Marina und Restaurant „Fešta“

Das Top-Restaurant mit kleiner Privat-Marina (20 Liegeplätze an Murings, 6 Bojen) wurde von dem jungen und ideenreichen Kroaten Krešimir Mudronja und seinem Team aufgebaut. Im Jahr 1991, Krešimir war gerade 14 Jahre alt und besaß kein Kapital, sondern nur ein Grundstück mit einem kleinen alten Steinhaus auf Žut, begann er, seinen Traum zu verwirklichen. Heute gilt das "Fešta" als das beste Seefood-Restaurant der Adria, wahrscheinlich sogar des Mittelmeeres. Hier kreieren junge Spitzen-Köche eine unglaubliche Vielfalt an Gaumenfreuden aus Fisch, Schalentieren und Meeresfrüchten.

Inzwischen gehören international bekannte VIPs aus Politik, Sport und Show zu den Stammgästen in der Bucht. In der Saison auf jeden Fall Liegeplatz und Tisch reservieren lassen! Für Gäste des Restaurants sind die Muringplätze gratis. Strom und Wasser müssen, weil aufwendig selbst produziert, bezahlt werden. Umfangreiches "Landprogramm" von Kinderspielplatz über Strand bis hin zu Massagen. Versäumen Sie es nicht, einmal die Sanitäranlagen aufzusuchen. Derartig stylische Duschen finden Sie in keinem Fünf-Sterne-Hotel.
Tel. 098-42 52 29. www.zut.hr

Konoba „Bain“

Einfaches, aber uriges Lokal mit kleinem Strand in der Bucht Struna, etwa anderthalb Meilen östlich der ACI Marina. Bis zu 4 Boote können an Murings an der Mole vor der Konoba anlegen. Kostenlose Liegeplätze, kein Strom oder Wasser. Bei Bora liegt man an der Mole sehr unruhig. Zusätzlich zehn gebührenpflichtige Bojen (bis 10 m 150 Kuna, bis 15 m 200 Kuna). Im "Bain" wird unter anderem die traditionelle Peka zubereitet, die etwa einen halben Tag vorher bestellt werden sollte. Während der Saison hat neben der Konoba ein Mini-Markt geöffnet. Tel. 098-29 41 25.

Konoba „Žmara“

In der Bucht Sabuni (der nördlichsten Unterbucht der Uvala Hiljača) betreibt Edi Juraga mit seinen Söhnen Luka und Frane eine Konoba für Bootsfahrer, die zu den beliebtesten im Archipel zählt. An der Nordseite des neuen Schwimmstegs können bis zu fünf Boote an Murings anlegen, an der Südseite haben zwei Boote längsseits Platz. Zusätzlich können zehn Boote an konzessionierten Bojen festmachen. Sowohl am Schwimmsteg als auch an der Boje zahlen Restaurant-Gäste 70 Kuna pro Boot, ansonsten 250 Kuna. Strom ist im Preis inklusive, Wasser gibt es nicht. Fangfrischer Fisch, Meeresfrüchte und Hummer sind die Spezialitäten der Konoba. Die ideenreichen Seafood-Kreationen der Köche begeistern auch Gourmets, dennoch ist die Stimmung sehr locker und ausgesprochen fröhlich. Das glasklare, türkisfarbene Wasser in der Bucht lädt zum Baden ein. Tel. 098-75 71 65 oder 098-194 68 31.

Konoba „Vison“

Knapp eine halbe Meine südlich von Sabuni liegt die Bucht Dragišina mit der Konoba "Vison" am Westufer. An der Mole vor dem Lokal kann ein Motorboot längsseits gehen, zwei weitere können mit Heck auf dem Kopf der Mole an Muringleinen festmachen. Außerdem liegen in der Bucht drei kostenfreie Bojen des Gastwirtes. Das portugiesisch-kroatische Paar Maria und Mirko Jelić sowie Sohn Joso bieten mediterrane Küche an, wobei die Spezialität des Hauses Haifischfilet in Senfsoße ist. Unbedingt probieren! Tel. 098-26 63 76. Neben dem "Vison" beginnt der kürzeste Wanderweg (festes Schuhwerk!) zur Wallfahrtskapelle Sv. Križ (Heiliges Kreuz) auf dem Berg Grba. Der 20-minütige Aufstieg wird durch ein imposantes Panorama belohnt.

Restaurant „Trabakul“

Am südlichsten Punkt der Bucht Hiljača liegt die Ausbuchtung Pristanišće mit der gleichnamigen Siedlung. Am neuen Yachtanleger des Restaurants "Trabakul" können sechs Boote mit einer Länge bis etwa 50 Fuß mit Heck zum Steg an Muringleinen festmachen. Gäste des Lokals liegen gratis. Außerdem gibt es in der malerischen Bucht noch elf Bojen des Restaurants sowie viel Raum zum freien Ankern auf Wassertiefen zwischen fünf und zehn Metern. Auf dem neuen Steg kann man in einer Lounge-Bar die Seele baumeln lassen, ab 2018 soll es auch Strom für die Boote geben. Am erhöht gelegenen Restaurant gibt es für Nautiker Sanitäranlagen (WC, Duschen) und gratis Wi-Fi. Spezialität des Hauses ist der Trabakul-Spieß, eine Art Schaschlik aus verschiedenen Fleischsorten und gegrilltem Gemüse. Tel. 098-27 20 40.

Bucht Pinizel

Die Uvala Pinizel liegt im Nordwesten von Žut. Am Ufer gibt es wenige alte Steinhäuser, die zu Ferienhäusern umgebaut wurden. Eine Konoba gab es bis Herbst 2017 (noch) nicht. Die Bucht ist nach Norden offen und schützt daher wenig bei Bora oder starkem Maestral. Bei südlichen Winden (Jugo) bietet die Uvala Pinizel aber hervorragenden Schutz und ist dann meist auch stark besucht. Seit 2017 existiert in der Bucht ein Feld von 23 Bojen, die eine technische Besonderheit sind. Die Bojen haben angeklappte Festmacher-Ösen, die via Internet geöffnet werden können, sodass man dann eine Leine durchfädeln kann.

Die Firma ADRIA BOVE in Zagreb hat derzeit fünf derartige High-Tech-Bojenfelder in Betrieb. Um an einer Boje anlegen zu können, muss man sich über www.adriabove.com zum entsprechenden Bojenfeld und zu einer konkreten Boje durchklicken. Dann sind die Bootsgröße und die stundengenaue Buchungsdauer einzugeben. Danach erscheint der Preis. Für unser 11-Meter-Boot waren es im September für 24 Stunden stolze 525 Kuna (71 Euro). Schließlich muss man sich einen Account anlegen und durch die Bezahl-Seite klicken.

Ich fand das schon zu Hause bequem am Schreibtisch sitzend sehr nervend. Mit dem Smartphone an Bord bei Schietwetter und Seegang möchte ich das lieber nicht versuchen wollen. Ob diese Art unbemannter Bojenfelder sich durchzusetzen vermag, möchte ich eher bezweifeln; während unseres Törns im September sahen wir nicht ein Boot an einer Boje. Außerdem machte der via Internet angesteuerte Klick-Mechanismus auf der Boje auf mich keinen vertrauenswürdigen Eindruck. Bei Starkwind und Seegang möchte ich kein Schiff daran hängen.

Charter

Wir charterten eine "Bavaria Sport 35" bei Mare Yachting in der Marina Mandalina in Šibenik. Die Charterfirma wird von dem Thüringer Weltumsegler Andreas Schinner und seiner Frau Lana betrieben. An der eigenen Basis in Šibenik verchartert Mare Yachting 44 Yachten, darunter auch drei Power-Kats sowie 13 Motorboote, überwiegend vom Typ Bavaria, in Größen von 35 bis 52 Fuß.

Das Team um Andreas (er ist Kfz-Meister) und Lana legt größten Wert auf perfekt gewartete Schiffe und zufriedene Kunden. Die von uns gemietete "Bavaria Sport 35" haben wir in einem optisch und technisch sehr guten Zustand übernommen. Das Boot (11,4 x 3,68 x 0,92 m) verfügt über vier Kojen in zwei Kabinen, einen Salon mit Pantry sowie eine Nasszelle (WC, Dusche). Mit 2 x 320 PS ist es sehr schnell und wendig und bereitet viel Fahrvergnügen. Die Cruising-Geschwindigkeit liegt bei 24 Knoten, maximal ist es über 30 Knoten schnell.

Mithilfe der Joystick-Steuerung lässt sich die "Bavaria Sport 35" in jeder Situation kinderleicht einparken. Das Boot kostet je nach Saison zwischen 1980 und 3930 Euro; die Kaution beträgt 1800 Euro. Infos und Buchungen unter: www.mare-yachting.de. Oder über die eigene deutsche Agentur: www.twinstar-yachting.de

Dieses Revierporträt erschien in BOOTE-Ausgabe 12/2017